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COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) - Behandlung / Therapie

Was kann man gegen COPD tun?


Lange Zeit schwebte der Hauch der Hoffnungslosigkeit über der COPD: Chronisch und unabdingbar voranschreitend, nicht aufzuhalten – dass war der Tenor. In den letzten zwei Jahrzehnten hat man viel über COPD gelernt und kann inzwischen eine breit gefächerte medikamentöse Therapie einsetzen. Es gibt langwirksame Öffner der Bronchien in Form von Dosieraerosolen, also zur Inhalation, es gibt seit kurzem neben Kortison ein weiteres entzündungshemmendes Medikament in Tablettenform – einiges hat sich hier in letzter Zeit getan.

Aber auch verschiedene Methoden zur Verminderung der Überblähung, also zur Verkleinerung des Lungenvolumens werden inzwischen angeboten: Man setzt mittels Bronchoskop (zur Spiegelung der Atemwege) Ventile in die Bronchien. Diese lassen die Luft noch raus, aber nicht mehr in die Lunge hinein: Der behandelte Lungenbezirk fällt dadurch zusammen mit der Konsequenz, dass die Lunge im Brustkorb wieder besser Platz findet, die Beweglichkeit des Zwerchfells nimmt zu. Die Ventilmethode ist inzwischen etabliert, mehrere andere Verfahren, mit dem Bronchoskop eine Verkleinerung des Lungenvolumens zu erreichen, sind in Erprobung. Dies ist inzwischen eine komplizierte Materie geworden (welches Verfahren für welchen Patienten?), ebenso wie die Möglichkeit einer Lungentransplantation. Hier ist eine Beratung durch ein Lungenzentrum angezeigt und sinnvoll.

Nichtmedikamentöse Behandlung von COPD


Eine entscheidende Therapieform wird leider gerne und bis zum heutigen Tag vergessen, sehr zum Leidwesen der in der Rehabilitation tätigen: Die verschiedenen Möglichkeiten der nichtmedikamentösen Behandlung von COPD!

Was heißt das? Das heißt, ich kann und ich muss selbst etwas in die Hand nehmen um gegen meine Erkrankung anzukämpfen. Und es ist inzwischen bewiesen, dass dies auch klappt.

Körperliches Training zur Behandlung von COPD

Auf die richtige Atemtechnik kommt es an
Auf die richtige Atemtechnik kommt es an

An erster Stelle steht bei der nichtmedikamentösen Behandlung von COPD angemessenes körperliches Training, um mir meine Muskeln (auch Atemmuskeln) zu erhalten und sie aufzubauen (Gymnastik, Training mit dem Theraband, Training an Geräten). Genauso wichtig: Training meines Kreislaufs und damit der Lunge – Ausdauersport. Die Möglichkeiten sind hier vielfältig: Schwimmen, Radfahren, Walken, Tanzen und so weiter. Und immer muss betont werden: Trainieren kann jeder, auch dann, wenn er Sauerstoff benötigt und einen Rollator braucht. Man kann mit 30 Sekunden langsamen gehen anfangen und sich so von Woche zu Woche steigern. Entscheidend ist hierbei natürlich auch die Anwendung der richtigen Atemtechnik, die immer wieder vermittelt werden muss.
Erhalt der Muskulatur, wichtig bei der COPD
Erhalt der Muskulatur, wichtig bei der COPD
Wassergymnastik, auch mit Sauerstoff
Wassergymnastik, auch mit Sauerstoff

Inzwischen konnte folgendes bewiesen werden: Das körperliche Training steigert bei Patienten mit COPD die Lebensqualität. Es vermindert krankheitsbedingte Beschwerden (Husten, Auswurf, Atemnot). Und: Das körperliche Training hat beim Krankheitsbild COPD denselben Stellenwert wie die medikamentöse Behandlung. Man hat selber etwas in der Hand, um die Krankheit zu verzögern, vielleicht sogar zu stoppen.

Weitere Maßnahmen zur Behandlung von COPD


Wichtige weitere Schritte, sich selbst zu helfen und gegen die Erkrankung anzukämpfen sind:
  • Schulungsmaßnahmen: Wie kann ich mir bei einer Verschlechterung der Erkrankung (sogenannte Exazerbation) selbst helfen?
  • Inhalation, z.B. mit Sole (Salzlösung) zur Förderung der Schleimlösung
  • bei dauerhafter oder immer wiederkehrender Verschleimung kann man kleine Hilfsmittel einsetzen – Flutter oder Cornet genannt. Durch Hineinpusten wird der Brustkorb in Schwingung versetzt, der Schleim kann sich von den Bronchien lösen (und immer auf die ausreichende Trinkmenge achten!)
  • wenn man mit einer festgestellten COPD weiter raucht, wird sich das Krankheitsbild verschlechtern, soviel weiß man. Also steht die Möglichkeit der Tabakentwöhnung – so der Fachausdruck – bei diesen Patienten an erster Stelle. Die höchste Erfolgsquote hat man hier mit psychologischer Unterstützung und Gruppentherapie, leider fehlt es noch an ambulanten Angeboten. Eine Lungen-Reha-Klinik bietet diese Therapie in aller Regel an.

Fazit zur COPD


Die COPD ist eine sehr häufige, aber auch häufig zu wenig wahrgenommene Erkrankung. Sie ist chronisch, aber man hat selber Möglichkeiten, gegen sie anzukämpfen. Man kann seine Lebensqualität trotz COPD erhalten und steigern – aber Motivation und Wille ist Voraussetzung.

Artikelinformationen zu COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
Autor
Michael Schnölzer

Michael Schnölzer

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