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COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) - Symptome

Was ist ein Lungenemphysem?


Die Lunge besteht zu ca. 90 Prozent aus Lungengewebe, nämlich den sogenannten Lungenbläschen (Fachausdruck: Alveolen) und zu 10 Prozent aus den Atemwegen (Fachausdruck: Bronchien). Die Lungenbläschen haben die Aufgabe, den Sauerstoff aus der Luft (21 Prozent Sauerstoff hat die Luft, die wir atmen) in das Blut abzugeben – über die Blutbahn wird der lebensnotwendige Sauerstoff in jede Zelle des Körpers abgegeben. Wenn Lungenbläschen verloren gehen, entstehen an dieser Stelle größere Blasen (oder bullae) – Emphysemblasen. Das heißt, ein Lungenemphysem entsteht durch den Verlust von Lungenbläschen, also Lungengewebe.

Wie kommt es zur Verengung der Atemwege und zum Verlust von Lungengewebe?


Vorstufe der COPD ist oft die „chronische Bronchitis“, d.h., der Patient klagt über Husten und Auswurf. Ursache hierfür ist der Verlust bzw. die Zerstörung der sogenannten Flimmerhärchen, mit denen die Atemwege ausgekleidet sind. Diese feinsten Härchen haben die Aufgabe, den Schleim, der produziert wird, nach oben zu transportieren. Wenn diese Funktion verloren geht, entsteht das Gefühl „feststeckenden Schleims“. Eine Schädigung der Flimmerhärchen entsteht durch Zigarettenrauch oder Feinstaubbelastung (Abgase).

Lungenfunktion zur Diagnose einer COPD
Lungenfunktion zur Diagnose einer COPD
Durch die Schleimbildung entsteht eine Verengung der Atemwege, zusätzlich kommt ein Entzündungsprozess in Gang, der wiederum zur Verengung der Atemwege beiträgt. Diese Atemwegsverengung ist messbar in der Lungenfunktion als sogenannter Einsekunden-Wert (FEV1), also die Menge an Luft, die in einer Sekunde maximal ausgeatmet werden kann. Von diesem Einsekunden-Wert hängt auch der Schweregrad der COPD-Erkrankung ab (nach der sogenannten GOLD-Klassifikation): Wenn man beispielsweise nur noch weniger als 30 Prozent vom Sollwert (abhängig von Alter, Geschlecht, Körpergewicht) in einer Sekunde ausatmen kann, so ist der Schweregrad IV erreicht, hier hat man schwere körperliche Einschränkungen.

Eine wichtige Rolle für die Schwere des Krankheitsbildes spielt auch die sogenannte Überblähung: Bei einem Patienten mit Atemwegsverengung funktioniert die Einatmung noch, Luft kann noch gut in die Lunge einströmen aber dann: Bei der Ausatmung kommt es zum sogenannten Kollaps der Atemwege, die Bronchien fallen zusammen, keine Luft geht mehr hinaus. Folge: Restluft bleibt in der Lunge zurück, die Lunge wird überbläht, das Zwerchfell, der Haupt-Atemmuskel wird nach unten, Richtung Bauchraum, gedrückt – die Atemmechanik funktioniert nicht mehr. Auch die Überblähung kann man in der Lungenfunktion messen.

Welche Folgen hat eine COPD?


Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung kann es zu Folgeerscheinungen kommen:
  • Der Körper wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, heutzutage kann man Sauerstoff in Form einer „Langzeit-Therapie“ – also mindestens 16, besser 24 Stunden täglich zu sich nehmen.
  • Die Lungen schaffen es nicht mehr, CO2, also Kohlendioxid, ausreichend wegzuatmen. Kohlendioxid entsteht als Stoffwechselprodukt des Körpers und muss über die Lungen abgeatmet werden. Wenn sich Kohlendioxid im Körper anreichert entsteht Müdigkeit, Schwäche, Einschlafneigung, bis hin zum Koma. Heutzutage kann man Patienten mit hohem Kohlendioxid-Wert (sichtbar in der sogenannten Blutgasanalyse aus dem Ohrläppchen) ein Beatmungsgerät mit Atemmaske geben. Dieses Gerät wird bevorzugt nachts angewendet und unterstützt die Lungen bei der Abatmung von Kohlendioxid.
  • Wenn Lungengewebe verloren gegangen ist, müssen sich die Atemmuskeln gewaltig anstrengen, damit genügend Luft in die Lungen kommt. Dies führt zu einem starken Energieverbrauch. Ein Patient mit COPD kann bis zu 15-mal mehr Kalorien für seine Atmung verbrauchen als der Gesunde – Untergewicht kann die Folge sein. Muskelmasse geht verloren, Knochenschwund (Osteoporose) kann begünstigt werden.
  • Dauernde Atemnot kann zu Angst- und Panickattacken und letztendlich auch zu Depressionen führen.

Artikelinformationen zu COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
Autor
Michael Schnölzer

Michael Schnölzer

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