
Die chronische Bronchitis äussert sich durch die gleichen Symptome wie die akute Bronchitis. Von einer chronischen Bronchitis spricht man laut Weltgesundheitsorganisation (WHO), wenn über den Zeitraum von zwei Jahren (bei Kindern ein Jahr) mindestens drei Monate Husten oder andere Bronchitiszeichen auftreten. Raucher sind deutlich stärker betroffen als Nichtraucher. Männer erkranken zweimal häufiger als Frauen. Die Erkrankungshäufigkeit steigt mit zunehmendem Alter und erreicht ihren Höhepunkt im 7. Lebensjahrzehnt.
Einfache chronische Bronchitis: Schleimig weißer Auswurf ohne bronchiale Obstruktion (so genannter Raucherhusten).
Chronisch obstruktive Bronchitis: Auswurf bei Obstruktion durch zähes Sputum (Dyskrinie) und Schleimhautschwellung.
Obstruktives Emphysem: Wie chronisch obstruktive Bronchitis, aber zusätzlich mit vergrössertem Residualvolumen und verminderter Gasaustauschfläche.
Wiederholtes Auftreten einer akuten Bronchitis kann zu einer chronischen Bronchitis führen. Aber auch nach anderen Erkrankungen, beispielsweise Keuchhusten, sowie durch chronische Schädigungen (Tabakrauch, staubige Luft in Steinbrüchen, Schleifereien, Spinnereien, Webereien, Bäckereien, Mühlen u.a.) kann sich im Laufe der Zeit eine chronische Bronchitis einstellen. Auch bei Stauungszuständen im Lungenkreislauf, chronischen Herz- und Nierenkrankheiten, bei Rundrücken und bei Rippenfellverwachsungen finden wir chronische Bronchitis. Bei älteren Menschen entwickelt sich nicht selten eine Lungenblähung, die ihrerseits häufige Ursache einer chronischen Bronchitis ist.
Typischerweise hat der Patient zunächst jahrelang kaum Beschwerden. Der vorwiegend am Morgen in Erscheinung tretende Husten mit schleimig-weißem Auswurf wird von den meisten nicht ernst genommen. Die übermäßige Schleimproduktion verlegt die kleinen Atemwege (Bronchioli), erschwert die Ausatmung und provoziert Husten. Durch den andauernden starken Husten können die Lungenbläschen überdehnt werden.
Der ständige Reiz und die dauernde Entzündung der Atemwege fördert im Laufe der Jahre den Umbau des Lungengewebes. Dieser Prozess fördert die Überblähung der Lungenbläschen und ermöglicht das Entstehen einer Blählunge. Das krankhaft veränderte Lungengewebe kann den normalen Gasaustausch nicht ausreichend gewährleisten. Die Betroffenen klagen deshalb über Atemnot, die zunächst nur unter Belastung, später auch in Ruhe auftritt.
Ausserdem neigen die Patienten wesentlich häufiger zu bakteriellen Infekten, die mit hohem Fieber, einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens und eitrigem Auswurf einhergehen. Diese bakterielle Infektion des vorgeschädigten Gewebes wird als Infektexazerbation bezeichnet. Die chronische Bronchitis entsteht als Folge dieser Überblähung und der Einengung der Atemwege durch den Schleim.
Im Endstadium der Erkrankung kommen Sauerstoffmangel, Kohlendioxidanreicherung, Rechtsherzbelastung und später Rechtsherzschwäche (Cor pulmonale) hinzu. Eine herdförmige Lung enentzündung entsteht bei Übergreifen der Bronchialentzündung auf die Lungenumgebung. In den erweiterten Lungenbläschen kann es zu Lungenabszessen und Lungengangrän kommen.
Die Diagnosestellung ist in der Regel anhand des klinischen Bildes möglich. Zur Einschätzung des Schweregrades und zum Ausschluss weiterer Erkrankungen sind aber erforderlich:
Die chronische Bronchitis bedarf einer energischen, ausdauernden Behandlung, sonst kommt es zu den bereits oben aufgezählten Folgeerscheinungen. Wenn es schon zu einer Lungenblähung gekommen ist, ist die chronische Bronchitis besonders schwierig zu behandeln, da beide Leiden sich gegenseitig verschlimmern.
Rauchen und Aufenthalt in verrauchten Räumen oder schadstoffbelasteter Luft sind für einen Kranken besonders schädlich und beeinträchtigen die Heilungschancen ganz erheblich. Besonders muss darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer Unterkühlung kommt. Schon eine leichte Erkältung, die einem gesunden Menschen kaum schadet, kann eine chronische Bronchitis bedrohlich verstärken.
Die ausführliche Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) kann schon richtungsweisende Hinweise auf die Erkrankung bringen. Findet sich die Kombination Husten, jahrelanges Rauchen, Staubbelastung und chemische Reizstoffe am Arbeitsplatz so kann die Diagnose chronische Bronchitis als gesichert gelten.
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