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Chronischer Husten - Hintergrund / Einleitung

Chronischer Husten


Husten ist ein physiologischer Schutzreflex, dessen wichtigste Funktion darin besteht, Substanzen, die fälschlicherweise in die Luftröhre eingedrungen sind, abzutransportieren. In den meisten Fällen handelt es sich bei Husten nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom, das durch verschiedene Krankheiten verursacht werden kann. Mögliche Ursachen für Husten sind unter anderem die Einnahme von Medikamenten, Erkrankungen der Atemwege, der Atmungsorgane oder des Magens sowie Infektionen.

Definition: Husten


Husten ist ein physiologischer Schutzreflex, der durch die Erregung von bestimmten Hustenrezeptoren ausgelöst wird. Diese befinden sich vor allem in den großen Luftwegen, aber auch im Nasen-/Rachenbereich und in der Speiseröhre. Wichtigste Aufgabe des physiologischen Hustens ist der Abtransport von Substanzen, die fälschlicherweise in die Luftröhre eingedrungen sind.

Daneben ist Husten auch ein Symptom von verschiedensten Krankheiten und muss, wenn er länger als vier Wochen besteht, immer als ein Alarmsignal aufgefasst werden. Damit verbunden ist eine genaue Anamnese, klinische Untersuchung und eine sich daraus ergebende Diagnostik. Die Schwierigkeit bei chronischem Husten besteht in einer Vielzahl von differentialdiagnostischen Möglichkeiten.

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Medikamentös induzierter Husten


Aufgrund der Anamnese muss bei chronischem Husten immer an eine Auslösung durch Medikamente, ganz besonders durch Blutdruck senkende und kardiologische Medikation gedacht werden; zu nennen sind ACE-Hemmer, Beta-Blocker oder Amiodaron.

Chronische Affektion der oberen Atemwege als Ursache für Husten


Bei chronischem Husten muss immer eine HNO-ärztliche Untersuchung und im Zweifelsfall auch eine zahnärztliche Untersuchung mit in die Diagnostik einbezogen werden, da bei chronischer Sinusitis, chronischer Otitis, z. B. ebenfalls ein persistierender Husten auftreten kann.

Gastro-oesophagealer Reflux als Ursache für Husten


Bei einer Reizung der Rezeptoren in der unteren Speiseröhre kann es zu einem rezidivierenden Husten kommen. Ganz besonders nachts können kleinste Mengen Magensaft in den Oesophagus aufsteigen und dann auch in die Luftröhre verschluckt werden, so dass hier zwei Mechanismen vorliegen, die einen rezidivierenden Husten auslösen können. In diesem Falle ist eine entsprechende Therapie der Magensäureproduktion mit Protonpumpenhemmern als diagnostischer Hinweis und als Therapie einzusetzen.

Infektiöse Ursachen für Husten


Eine Vielzahl von Infektionen äußert sich im chronischen Husten. Dabei zu nennen wären alle Erreger der klassischen Lungenentzündung, des Weiteren Keuchhusten, Tuberkulose und Erreger der akuten und chronischen Bronchitis. Eine entsprechende Verdachtsdiagnose beinhaltet eine bildgebende Diagnostik mittels Röntgenthoraxaufnahme und im Zweifelsfall auch mittels CT und bei Bedarf auch eine entsprechende Untersuchung des Sputums auf bestimmte Erreger, was bei entsprechender Schwere der Erkrankung auch bronchoskopisch durchgeführt werden muss.

Endotracheale und –brachiale Ursachen für Husten


Eine wesentliche Ursache für chronischen Husten sind mechanische Prozesse in der Luftröhre und den großen Bronchien. Das können Tumorerkrankungen sein, Fremdkörper, Sekretverhalt oder gutartige Verengungen. In diesem Falle ist häufig eine bildgebende Diagnostik nicht ausreichend, sondern es muss unbedingt auch eine entsprechende Bronchoskopie durchgeführt werden, da besonders zentrale Veränderungen nur mittels dieser Methode erkannt werden können.

Systemische Erkrankungen als Ursache für Husten


Sogenannte Systemkrankheiten, die sich in der Lunge manifestieren können, aber nicht nur an der Lunge auftreten, sondern auch andere Organe mitbefallen, können durch chronischen Husten auffallen. Dabei zu nennen sind Sarkoidose, Wegenersche Granulomatose, Churg-Strauss-Syndrom und weitere Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Diese pulmonale Manifestation kann entweder bildgebend analysiert werden oder durch eine Bronchoskopie mit einer Bronchialspülung.

Chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen als Ursache für Husten


Eine weitere Ursache für Husten können chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale und chronische Bronchitis darstellen, die sich in frühen Stadien auch ohne Atemnot, nur mit Husten, präsentieren können. Hier ist eine entsprechende Diagnostik mittels Lungenfunktion und spezifischen Provokationstests notwendig.

Extrathorakale Ursachen für Husten


Auch Veränderungen der Atemmuskulatur und da im Besonderen eine Zwerchfelllähmung können mit Husten und Atemnot einhergehen. Diese Situationen lassen sich durch die Lungenfunktion und bildgebende Verfahren analysieren.

Pulmonal-arterielle Ursachen für Husten


Auch eine Erhöhung des Blutdruckes im Lungenkreislauf oder eine Lungenembolie können mit alleinigem Husten initial auftreten. Ganz besonders die Lungenembolie, die einen zeitweiligen Husten auslösen kann, der bei rezidivierenden Lungenembolien dann immer wieder auftritt, muss unbedingt in der differentialdiagnostischen Erwägung eine Rolle spielen, da eine Lungenembolie möglichst rasch diagnostiziert werden muss, weil sie durchaus eine lebensbedrohliche Situation darstellen kann, wenn sie nicht entsprechend behandelt wird.

Artikelinformationen zu Chronischer Husten
Autor
Dr. Wolfgang Schütte

PD Dr. med. Wolfgang Schütte

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