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Tiefe Hirnstimulation (Hirnschrittmacher) - Hintergrund

Tiefe Hirnstimulation (Hirnschrittmacher)


Bei der Tiefen Hirnstimulation (THS) – auch bekannt unter dem Begriff Hirnschrittmacher – handelt es sich um ein Therapieverfahren, mit dem Bewegungsstörungen wie sie etwa bei Parkinson, Tremorsyndromen und Dystonien auftreten, behandelt werden. Dem Patienten werden bei einer Tiefen Hirnstimulation ein oder zwei dünne Elektroden ins Gehirn implantiert, die durch gezielt gesteuerte elektrische Impulse die Bewegungsstörungen reduzieren sollen.

Was ist eine Tiefe Hirnstimulation?


Die Tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein seit mehr als 15 Jahren etabliertes, sehr wirksames Therapieverfahren für verschiedene Bewegungsstörungen. Heutzutage ist die Tiefe Hirnstimulation aus der modernen Neurologie nicht mehr wegzudenken. Im Jahr 1995 wurde die Tiefe Hirnstimulation in Europa zunächst zur Behandlung von Tremorsyndromen zugelassen. 1998 erfolgte die Therapiezulassung für die Parkinson-Krankheit und im Jahr 2003 für generalisierte und segmentale Dystonien. Bei diesen Erkrankungen werden heutzutage die Kosten für eine Tiefe Hirnstimulation von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.


Die Behandlung der Bewegungsstörungen mit der Tiefen Hirnstimulation erfolgt innerhalb spezieller Kernstrukturen des Gehirns mittels eines gezielt gesteuerten elektrischen Impulses. Dieser „Störsender“ unterdrückt die krankhafte Information im Gehirn, wodurch die äußeren Symptome deutlich reduziert werden können. In mehreren nationalen und internationalen Studien wurde nachgewiesen, dass die Tiefe Hirnstimulation eine substantielle Verbesserung der Beweglichkeit und eine nachhaltige Verminderung des Tremors bewirkt. Dies bedeutet nicht nur eine Minderung des Behinderungsgrades, sondern insbesondere eine Wiedererlangung einer zumeist nicht mehr gekannten Unabhängigkeit für den Betroffenen, die zu einer signifikanten Steigerung der Lebensqualität führt.


Wann kommt die Tiefe Hirnstimulation zum Einsatz?


Die Tiefe Hirnstimulation kommt prinzipiell bei folgenden Erkrankungen und Voraussetzungen zum Einsatz:
  • Essentieller Tremor: wenn der Tremor trotz optimaler medikamentöser Therapie zu einer funktionellen Einschränkung mit relevanter Alltagsbeeinträchtigung führt
  • M. Parkinson
  1. wenn es im Krankheitsverlauf nach anfänglich gutem Ansprechen auf die medikamentöse Therapie zu sogenannten motorischen Fluktuationen, d.h. zu Schwankungen der Beweglichkeit mit zunehmenden Phasen der Über- oder Unterbeweglichkeit, kommt und/oder
  2. wenn ein Tremor, d.h. ein unwillkürliches Muskelzittern, im Vordergrund des Beschwerdebildes steht, das nur unzureichend oder gar nicht durch eine medikamentöse Therapie beeinflusst werden kann
  • Dystonie: wenn eine idiopathische (ohne erkennbare Ursachen entstandene) Dystonie besteht, die weder medikamentös noch mit Botulinumtoxin ausreichend behandelt werden kann

Artikelinformationen zu Tiefe Hirnstimulation (Hirnschrittmacher)
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Univ.-Prof. Dr. med. Alfons Schnitzler

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