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Knochen röntgen

Röntgenuntersuchung der Knochen

Konventionelle Röntgenaufnahmen der Knochen sind für die Mehrzahl der orthopädischen Krankheitsbilder unerlässlich und oft entscheidend für die Diagnose und therapeutischen Konsequenzen.

Dabei sind die Anforderungen des Strahlenschutzes sowohl bei der Indikation (Vermeidung unnötiger Aufnahmen!) als auch bei der Durchführung (Möglichst geringe Strahlenexposition, Bleiabdeckung gefährdeter Körperteile) zu berücksichtigen.
Die Röntgendiagnostik beruht auf der unterschiedlichen Strahlenabschwächung der durchstrahlten Gewebe, die wesentlich von ihrer Dichte und Dicke, aber auch von der gewählten Wellenlänge abhängt.

Bei Auswertung der Knochenaufnahmen richten wir uns nach zwei Hauptkriterien: den Randkonturen, die der anatomischen Norm entsprechen müssen und im pathologischen Falle unterbrochen, unklar-verwaschen, verdichtet, deformiert oder teilweise ausgelöscht sein können, und der intraossalen Strukturzeichnung. Sie gibt vor allem Auskunft über die Qualität und Richtung der Trabekelstruktur sowie die Dichteverhältnisse des Knochens (Dichtezunahme – Sklerose, Dichteabnahme, diffus oder lokalisiert – Dystrophie, Atrophie, Osteoporose, Osteolyse).

  • In den meisten Fällen reichen Standartaufnahmen aus, die in der Regel in zwei senkrecht zueinander stehenden Ebenen aufgenommen werden. Bei paarigen Körperteilen ist oft die Gegenseite zu Vergleichzwecken gleichzeitig mit darzustellen. Immer ist eine korrekte Einstelltechnik besonders wichtig, da schon geringe Projektionsfehler zu Fehldeutungen führen können. Gewöhnlich werden Röntgenaufnahmen zur Morphologie im Liegen erstellt. Aufnahmen im Stehen informieren darüber hinaus noch über die statische Situation unter Belastung, z.B. an der Wirbelsäule und an den unteren Extremitäten. Sog. gehaltene Röntgenaufnahmen (› Abb. 16.44a) sind angezeigt, wenn eine abnorme Beweglichkeit bzw. Instabilität nach Bandverletzungen (z.B. am oberen Sprunggelenk) aufgedeckt werden soll.
  • Funktionsaufnahmen sind Übersichtsaufnahmen in unterschiedlichen Haltungs- und Bewegungsphasen (z.B. Halswirbelsäule seitlich in maximaler Flexion und Extension oder frontal in Seitneigung nach links und rechts).
    In vielen Fällen erlauben spezielle Techniken bessere oder weitergehende Aufschlüsse:
  • Schichtaufnahmen informieren über Tiefe und Tiefenausdehnung eines pathologischen Befundes.
  • Xeroradiographien sind nützlich für die Abbildung weichteiliger Strukturen und die Abgrenzung von Tumoren.
  • Kontrastmittelaufnahmen erfolgen nach der Injektion heute meist wasserlöslicher Röntgenkontrastmittel und/oder Luft in Gelenke, in den Spinalkanal, in Hohlräume und Fisteln und durch die Kontrastdarstellung von Gefäßen (Subtraktionsangiographie zur Hervorhebung bestimmter Gefäßformationen).
  • Die Computertomographie ist eine Röntgentechnik, die eine differenzierte Strukturanalyse verschiedener Körpergewebe anhand unterschiedlicher Dichteverhältnisse ermöglicht. Sie erlaubt damit eine detaillierte Beurteilung z.B. der From und Ausdehnung von Knochen- und Weichteilprozessen und liefert entscheidende Hinweise für die Detailplanung operativer Eingriffe (etwa bei der Rekonstruktion komplizierter Frakturen, bei Tumoren, bei Bandscheibenvorfällen etc.).

Die Vorteile der überlagerungsfreien Abbildungsmöglichkeit sind vor allem bei der Darstellung tiefer, unübersichtlicher Regionen, wie im Bereich mancher Gelenke und der Wirbelsäule wertvoll. Die dreidimensionale Bildgestaltung nach den Daten der CT ist aufwendig und mit relativ hoher Strahlenbelastung verbunden, die Indikation zur CT sollte daher mit kritischer Zurückhaltung gestellt werden.


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medführer

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