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Wirbelbruch (Wirbelfraktur, Wirbelkörperfraktur) bei Osteoporose - Diagnose

Die Diagnostik bei osteoporose-bedingten Wirbelfrakturen (Wirbelbrüchen, Wirbelkörperfrakturen)

Die Anamnese, die Alter, Körpergrößen- und Gewichtsveränderungen sowie aktuelle Beschwerden, Vorerkrankungen, Risikofaktoren, Frakturen und Stürze erfasst, ermöglicht erste differentialdiagnostische Schlüsse hinsichtlich primärer und sekundärer Osteoporoseformen. Bei der klinischen Untersuchung kommt der Wirbelsäule eine besondere Bedeutung zu. Insbesondere im Frühstadium sind Wirbelkörperfrakturen nach einem akuten Schmerzereignis überraschend häufig symptomarm. Erst im späteren Verlauf kommt es zur Ausbildung der typischen sekundären Veränderungen, wie z.B. des „Witwenbuckels“ oder des „Tannenbaumphänomens“ (Hautfältelung am Rücken) mit den dann auftretenden statischen Problemen. Eine Größenbestimmung und deren Vergleich mit einer früheren Größenangabe (z.B. Personalausweis) kann beim Erkennen von asymptomatischen Frakturen hilfreich sein. Laborchemisch werden neben der Durchführung eines Blutbildes auch die Bestimmung von Kalzium, Phosphat, alkalische Phosphatase, Gamma-GT, Kreatinin, Immunelektrophorese, C-reaktivem Protein und basalem TSH empfohlen. Die Messung wird von Knochenumbaumarker wird aufgrund mangelnder Standardisierung für die Routine nicht empfohlen.

Die derzeit noch gültige und von der WHO empfohlene Einteilung des Osteoporose-Schweregrades bezieht sich primär auf die mittels DXA-Verfahren (dual-energy X-ray absorptiometry) bei Frauen an der Lendenwirbelsäule ermittelte Knochendichte. Das Messprinzip dieses Flächenmessverfahrens besteht aus einer Quantifizierung des ossären Kalzium-Hydroxylapatit-Gehalts als Marker der Knochenmasse. Eine manifeste Osteoporose wird diagnostiziert, wenn die Knochendichte um mehr als 2,5 Standardabweichungen (SD) vom durchschnittlichen Messwert gesunder 30-jähriger Frauen nach unten abweicht (T-Score < -2,5 SD). Liegt die ermittelte Knochendichte im T-Score hingegen zwischen -1,0 SD und -2,5 SD, so wird gelegentlich auch noch von einer Osteopenie gesprochen. Die Diagnostik bei Männern ist mit höheren Unsicherheitsfaktoren behaftet. Sie basiert, in Anlehnung an das Vorgehen bei Frauen, auf der Ermittlung des T-Score in Bezug auf junge, gesunde Männer.

Weitere Messverfahren zur Bestimmung der Knochendichte sind die Einzel-Röntgen-Energie- Absorptiometrie (SXA), die periphere Doppel-Röntgen Energie-Absorptiometrie (dual-energy X-ray absorptiometry, pDXA), die quantitative Computertomografie (QCT), die periphere quantitative Computertomografie (pQCT) oder der quantitative Ultraschall (QUS). Die Wahl des Meßortes hat entscheidenden Einfluss auf die Sensitivität und Spezifizität der Messung. Eine Messung an einem einzigen Ort hat eine deutlich schlechtere prognostische Wertigkeit als die Kombination von Werten aus mehreren Messorten.

Evidenz-basierte Osteoporoseleitlinien empfehlen Messungen an Wirbelsäule und Schenkelhals durchzuführen. Da bei der Messung an der Wirbelsäule älterer Personen besondere messtechnische Probleme (Aortensklerose, degenerative Veränderungen) vorliegen, sollte diese bei über 75-jährigen Frauen primär nicht erfolgen. Die konventionelle Röntgenaufnahmen von Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule haben ihren festen Platz bei der Diagnostik von Frakturen. Eine sichere Beurteilung der Knochendichte ist allerdings nicht möglich.

>> Weitere Informationen zum Wirbelbruch finden Sie auf www.operation-wirbelsaeule.de

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