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Pleuraerguss - Hintergrund / Einleitung

Pleuraerguss


Bei einem Pleuraerguss kommt es zu einer abnormen Flüssigkeitsansammlung in der Pleurahöhle oder dem Pleuraspalt, wie der schmale Spalt zwischen den beiden Blättern des Brustfells genannt wird. Durch einen Pleuralerguss entstehen atemabhängige Schmerzen bis hin zur Atemnot. Viele unterschiedliche Erkrankungen können dafür verantwortlich sein.

Definition: Was ist ein Pleuraerguss?


Zwischen den beiden Blättern des Brustfells (Lungenfell und Rippenfell), den sogenannten Pleurablättern, befindet sich ein feiner Spalt, der sogenannte Pleuraspalt. Damit sich die Pleurablätter beim Ein- und Ausatmen gegeneinander verschieben können ist dieser Spalt normalerweise mit einigen Millilitern Flüssigkeit gefüllt, welche als Gleitschicht zwischen den Pleuralblättern fungiert.

Die Flüssigkeit im Pleuraspalt beträgt normalerweise ca. 15 Milliliter. Davon werden täglich 10 Milliliter neu gebildet. Gleichzeitig wird die selbe Menge vom Brustfell täglich resorbiert. Es besteht also ein Gleichgewicht zwischen der gebildeten und der resorbierten Menge an Flüssigkeit. Gerät dieser Kreislauf jedoch aus dem Gleichgewicht, kommt es zu einer verstärkten Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt, zum sogenannten Pleuraerguss. Ein Pleuraerguss kann ein- aber auch beidseitig auftreten. Die sich sammelnde Flüssigkeit kann klar, blutig, eitrig oder milchig-trüb sein. Als Folge der Schwerkraft sammelt sich die Flüssigkeit an der tiefsten Stelle des Brustkorbs.

Für die Entstehung eines Pleuraergusses gibt es zahlreiche Ursachen. Wie etwa Krebserkrankungen, Lungenentzündung (Pneumonie), Tuberkulose, Herzinsuffizienz, Lungenembolie, Rippenfellentzündung oder Brustverletzungen. Kleinere Pleuraergüsse werden oft gar nicht bemerkt. Werden sie größer sind jedoch meist atemabhängige Schmerzen sowie zunehmende Atemnot (Dyspnoe) bis hin zu Blaufärbung der Lippen, hervorgerufen durch den Sauerstoffmangel typisch. Erkrankte Menschen atmen schnell und flach. Zumindest vorübergehende Erleichterung kann durch Punktion des Pleuraergusses erzielt werden, bei der bis zu 1,5 Liter Flüssigkeit entfernt werden können. Grundsätzlich richtet sich die Therapie jedoch nach der Grundkrankheit. Eine Heilung kann nur erzielt werden wenn es gelingt die beiden Pleurablätter wieder in der Form anzunähern, dass sich dort keine Flüssigkeit mehr ansammeln kann.

Formen des Pleuraergusses


Man unterscheidet zwischen transsudativen und exsudativen Pleuraergüssen. Beim transsudativen Pleuraerguss enthält die Flüssigkeit nur wenig Eiweiß. Er entsteht durch ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Bildung und Aufnahme der Pleuraflüssigkeit durch das Brustfell, das Brustfell selbst ist jedoch nicht erkrankt oder geschädigt. Die Flüssigkeit des exsudativen Pleuraergusses ist sehr eiweißhaltig. Sie ist wegen des höheren Eiweißgehalts schwerer als die Flüssigkeit eines transsudativen Pleuraergusses. Der exsudative Pleuraerguss entsteht durch entzündliche Prozesse oder Tumoren, die eine erhöhte Durchlässigkeit des Brustfells oder eine Behinderung des Lymphabflusses aus dem Pleuraspalt zur Folge haben.

Häufigkeit des Pleuraergusses


Pleuraergüsse kommen sehr häufig vor, es gibt jedoch keine Daten über die genaue Häufigkeit von Pleuraergüssen.

Ursachen für einen Pleuraerguss


Es gibt eine Vielzahl von Ursachen die zu einem Pleuraerguss führen können. Mit 30 bis 40 Prozent ist jedoch die Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) die häufigste Ursache. Durch die nachlassende Pumpleistung des Herzens wird weniger Flüssigkeit ausgeschieden, wodurch es zu Flüssigkeitseinlagerungen in Körperhöhlen wie dem Pleuraspalt kommt. Ursache für ca. 30 Prozent der Pleuraergüsse ist eine durch Bakterien oder Viren verursachte Lungenentzündung. In Folge der Lungenentzündung (Pneumonie) entwickelt sich eine Rippenfellentzündung, woraus sich im weiteren Verlauf ein Pleuraerguss entwickelt. Auch aufgrund einer Lungenembolie kann sich ein Pleuraerguss entwickeln.

15 Prozent der Pleuraergüsse werden durch bösartige Tumore wie zum Beispiel Lungenkrebs oder in der Lunge wachsende Metastasen hervorgerufen. Auch Verletzungen der Lunge, etwa ein Trauma, können zu Blutungen und somit zu einem Pleuraerguss führen. Früher war Tuberkulose eine der häufigsten Ursachen für einen Pleuraerguss. Tuberkulose tritt heutzutage jedoch nur noch selten in Erscheinung. Ein Pleuraerguss kann weiterhin als Begleiterscheinung bei Nierenerkrankungen, Leberzirrhose, rheumatischen Erkrankungen und einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) auftreten.

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medführer

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