
Eine allergische Reaktion kann man allgemein als eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems (körpereigene Abwehr) betrachten, welches eigentlich schädliche Substanzen erkennen und vernichten soll. Bei einer Nahrungsmittelallergie können schon kleinste Konzentrationen eines Lebensmittels in kurzer Zeit zu allergischen Körperreaktionen führen.
Jeder Vierte in Deutschland glaubt, an einer Nahrungsmittelallergie zu leiden, doch sind von echten allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel nur ca. 3-10% der Kinder (bei 80% von ihnen verliert sich die Nahrungsmittelallergie in den ersten Lebensjahren wieder) und nur 1-2% der Erwachsenen (Frauen doppelt so häufig wie Männer) betroffen, das sind schätzungsweise 5% der Bundesbürger (mit steigender Tendenz). Nach den Allergien gegen Pollen und Hausstaubmilben ist die Nahrungsmittelallergie mit der Neurodermitis die dritthäufigste Allergieerscheinung in Deutschland.
Für die Zunahme der Allergien allgemein werden neben der genetischen Disposition besonders die fehlende Stimulanz des Immumsystems durch eine immer steriler werdende Umwelt verantwortlich gemacht. Auch die zunehmende Kontamination der Umwelt wird als Auslöser diskutiert. Speziell die Nahrungsmittelallergien sind jedoch auch von den Essgewohnheiten abhängig. Die klinische Erfahrung zeigt, dass z.B. durch den vermehrten Genuss von Soja auch die allergischen Reaktionen darauf zunehmen. Ein deutlich erweitertes Nahrungsmittelangebot (z.B. exotische Früchte wie Kiwis und Litchies), welches das ganze Jahr über zur Verfügung steht (saisonale Früchte wie Erdbeeren, Tomaten und Äpfel sind durchgängig zu kaufen), sowie eine steigende Tendenz zu stark verarbeiteten Lebensmitteln sind gleichzeitig auch verbunden mit einer Zunahme potenzieller Allergene. Doch drastische Zunahmen der Nahrungsmittelallergien sind in Deutschland dennoch nicht zu verzeichnen.
Häufig - insbesondere bei Erwachsenen- treten auch Allergengemeinschaften auf, sogenannte Kreuzallergien. Dieses können Gemeinschaften zwischen Nahrungsmitteln untereinander, aber auch häufig zwischen Nahrungsmitteln und Pollen sein (pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie). Oft wird auch die Neurodermitis bei Kindern mit einer Nahrungsmittelallergie in Verbindung gebracht. Wissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass Neurodermits keine Folge einer echten Nahrungsmittelallergie ist. Doch Kreuzallergien mit Nahrungsmitteln sind bei Neurodermitikern nicht selten, allerdings sind diese durch das ähnliche Beschwerdebild (juckende Hautirritationen) schwer von der eigentlichen Neurodermitis abgrenzbar.
Nahrungsmittelallergien sind meistens auf eine allergische Reaktion des sog. Sofort Typs zurückzuführen. Hierbei treten die Symptome direkt nach der Aufnahme des Nahrungsmittels auf. Der erste Kontakt mit der auslösenden Substanz, dem Allergen (=Antigen) verläuft ohne äußere Symptome; es kommt aber im Körper zur Bildung von Antikörpern (Ig-E), die bei einem zweiten Kontakt die Freisetzung von entzündungsfördernden Substanzen, den sog. Mediatoren (z.B. Histamin) hervorrufen, welche die eigentlichen allergischen Reaktionen des Körpers bewirken. Häufig sind diese Reaktionen örtlich begrenzt. Bei ei ner Ausweitung der allergischen Reaktion auf den gesamten Organismus kann es jedoch zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommen, zum anaphylaktischen Schock. Dieser ist verbunden mit einem starken Blutdruckabfall, einer Erhöhung der Herzfrequenz, einer Verengung der Bronchien und Schwellungen und Ödeme im Bereich des Kehlkopfes.
Neben den Nahrungsmittelallergien kommen auch die nicht immunologisch bedingten Nahrungsmittelintoleranzen vor. Diese werden durch Enzymdefekte verursacht (z.B. eine Milchzuckerintoleranz durch das Fehlen des Enzyms Lactase). Hierbei können bestimmte Nahrungsmittelbestandteile vom Körper nicht verdaut werden. Pseudoallergische Reaktionen entstehen im Gegensatz zu den Nahrungsmittelallergien häufig in Abhängigkeit von der aufgenommenen Dosis einer auslösenden Substanz in den Lebensmitteln. Diese können in den verschiedensten Lebensmittelzusatzstoffen enthalten sein wie den Farbstoffen (insbesondere die Azofarbstoffe) Aroma- und Konservierungsstoffen (Benzoesäure, Sulfit, Acetylsalicylsäure), Aspirin und anderen natürlichen Salicylaten (viel in Beerenfrüchten, Orangen, Aprikosen, Ananas, Gurken, Oliven, Weintrauben, Wein, besonders viel in Gewürzen) und biogenen Aminen wie das Histamin, Tyramin oder Serotonin.
Diese sind entweder natürlicherweise in den Lebensmitteln in hoher Konzentration enthalten (z.B. Rotwein, Fisch) oder entstehen bei der Gärung (Sauerkraut!) oder Fermetation (Käse!) bzw. bei dem Verderb von Lebensmitteln durch Mikroorganismen. Häufig treten bei der Pseudoallergie Symptome wie Nesselsucht, Kopfschmerz, Übelkeit, Durchfall und Juckreiz erst nach mehreren Stunden Verzögerung auf, halten jedoch länger an als bei der Nahrungsmittelallergie. Bei allen genannten nicht immunologisch bedingten Reaktionen des Körpers auf bestimmte Nahrungsmittel werden keine Antikörper gebildet, da der Körper auf diese Nahrungsmittel direkt reagiert. Dabei gleicht die Symptomatik oft der einer echten Nahrungsmittelallergie.
Besonders häufig sind:
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