Schliessen
medführer Arzt- und Kliniksuche


medführer Startseite » Neurologie » Krankheiten » Muskelschwund » Hintergrund / Einleitung

Muskelschwund - Hintergrund / Einleitung

Unter Muskelschwund (Muskelatrophie) wird eine Volumenabnahme der Muskulatur verstanden. Durch die zuführenden motorischen Nerven werden elektrische Impulse an den Muskel abgegeben, die bewirken, dass der Muskel sich kontrahiert (zusammenzieht). Fallen diese Impulse weg, kommt es nicht mehr zu Kontraktionen. Die Muskeln nehmen ab, es kommt zu einer Muskelschwäche.

Muskelschwund

 

 

 

 

Anatomische Grundlagen
Die motorische Vorderhornzelle ist der Ursprung der motorischen Nerven und befindet sich im Rückenmark. Sie bekommt Impulse vom Gehirn und Rückenmark und leitet diese auf den motorischen Nerven weiter, der die entsprechende Muskulatur (an Gesicht, Rumpf, Armen und Beinen) versorgt.

Wird die nervale Versorgung dieser Muskeln vollständig unterbrochen oder durch Untergang der Vorderhornzellen schrittweise geringer versorgt, kommt es zu Atrophien. Im weiteren Verlauf werden die Muskeln umgebaut und durch Bindegewebe und Fett ersetzt.
Störungen des Empfindens treten nicht auf, auch ist der Muskelschwund nicht schmerzhaft.

Ursachen 

Die Ursachen für einen Muskelschwund sind vielfältig. So können periphere Nervenerkrankungen, Polyneuropathien  und Muskelerkrankungen Ursachen für einen Muskelschwund sein.
Im Folgenden soll insbesondere auf Schädigungen der motorischen Vorderhornzelle eingegangen werden. Der Untergang von Vorderhornzellen kann erblich bedingt sein. Es kann aber auch im mittleren Lebensalter zu einer plötzlich beginnenden, langsam fortschreitenden Schädigung kommen, ohne dass man die Ursache kennt.

Andere Ursachen können entzündliche Erkrankungen (Kinderlähmung - Poliomyelitis) oder eine Syringomyelie sein. Auch Durchblutungsstörungen des Rückenmarkes oder Blutungen im Rückenmark können zu einer Vorderhornzellschädigung führen.

Sonderformen

Infantile spinale Muskelatrophie
Anzeichen für diese Erkrankung entwickeln sich im ersten Lebensjahr. Diese Erkrankung ist erblich; häufig sind Geschwister betroffen. Die Kinder zeigen eine Trinkschwäche, bewegen sich kaum. Zusätzlich treten Lähmungen im Gesicht auf. Die Betroffenen haben Atemstörungen. Dadurch besteht die Gefahr von Lungenentzündungen. Ca. 60% der Kinder versterben davon im 1. Lebensjahr.

Kinderlähmung
Auch bei der Kinderlähmung (Poliomyelitis) werden – wie bei der progressiven spinalen Muskelatrophie - nur die Vorderhörner befallen. Auch hier ist vor allem das Rückenmark im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule betroffen. Ursache hierfür ist das Polio-Virus.

Die Erkrankung war in Mitteleuropa nahezu ausgestorben, wurde doch in der 60er Jahren die Polio-Schluckimpfung eingeführt. Durch Einwanderer und einen nachlassenden Impfschutz steigt die Anzahl der Fälle derzeit wieder an.

Weitere Krankheitsbilder dieses Formenkreises sind Erkrankungen mit Muskelschwund im Bereich des Schulter- oder Beckengürtels, die sehr selten sind.
Ein auftretender Muskelschwund sollte immer vom Neurologen abgeklärt werden.


Als Autor anmelden

Spezialisten finden

Hier finden Sie Ihren Neurologen, Neurochirurgen und Neuroradiologen

Ärzte fragen

Sie suchen einen Spezialisten?
medführer hilft Ihnen weiter.
Senden Sie Ihre Anfrage an unsere Ärzte in Kliniken und Praxen.

zum Anfrageformular

Anzeigen Service