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Trigeminusneuralgie-Operation - Hintergrund

Trigeminusneuralgie-Operation


Bei der Trigeminusneuralgie handelt es sich um blitzartig einschießende, sehr heftige, elektrisierende Gesichtsschmerzen, die auf Alterungsprozesse der Blutgefäße oder andere Erkrankungen zurückgeführt werden. Die Behandlung einer Trigeminusneuralgie erfolgt zunächst mit Medikamenten. Führt dies zu keiner Besserung der Beschwerden, sollte eine Trigeminusneuralgie mittels mikrovaskulärer Dekompression des Nervus trigeminus (Operation nach Janetta) operiert werden. Das Ziel dieser Trigeminusneuralgie-Operation ist die Entlastung des Trigeminusnerven, der durch ein pulsierendes Blutgefäß bzw. durch Verwachsungen unter Druck steht. Die Erfolgschancen dieser Operation liegen bei über 90 Prozent.

Symptome der Trigeminusneuralgie

Blick durch das Operationsmikroskop, weiß: Nervus trigeminus, rot: arterielles Gefäß, das den Nerven berührt
Blick durch das Operationsmikroskop, weiß: Nervus trigeminus, rot: arterielles Gefäß, das den Nerven berührt

Die Trigeminusneuralgie ist gekennzeichnet durch blitzartig einschießende, sehr heftige, elektrisierende Gesichtsschmerzen. Diese sind dem Versorgungsareal des sensiblen Gesichtsnerven (Nervus trigeminus) mit seinen drei Ästen zuzuordnen. Der Schmerz tritt meist im Bereich des Oberkiefer/Wangen- bzw. Kinn/Unterkieferastes überwiegend einseitig auf. In 10 Prozent der Fälle ist der Stirnast betroffen oder es werden beidseitige Schmerzen beklagt.

Reizungen bestimmter Haut- oder Schleimhautbereiche (Triggerzonen) im Gesicht lösen die Schmerzattacken aus. Trigger-Reiz können alltägliche, minimale Berührungen sein. Auch durch Kauen und Sprechen werden die Schmerzattacken ausgelöst. Manchmal kann es begleitend auch zu einem Zusammenzucken der Gesichtsmuskulatur kommen (Schmerzhafte Zuckung= „Tic douloureux“). Die Schmerzattacken können sich bis zu 100 Mal am Tag alle paar Minuten wiederholen. Zwischen den Attacken besteht meist ein beschwerdefreies Intervall. Nur selten entwickelt sich im Verlauf auch ein Dauerschmerz.

Häufigkeit der Trigeminusneuralgie


Patienten mit Trigeminusneuralgie befinden sich bei Erkrankungsbeginn meist im mittleren und höheren Lebensalter mit einem Geschlechterverhältnis von etwa 3:2 von Frauen zu Männern.

Ursachen der Trigeminusneuralgie


Als Ursache der Trigeminusneuralgie werden Alterungsprozesse der Blutgefäße angeführt. Die Arterien schlängeln sich vermehrt und drücken als Gefäßschlinge auf den Trigeminusnerven direkt an dessen Austritt aus dem Hirnstamm. Der Nerv wird im Pulstakt komprimiert. Die andauernde Druckwirkung führt zu einer Störung der Nervenscheide mit daraus resultierenden Fehlkontakten (Ephapsen), die wie bei einem Kurzschluss ein Überspringen z.B. von. Berührungsreizen auf Schmerznerven möglich machen.

Diagnose der Trigeminusneuralgie


Die Diagnose der Trigeminusneuralgie wird aufgrund der typischen Symptome nach Ausschluss anderer Erkrankungen gestellt. Abgegrenzt werden muss eine so genannte symptomatische Trigeminusneuralgie, bei der eine andere Erkrankung Auslöser des Nervenschmerzes ist. Typischerweise besteht bei der symptomatischen Trigeminusneuralgie eher ein Dauerschmerz und es kommt auch zu Schädigungen des Trigeminusnerven mit Gefühlsstörungen und Störungen bestimmter Reflexe.

Die seltenen Ursachen einer symptomatischen Trigeminusneuralgie können sein: Prozesse im Bereich der Zähne und des Kiefers, entzündliche Hirn- bzw. Gefäßerkrankungen, gutartige Hirntumoren, eine bösartige Tumoraussaat der Hirnhaut, Fehlbildungen des Gehirns, Gefäßfehlbildungen (Aneurysmen) bzw. Erkrankungen der Knochen der Schädelbasis.

Von der Trigeminusneuralgie abzugrenzen sind auch eine Vielzahl anderer Gesichts-, Kiefer- und Kopfschmerzen. Entsprechend ist eine umfangreiche Ausschlussdiagnostik erforderlich. Wichtige Untersuchungen sind dabei die Magnetresonanztomographie, die zahnärztliche und neurologische Untersuchung sowie Laboruntersuchungen des Blutes und manchmal der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor).

Behandlung der Trigeminusneuralgie


Wenn die Diagnose der Trigeminusneuralgie gestellt ist, erfolgt zunächst eine medikamentöse Behandlung, meist mit einem Medikament, das auch bei der Epilepsie zum Einsatz kommt. Führt diese Behandlung auch bei ausreichender Dosierung zu keinem befriedigenden Erfolg, sind bei einer Trigeminusneuralgie operative Schritte angezeigt.

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