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Symptome der Demenzerkrankung

Symptome der Demenzerkrankung


Bei den Symptomen einer Demenzerkrankung wird zwischen Primär- und Sekundärsymptomen unterschieden. Die Primärsymptome, werden von der Demenzerkrankung unmittelbar verursacht; sie resultieren demnach aus den hirnorganischen Veränderungen, die bei einer Demenz auftreten. Die kognitiven Symptome sind meist schon im Frühstadium einer Demenzerkrankung erkennbar und entwickeln sich mit zunehmender Intensität. Je nach Stadium der Demenzerkrankung treten die Symptome zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf und verschlechtern sich fortschreitend.

Die Sekundärsymptome der Demenzerkrankung treten als Folgeerscheinung im Rahmen einer demenziellen Erkrankung auf und beziehen sich auf die psychischen Veränderungen bei einer Demenz. Sekundärsymptome einer Demenzerkrankung verstärken sich im Laufe der Erkrankung nicht zwangsläufig. Sie können über einen längeren Zeitraum beobachtet werden, können sich aber wieder zurückbilden oder in ihrer Intensität verändern.

Primärsymptome einer Demenzerkrankung:
  • Gedächtnisstörung
  • Störungen des Denk- und Urteilsvermögens
  • Benennungs- und Sprachstörungen
  • Störungen bei motorischen Handlungsabläufen
  • Desorientierung
  • Antriebs- und Aufmerksamkeitsstörung
  • Persönlichkeitsstörung
Sekundärsymptome einer Demenzerkrankung:
  • Depression
  • Angst
  • Wahnvorstellungen
  • Psychische und motorische Unruhe
  • Aggressivität
  • Apathie und Indifferenz
  • Perseverationen ( an einem Gedanken hängenbleiben und ständige sprachliche Wiederholung)
  • Urin- und Stuhlinkontinenz
  • Stimmungsschwankungen

Gedächtnisstörungen bei der Demenzerkrankung


Die fortschreitenden Gedächtnisstörungen sind aus Sicht des Laien die typischen Symptome einer Demenzerkrankung. Bei beginnender Demenz sind zunächst nur das Ultrakurzzeitgedächtnis und das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Der Demenzkranke kann sich an Ereignisse, Handlungen, Orte oder Personen, die nicht im Langzeitgedächtnis verankert sind, nicht mehr erinnern. Kurz zuvor ausgeführte Tätigkeiten werden vergessen. Beispielsweise wird der Herd angelassen, da sich der Demenzkranke nicht mehr daran erinnern kann, ihn eingeschaltet zu haben.

Durch die Gedächtnisstörungen können innerhalb von Sekunden Denkinhalte verloren gehen, über die gerade nachgedacht oder gesprochen wurde. Die Kommunikation und Handlungsabläufe werden dadurch massiv beeinträchtigt.

Im weiteren Verlauf der Demenzerkrankung werden durch die Gedächtnisstörungen letztendlich auch Informationen aus dem Langzeitgedächtnis gelöscht. Die Erinnerungen an die eigene Biographie werden nach und nach zerstört und die Gedächtnislücken werden immer größer. Folglich reduziert und orientiert sich die eigene Identität des Demenzkranken nur auf die noch vorhandenen Erinnerungen. Die Gegenwart und die Vergangenheit kann nicht mehr festgehalten werden. Eine 90-jährige Frau sieht sich z.B. selber als junge Mutter mit all ihren Gefühlen und richtet ihre Kommunikation und Handlungsweisen danach aus.

Die Gedächtnisstörungen sind auch ursächlich für die Unfähigkeit Demenzkranker, Neues zu lernen. Die Anpassungsfähigkeit an veränderte Situationen oder ein neues Umfeld ist stark eingeschränkt.

Probleme im Bereich Körperpflege oder Ernährung können ebenfalls auf den Gedächtnisstörungen beruhen, es wird z.B. vergessen zu baden oder zu duschen, welche Kleidungsstücke bereits angezogen wurden, welche Tages- und Jahreszeit es ist oder dass eine Mahlzeit gerade eingenommen wurde.

Störungen des Denk- und Urteilsvermögens bei der Demenzerkrankung


Das Denk- und Urteilsvermögen des Demenzkranken wird fortschreitend langsamer, umständlicher, inhaltlich eingeengt und die Fähigkeit zur Abstraktion geht nach und nach verloren. Der Demenzkranke ist im Verlauf der Krankheit immer weniger in der Lage, den Sinn von Handlungen oder Gesprochenem zu verstehen und benötigt länger um Informationen zu verarbeiten. Abhängig vom Stadium der Demenzerkrankung können komplizierte Sachverhaltenschwer oder gar nicht erfasst werden. Wortverständnis und Vorstellungsvermögen sind gestört oder fehlen vollständig.

Häufig kommt es auch zu Situationsverkennungen. Gedächtnislücken werden dabei unbewusst mit Erfundenem gefüllt, z.B. jemand hat meine Geldbörse gestohlen. Die Fähigkeit Humor, Witz und Ironie zu verstehen geht zunehmend im Verlauf der Demenzerkrankung verloren.

