Schliessen
medführer Arzt- und Kliniksuche


medführer Startseite » Lunge » Behandlungen » Lobektomie (Entfernung eines Lungenlappens) » Ausschlusskriterien

Lobektomie (Entfernung eines Lungenlappens) - Ausschlusskriterien

Indikationen für eine Lobektomie


Eine Lobektomie kann aufgrund verschiedener Erkrankungen oder auch Abnormalitäten der Lunge erforderlich sein. Die Lobektomie kann auch nötig werden, um die Ausbreitung einer Erkrankung zu einem anderen Lungenlappen zu Verhindern. Die häufigsten Uraschen werden im Folgenden genannt.

1. Lobektomie bei Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)


Lungenkrebs ist aktuell in Deutschland die dritthäufigste Krebsart bei Männern und Frauen sowie die häufigste Todesursache durch Krebs bei Männern (26%) und die dritthäufigste bei Frauen (13%). Im Jahr 2008 erkrankten etwa 34000 Männer und 15500 Frauen neu an Lungenkrebs, wobei ein Anstieg der Erkrankungsfälle beim weiblichen Geschlecht zu verzeichnen ist. Seit Ende der 1990er Jahre steigen die altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten für Lungenkrebs beim weiblichen Geschlecht um etwa 30%, wohingegen die Raten bei den Männern kontinuierlich zurück gehen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren für Männer und 68 Jahren für Frauen.

Die Prognose für Lungenkrebs ist ungünstig. In Deutschland liegt aktuell das relative 5-Jahres-Überleben für Männer bei 15% und für Frauen bei 19%.

Hauptursache des Lungenkrebses, ist der aktive Konsum von Tabakwaren. Auch passiver Nikotinkonsum bei Nichtrauchern ist ein hoher Risikofaktor an Lungenkrebs zu erkranken. Andere mögliche Ursachen sind die Exposition (Aussetzung) gegenüber Asbest, Radon (natürlicher Radioaktiver Stoff des Bodens) oder auch die Luftverschmutzung.

Eine Lobektomie wird bei einem regional begrenzten Tumorstadium bzw. wenig fortgeschrittenen Tumorstadien durchgeführt (Stadium I und II des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses). Während der Lobektomie sollte vor Entfernung des jeweiligen Lungenlappens eine repräsentative Gewebeprobe entnommen, eine Schnellschnittuntersuchung durch einen Pathologen durchgeführt werden und erst nach Bestätigung der Diagnose eines Lungenkrebses eine chirurgische Entfernung des Lungenlappens erfolgen.

2. Lobektomie bei Chronischer Bronchitis, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Lungenemphysem


Die chronische Bronchitis wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "Husten und Auswurf über wenigstens drei Monate in mindestens zwei aufeinander folgenden Jahren“ definiert. Diese ist der Vorläufer bzw. ein Frühstadium für eine chronisch obstruktive Bronchitis, die zu den chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen gezählt wird (COPD). Der Begriff "obstruktiv" bedeutet, dass die Bronchien dauerhaft verengt sind. Diese Verengung führt zur Atemnot, dem wichtigsten Symptom der COPD (neben Husten und Auswurf). Die COPD ist ein Sammelbegriff für die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. Beide Krankheitsbilder sind dadurch gekennzeichnet, dass vor allem die Ausatmung (Exspiration) behindert ist.

Hauptursachen sich Rauchen (> 90 % der Fälle), berufliche Nikotin und/oder Staubexposition und Umweltbelastungen. Die Gesamtprävalenz (Krankheitshäufigkeit) der chronischen Bronchitis beträgt 6,2 % (6,5 % für Männer und 5,9 % für Frauen) in Deutschland. Die Erkrankung tritt vor allem jenseits des 55. Lebensjahres auf. Nahezu 15 % der Deutschen über 40 Jahre leiden an einer COPD, bei den über 70-Jährigen sind es sogar knapp 30 %. Häufiger treten diese Erkrankungen bei Menschen mit niedrigen sozialen Status auf. Die Unterscheidung zwischen chronischer Bronchitis und COPD ist nur mit Hilfe von Lungenfunktionsprüfungen, Röntgenaufnahmen und ggf. Computertomographien möglich.

Die Therapie der COPD ist in der Regel primär medikamentös mit das Lungengewebe erweiternden bzw. lokal entzündungshemmenden Medikamenten. Eine chirurgische Lungenvolumenreduktionsoperation durch eine Lobektomie der Lunge wird bei fortgeschrittenen Stadien der COPD durchgeführt und ist nur möglich, wenn nicht die gesamte Lunge diffus emphysematös verändert ist, sondern das Lungenemphysem lokal umschrieben und begrenzt ist.

