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Wirbelbruch (Wirbelfraktur, Wirbelkörperfraktur) bei Osteoporose - Behandlung / Therapie

Behandlungsmethode bei osteoporoseassoziierten Wirbelfrakturen (Wirbelkörperbrüchen)

Zur raschen Schmerzreduktion und Stabilisierung von eingebrochenen Wirbelkörpern wird Knochenzement in die betroffenen Wirbelkörper (Kyphoplastie, Vertebroplastie) eingebracht und dadurch stabilisiert. Dies wird in der Regel minimal-invasiv durch einen kleinen Hautschnitt vorgenommen. Die Technik basiert dabei auf den Erfahrungen bei der chirurgischen Ausräumung von Tumoren aus den achtziger Jahren.

Die Ballon-Kyphoplastie zur Behandlung eines Wirbelbruchs (Wirbelfraktur) bei Osteoporose

Die Ballon-Kyphoplastie ist ein relativ neues Therapiekonzept: Der eingebrochene Wirbel wird zunächst durch einen Ballon von innen wieder aufgerichtet und in den entstandenen Hohlraum wird Knochenzement zur Stabilisierung eingespritzt. Nach der vorliegenden Studienlage kann bei einem großen Teil der Patienten (75-90 %), die für eine Kyphoplastie in Frage kommen, die Schmerzsituation deutlich verbessert werden. Die Komplikationsrate ist dabei relativ gering. Durch den minimal-invasiven Charakter und die geringe Operationsdauer von ca. 30 Minuten eignet sich das Verfahren auch für Patienten mit Vorerkrankungen.

Der Eingriff findet, abhängig von den jeweiligen Voraussetzungen, in lokaler Betäubung oder in Allgemeinnarkose statt. Ein Ballon-Katheter wird perkutan in den zusammengebrochenen Wirbelkörper eingeführt und aufgedehnt. Die ursprüngliche Höhe des zusammengedrückten Wirbelkörpers kann dadurch wiederhergestellt werden. Anschließend wird der Ballon entfernt und der entstandene Hohlraum mit Knochenzement unter geringem Druck gefüllt. Der wieder aufgerichtete Wirbelkörper ist dauerhaft stabilisiert (Abb. 2, 3). Die Patienten können bereits am Folgetag mit einer speziell für Osteoporosepatienten entwickelten Orthese mobilisiert werden.

 

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Die Vertobroplastie zur Therapie von osteoporoseassoziierten Wirbelfrakturen (Wirbelkörperbrüchen)

Die Vertebroplastie ist ein Vorläuferverfahren der Kyphoplastie. Auch hierbei wird durch Einspritzung von Kunststoff der Wirbel stabilisiert. Im Unterschied zur Kyphoplastie wird der Wirbel nicht mit einem Ballon aufgedehnt. Das Verfahren wird häufig bei Wirbelkörpern verwendet, die nur eine geringe Impression zeigen oder die direkt einem Wirbel benachbart sind, der mit der Kyphoplastie stabilisiert wurde.

 

Kriterien für einen Eingriff 

  • symptomatische (schmerzhafte) akut aufgetretene stabile Sinterungsfrakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule bei Osteoporose (Alter max. 3 Monate) 
  • pathologische Wirbelkörperfrakturen bei Metastasen und Wirbelkörpertumoren (Hämangiom, Multiples Myelom).

Ausschlusskriterien für einen Eingriff  ortho-21.jpg

 

  • instabile Brüche mit Beteiligung der Wirbelhinterkante 
  • bei Patienten mit neurologischen Kompressionssyndromen sollte aufgrund des Risikos weiterer Kompression, bzw. eines Zementaustritts die offene chirurgische Stabilisierung bevorzugt werden 
  • so genannte Vertebra plana mit vollständigem Verlust der Wirbelkörperhöhe 
  • Infektion des betroffenen Wirbelkörpers 
  • Blutungsneigung bei Gerinnungsstörungen bzw. unter medikamentöser Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten, z.B. Marcumar® 
  • Allergie auf Bestandteile des Knochenzements 
  • fehlende Operations- und Narkosefähigkeit.


Zeitaufwand bei  Kyphoplastie bzw. Verteproplastie

Die Dauer des operativen Eingriffs ist abhängig von der Anzahl der zu behandelnden Wirbelkörper. Für jeden Wirbelkörper sind 20 - 30 Minuten zu veranschlagen.

 

Komplikationen und Risiken bei der operativen Behandlung von osteoporoseassoziierten Wirbelkörperfrakturen 

Insgesamt sind die oben beschriebenen Techniken sehr sichere Verfahren. Da es sich aber um einen operativen Eingriff handelt, sind Komplikationen nicht vollständig auszuschließen. Bei einem Teil der Patienten (30 Prozent) können Zementaustritte aus dem betroffenen Wirbel beobachtet werden. Beschwerden, die mit diesen Zementaustritten ursächlich zusammenhängen, treten jedoch in den seltensten Fällen auf. Die wichtigste Komplikationsmöglichkeit ist neben der Nervenbedrängung im Rückenmarkskanal durch nach hinten aus dem Wirbelkörper ausgetretenen Knochenzement der Verschluss von Blutgefäßen der Lunge durch in den Blutkreislauf eingeschwemmten Zement. Folgen können zum einen Nervenschädigungen bzw. Rückenmarksschädigungen mit Lähmungserscheinungen sein, zum anderen können Lungenembolien auftreten. Um dies zu vermeiden wird Eingriff unter kontinuierlicher Röntgendurchleuchtung durchgeführt.

Fazit zu Kyphoplastie und Verteproplastie bei einem osteoporosebedingten Wirbelbruch

Die Kyphoplastie bzw. Verteproplastie ist ein zuverlässiges und bei korrekter Indikationsstellung ein sicheres minimal-invasives Verfahren zur Stabilisierung osteoporoseassoziierter Wirbelfrakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule. Primäres Behandlungsziel ist die Schmerzreduktion, sekundäres Ziel ist die Funktionsverbesserung und Aufrichtung der betroffenen Wirbelkörper zu erreichen. Die Aufrichtung der zusammengesunkenen Wirbelsäule dürfte für die lang anhaltende Verbesserung der Lebensqualität nach Wirbelkörperfrakturen entscheidend sein.

>> Weitere Informationen zum Wirbelbruch finden Sie auf www.operation-wirbelsaeule.de

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