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Hirnschrittmacher-Implantation - Methoden

Stereotaktische Operation zur Hirnschrittmacher-Implantation

Abbildung 1: Stereotaktischer Rahmen und geführte Kanüle (Foto mit freundlicher Genehmigung der Fma Inomed GmbH, Teningen, Germany)
Abbildung 1: Stereotaktischer Rahmen und geführte Kanüle (Foto mit freundlicher Genehmigung der Fma Inomed GmbH, Teningen, Germany)

Bereits vor der Hirnschrittmacher-Implantation wird die geplante Position der Elektroden im Gehirn des Patienten auf einem speziellen Computer mittels der vorhandenen Bildgebung (Kernspintomographie, MRT) simuliert. Für die Implantation des Hirnschrittmachers selbst muss ein Koordinatensystem quasi auf den Kopf des Patienten übertragen werden. Dies geschieht, indem ein Metallring mit Führungen für die Elektroden nach örtlicher Betäubung am Kopf des Patienten befestigt wird (Abbildung 1). Danach wird eine Computertomographie durchgeführt, deren Daten mit den Daten auf dem Planungscomputer fusioniert werden. Jetzt kann jedem Punkt im Gehirn eine Koordinate zugeordnet werden.

Beim Morbus Parkinson erfolgt wenn möglich die gesamte Operation in örtlicher Betäubung, was erfahrungsgemäß gut möglich und von den meisten Patienten toleriert wird. Die meisten Patienten berichten nach der Hirnschrittmacher-Implantation, dass die Belastungen durch das Verfahren geringer als erwartet waren. Bei Dystonie-Patienten muss meist wegen der unwillkürlichen Bewegungen der gesamte Eingriff in Narkose durchgeführt werden.


Abbildung 2: Implantiertes Stimulationssystem (Foto: Fma Medtronic Inc. Minnesota, USA)
Abbildung 2: Implantiertes Stimulationssystem (Foto: Fma Medtronic Inc. Minnesota, USA)

Vorgehen bei der Hirnschrittmacher-Operation


Im OP erfolgt zunächst einmal eine sorgfältige, bequeme Lagerung des Patienten, um Ablenkung durch Rückenschmerzen während des langen Liegens zu vermeiden. Zusätzlich werden Schmerzmittel und bei Bedarf auch kurzwirksame Beruhigungsmittel gegeben. Im entscheidenden Moment muss der Patient zumindest beim Morbus Parkinson jedoch wach sein, da einerseits elektrische Impulse aus dem Gehirn abgeleitet werden, die im Schlaf unterdrückt sind. Auch erfolgt bereits während der Operation eine Testung des Behandlungserfolges und der möglichen Nebenwirkungen. Dabei wird der Patient z.B. aufgefordert, eine zitternde Hand in die Luft zu halten, um zu zeigen, dass bei Anschalten des Stromes das Zittern schlagartig aussetzt. Ferner kann das Auftreten von Nebenwirkungen beobachtet werden, um die genaue Elektrodenlage genauer zu optimieren. Lässt sich eine optimale Elektrodenposition erzielen, wird dieser Teil des Eingriffs abgeschlossen und die Elektrodenenden unter der Haut am Kopf verwahrt. Anderenfalls wird die Elektrodenposition verändert, um die Wirkung zu optimieren und Nebenwirkungen auszuschalten.

In einer weiteren kurzen Operation, die in Vollnarkose durchgeführt wird, erfolgt die Implantation des Impulsgebers, der gleichzeitig eine Steuereinheit und eine Batterie bzw. Akku enthält, und der Verbindungskabel (unter der Haut). Der Impulsgeber (ein kleines Metallkästchen von ca. 5 x 5 cm Durchmesser) wird in der Regel wie ein Herzschrittmacher unter der Haut an der Brust implantiert. Dort kann er durch die Haut mit der Steuereinheit durch Magnetfelder beeinflusst werden, so dass sowohl der Arzt, als auch der Patient Zugriff auf die Funktion des Schrittmachers hat.


Nachsorge nach einer Hirnschrittmacher-Implantation


Zunächst einmal muss nach einer Hirnschrittmacher-Implantation die Wundheilung sorgsam beobachtet werden, da es sich um Implantate handelt, die nicht durch postoperative Infekte gefährdet werden sollen. Die Einstellung der Stromstärke erfolgt abgängig von der Erkrankung (Morbus Parkinson/Essentieller Tremor/Dystonie) innerhalb von Tagen oder Wochen; das Gehirn muss sich gewissermassen an die Stimulation „gewöhnen“. Diese Einstellung kann entweder von der implantierenden Abteilung oder einer erfahrenen Rehaklinik durchgeführt werden. Viele Sitzungen können sicherlich auch ambulant durchgeführt werden. In der Regel sind eine stationäre Nachbetreuung von zwei bis drei Wochen und weitere ambulante Konsultationen notwendig.

Artikelinformationen zu Hirnschrittmacher-Implantation
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Dr. med. Donatus Cyron

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