3. Lobektomie bei einem Lungenabszess


Ein Lungenabszess ist eine Sonderform einer Lungenentzündung. Im Unterschied zu anderen Lungenentzündungen kommt es durch eine Schädigung des Lungengewebes durch den Krankheitserreger selbst oder wegen der Abwehrreaktion des körpereigenen Immunsystems gegen den Krankheitserreger zu einem Absterben und anschließenden Zerfall des Lungengewebes. Bei einem Lungenabszess kommt es zu einer Eiteransammlung in einer Höhle des Lungengewebes. Diese Höhle und der Eiter entstehen durch entzündliche bedingte Zerfallsprozesse und Absterben des befallenen Lungengewebes. Im weiteren Verlauf der Entzündung kommt es zu einer Abkapselung dieser Eiteransammlung gegenüber dem gesunden Lungengewebe (Abszesswand). Dieser Vorgang wird auch als abszedierende, als nekrotisierende Lungenentzündung oder Lungengangrän (entzündlich bedingtes Absterben des Lungengewebes) bezeichnet. Ein Lungenabszess kann akut (Beschwerden seit weniger als vier Wochen) oder chronisch (Beschwerden seit mehr als vier Wochen) auftreten. Er kann bei gesunden Patienten durch Aspiration (Inhalation von Erbrochenem), aber vor allem bei Patienten mit vorgeschädigter Lunge auftreten. Der häufigste Erkrankungserreger ist das so genannte Pseudomonas aeruginosa Bakterium, ein typischer in feuchten Bereichen vorkommender Keim.

Die primäre Therapie der Lungenabszesses ist eine stationäre intravenöse, dem Erregerspektrum entsprechende Antibiotikatherapie sowie Schmerz- und Atemtherapie. Kommt es durch diese Maßnahmen jedoch nicht zu einer ausreichenden Besserung der Symptomatik, sollte eine computertomographisch gesteuerte Punktion und Ableitung (Drainage) des Abszesses erwogen werden. Kommt es unter der Antibiotika- und ableitenden Drainagentherapie nicht zu einem Abheilen des Lungenabszesses ist eine operative Therapie indiziert. Die Therapie der Wahl ist in diesen Fällen eine Lobektomie.

4. Lobektomie bei gutartigen Lungentumoren


Oft fallen Lungentumore als asymptomatische Zufallsbefunde bei Röntgenaufnahmen des Brustkorbes auf. Typisch sind kleine Tumore von 1 bis 2 cm Durchmesser. Nur etwa 1% der Lungentumore sind gutartig (benigne). Durch eine Röntgenuntersuchung kann diese jedoch nicht von einer bösartigen Veränderung unterscheiden werden. Daraus ergibt sich auch die entscheidende Fragestellung bei einem neu nachgewiesenen Lungenrundherd. Es gilt herauszufinden, ob es sich um eine gutartige oder um eine bösartige Veränderung handelt. Ist der Patient in einem operablem Zustand, sollte auf eine bronchoskopische (endoskopische Spiegelung der oberen Luftwege und Bronchien) oder computertomographisch gesteuerte Punktion und Gewebeprobengewinnung des Herdes verzichtet werden und der unklare Lungenrundherd direkt durch einen operativen Eingriff ganz entfernt werden. Durch die Operation kann letztlich eine nahezu 100%ige Diagnose gestellt und gegebenenfalls eine weitere Therapie angeschlossen werden. Bei einem gutartigen Befund ist in der Regel keine weitere Therapie nötig.

Die häufigsten gutartigen Lungentumore sind Harmatome (Mischung aus verschiedenen Geweben, die zum normalen Lungengewebe gehören wie z.B. Muskulatur, Knorpel, Fettgewebe), Adenome (gutartiger, epithelialer, drüsiger Tumor), Leiomyome (gutartige Tumore aus Muskelzellen), Hämangiomen (gutartiger Blutschwamm im Lungengewebe), Lipome (gutartige Fettgewebsanreicherungen). Gutartige Rundherde der Lunge können auch auf dem Boden von Entzündungen, Pilzinfekten oder parasitären Erkrankungen (Fuchs- und Hundebandwurm) entstehen.

Als Autor anmelden

Spezialisten finden

Hier finden Sie Ihren Allergologen und Lungenspezialisten

Ärzte fragen

Sie suchen einen Spezialisten?
medführer hilft Ihnen weiter.
Senden Sie Ihre Anfrage an unsere Ärzte in Kliniken und Praxen.

zum Anfrageformular

Anzeigen Service