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Knochendichtemessung

Knochendichtemessung


Mit der Knochendichtemessung kann das Risiko für die Entwicklung von Osteoporose, einer Stoffwechselerkrankung der Knochen, bestimmt werden.

Die Osteoporose (Knochenschwund) ist eine weit verbreitete Erkrankung, an der allein in Deutschland mehrere Millionen Menschen (etwa jede 3. Frau und jeder 5. Mann im Alter über 50 Jahren) leiden. Im Verlauf der Osteoporose kommt es zu einer Verringerung der Knochenmasse und einer Veränderung der Knochenstruktur. Als Folge verliert der Knochen an Stabilität und kann leichter brechen.

Bei etwa 30 bis 40 % aller Frauen tritt die Osteoporose nach den Wechseljahren auf, weil die Produktion der weiblichen Hormone (in erster Linie der Östrogene) und damit deren bremsender Einfluss auf knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) ausbleibt. Männer erkranken deutlich seltener.

Eine sekundäre Osteoporose liegt vor, wenn der Knochenschwund als Folge anderer Erkrankungen wie z. B. entzündlich-rheumatischer Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew), Schilddrüsenüberfunktionen und anderer seltenerer Hormonstörungen oder chronischer Magen-Darm-Erkrankungen mit gestörter Kalziumaufnahme auftritt. Ungünstige Ernährungsfaktoren, insbesondere phosphatreiche Lebensmittel und eine kalziumarme Ernährung, aber auch Bewegungsmangel und bestimmte Medikamente (z. B. Kortisonpräparate) können ebenfalls zu einer Osteoporose beitragen.

Wie wird die Konochendichte gemessen?

Um Knochenbrüche zu vermeiden, sollte ein Osteoporoserisiko so früh wie möglich erkannt werden. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Knochendichtemessung zu. Prinzipiell kann die Knochendichte mit drei verschiedenen Verfahren gemessen werden:

  • Ultraschall - US-Methode, Osteosonografie
  • Dual-X-ray-Absorptiometrie - DXA-Methode, Röntgenuntersuchung von Wirbelsäule oder Oberschenkelhals
  • Computertomografie der Lendenwirbelsäule ("quantitative computer tomography", QCT-Methode), periphere Comoutertomografie des Unterarms (pQCT-Methode)
  • hoch auflösende ("high resolution") periphere Computertomographie des Unterarms oder Unterschenkels (HRpQCT-Methode)

Jedes dieser Verfahren erfasst unterschiedliche Eigenschaften des Knochens und zeigt daher bestimmte Vor- und Nachteile. Die Knochendichte lässt sich im eigentlichen physikalischen Sinne (als Masse pro Volumen) nur mit der Computertomografie bestimmen, die auch eine Darstellung der Knochenfeinstruktur ermöglicht. Die DXA-Methode gilt zwar weithin noch immer als das zuverlässigste Verfahren zur Knochendichtebestimmung; sie gerät aber aufgrund der Tatsache, dass mit der dabei eingesetzten Röntgentechnik technisch bedingt nur eine fehlerbehaftete zweidimensionale "Flächendichte" (Masse pro Flächeneinheit) bestimmt werden kann und auch Aussagen zur Feinstruktur der Knochen nicht möglich sind, mehr und mehr in die Kritik. Mittels Ultraschall ist lediglich eine statistische Abschätzung des Knochenbruchrisikos möglich; dafür kommt dieses Verfahren gänzlich ohne den Einsatz schädlicher Strahlung aus.

Um eine Osteoporose sicher diagnostizieren zu können, sind neben der Knochendichtemessung auch Laboruntersuchungen notwendig. Diese dienen vor allem dazu, andere Erkrankungen, die ebenfalls mit einer erniedrigten Knochendichte einhergehen, erkennen zu können. Sind diese Untersuchungen unauffällig und ist die Knochendichte erniedrigt, so ist von der am häufigsten auftretenden Osteoporose nach den Wechseljahren auszugehen. Der Beginn der Menopause ist daher ein sinnvoller Zeitpunkt für eine erstmalige Knochendichtemessung. Bei Männern sollte die Frage, wann eine solche Untersuchung empfehlenswert ist, anhand eventuell vorhandener Risikofaktoren beantwortet werden. Die Knochendichte ändert sich in der Regel nur sehr langsam. Liegt eine Osteoporose vor und wird diese therapiert, sind im Abstand von jeweils zwei Jahren Wiederholungsmessungen durchzuführen. Bei Patienten, die Kortisonpräparate einnehmen müssen, sollte eine Kontrollmessung bereits nach 6 bis 12 Monaten erfolgen.



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Dr. R. Behrens

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