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Hirnschrittmacher-Implantation - Erkenntnisse

Bewertung der Hirnschrittmacher-Implantation


Es muss davon ausgegangen werden, dass eine hohe Anzahl von Patienten, die durchaus für eine Hirnschrittmacher-Implantation geeignet wären, dieser nicht zugeführt werden. Dies liegt einerseits an einer mangelnden Information der Betroffenen, andererseits an oft nicht sachlich begründeten Bedenken, die zu einer voreiligen Ablehnung des gesamten Verfahrens führen. Sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten bestehen teilweise Befürchtungen, die auf Grund der mittlerweile langjährigen Erfahrungen mit dieser Technik nicht gerechtfertigt sind. Vielleicht liegt es auch an der geringen Anzahl von Zentren, die diese Technik bereithalten, dass die Hirnschrittmacher-Implantation so wenig bekannt ist. Häufig stellt man fest, dass sowohl Zuweiser als auch Patienten selbst die Wirkung des Hirnschrittmachers weit unterschätzen und schließlich von der durchgreifenden Wirkung überrascht sind.


Mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen einer Hirnschrittmacher-Implantation


Nicht verschwiegen werden sollte, dass es bei einer Hirnschrittmacher-Implantation natürlich auch zu Komplikationen und Nebenwirkungen kommen kann. Hier sind vor allem zwei Bereiche zu nennen: Einerseits kann es besonders bei Parkinson-Patienten im Spätstadium zu (meist vorübergehenden) psychischen Veränderungen kommen, die sich in einer Änderung der Stimmung und unüberlegten Handlungen äußern. Ein zweiter Bereich sind die direkten operativen Komplikationen. Hier wird oft die Gefahr einer Hirnblutung genannt. In großen Studien und mehr noch in der Erfahrung erfahrener Operateure ist dies jedoch eine extrem seltene Komplikation. Davon ausdrücklich abzugrenzen sind Nebenwirkungen, die von der elektrischen Stimulation verursacht sind und durch Reduktion und Modifikation derselben verringert oder beseitigt werden können. Im Gegensatz zu den früheren Verfahren, bei denen Hirnareale unwiederbringlich zerstört wurden, kann die Stimulation jederzeit abgestellt werden.

Weitere Indikationen für eine Hirnschrittmacher-Implantation


In der Zwischenzeit haben sich weitere Indikationen für eine Hirnschrittmacher-Implantation ergeben, die zum Teil noch erprobt werden. Besonders die vorliegenden Ergebnisse bei der Behandlung schwerwiegender psychischer Erkrankungen, wie die Zwangstörungen (OCD) sind sehr ermutigend. Auch bei selteneren Bewegungsstörungen wie dem Tourette-Syndrom oder bei medikamentenverursachten Störungen (Tardive Dyskinesie) wurden gute Ergebnisse erzielt. Ein neues Feld stellt die Behandlung von Epilepsien dar.


Fazit zur Hirnschrittmacher-Implantation


Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Hirnschrittmacher-Implantation bzw. Tiefe Hirnstimulation (THS) ein aufwendiges, aber extrem wirkungsvolles Verfahren zur Behandlung von anderweitig nicht beeinflussbaren Bewegungsstörungen ist. Die Methode wird bei zu wenigen Patienten in Betracht gezogen und angewandt. Es ist zu hoffen, dass in der Zukunft mehr Patienten Zugang zu dieser sicheren und wirksamen Behandlung erhalten.

Artikelinformationen zu Hirnschrittmacher-Implantation
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Dr. med. Donatus Cyron

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