Benennungs- und Sprachstörungen bei der Demenzerkrankung


Eine Störung der Sprache wird in der Medizin als Aphasie bezeichnet. Die Sprachveränderungen gehören bei Demenzerkrankungen neben den Gedächtnisstörungen zu den Frühsymptomen. Leitsymptome sind Wortfindungsstörungen, Störungen im Bereich der Wortbedeutung, der syntaktischen Verknüpfung und der Lautstruktur. In gleicher Weise wie die Sprachproduktion werden auch Sprachverständnis und Schriftsprache beeinträchtigt.

Die Wortfindungsstörungen treten bereits im Anfangsstadium der Demenzerkrankung auf. Zunächst fällt den Betroffenen nur das Benennen von Personen zunehmend schwerer, später können Gegenstände auch nicht mehr benannt werden. Die Demenzkranken benützen Ersatzwörter oder Umschreibungen. Füllworte werden immer häufiger genutzt.

Bei fortschreitender Demenzerkrankung werden vergessene Wörter durch falsche Wörter oder Wortneubildungen ersetzt. Die Sprachmelodie und Artikulation ist im Wesentlichen unbeeinträchtigt, dagegen zeigen sich zunehmend Störungen des Sprachverständnisses.

Im späteren Krankheitsstadium der Demenzerkrankung kommt es zu einem fortschreitenden Verlust der Sprache, zunächst in Form von verkürzten Sätzen, später werden nur noch einzelne Worte gesprochen, die immerzu wiederholt werden. Wünsche und Bedürfnisse oder Sachverhalte können nicht mehr ausgedrückt werden.

Störungen bei Bewegung und Handlungen (Apraxie) bei der Demenzerkrankung


Apraxie bezeichnet eine Störung der Ausführung willkürlicher zielgerichteter und geordneter Handlungsabläufen bei intakter motorischer Funktion. Die motorischen Funktionen des Demenzkranken sind intakt, die Handlungsabläufe können aufgrund der abnehmenden Hirnleistung nur nicht mehr umgesetzt werden. Schon im frühen Stadium einer Demenzerkrankung zeigen sich erste Störungen bei der Bedienung von einfachen Haushaltsgeräten. Die Fähigkeit, komplexe Handlungen – zum Beispiel sich waschen, anziehen, kochen – auszuführen, gehen im Verlauf der Demenzerkrankung immer mehr verloren.

Zerlegt man die Handlungen in Teilschritte und gibt jeweils Anstöße für eine Handlungssequenz, so können auch Demenzkranke in vielen Bereichen ihre Selbständigkeit erhalten.

Desorientierung bei der Demenzerkrankung


Im Verlauf einer Demenzerkrankung wird die Orientierung bezüglich Zeit, Ort, Person und Situation zunehmend unscharf und geht nach und nach verloren. Als Orientierung wird die Fähigkeit einer Person bezeichnet, sich räumlich, zeitlich und situative in Bezug auf die eigenen Person und Situation zurechtzufinden.

Örtliche Desorientierung: Die an Demenz erkrankte Person findet sich in ihrer gewohnten Umgebung nicht mehr zurecht. Sie kann beispielsweise keine Aussagen über den derzeitigen Aufenthaltsort oder Wohnort machen, Gegenstände werden nicht mehr gefunden, sie verläuft sich ständig, die Umgebung kommt ihr fremd vor und sie hat das Bedürfnis „nach Hause“ zu gehen.

Zeitliche Desorientierung: Der Demenzkranke kann im Verlauf der Krankheit immer weniger Angaben über die aktuelle Tageszeit oder das Datum machen. Später können auch keine Monate oder die jeweilige Jahreszeit bestimmt werden.

Personelle Desorientierung: Der Demenzkranke hat eine fehlende Orientierung zur eigenen Person, d.h. er kann sich beispielsweise nicht an seinen Familienstand oder das Alter erinnern, ob er Kinder oder andere Familienangehörige hat. Gründe für den derzeitigen Aufenthaltsort können nicht benannt werden.

Antriebs- und Aufmerksamkeitsstörungen bei der Demenzerkrankung


Antriebsstörungen bezeichnen bei einer Demenzerkrankung sowohl Interesselosigkeit und Kraftlosigkeit wie auch ein zielloses dauerndes Umherlaufen. Die Unruhe ist das am häufigsten beschriebene Symptom einer Demenzerkrankung. Sie kann sich in Rufen, Aggressivität, Wandern oder anderen Formen körperlicher Aktivität(z. B. Schrank ausräumen) zeigen.

Persönlichkeitsstörungen bei der Demenzerkrankung


Extreme Veränderungen der Persönlichkeit bei einer Demenzerkrankung sind selten, jedoch verändert sich die emotionale Kontrolle und Orientierung an sozialen Normen. Typisch sind distanzloses und aufdringliches Verhalten oder aber auch Auffälligkeiten auf verbaler Ebene (z. B. Fluchen, wiederholtes Fragen).

Oft treten bereits vorhanden Charakterzüge stark überzogen im Verlauf der Demenzerkrankung auf. War z.B. eine Person in ihrem gesamten Leben sehr sparsam, wird bei einer Demenzerkrankung gerade diese charakterliche Eigenschaft besonders hervortreten, beispielsweise durch das Horten und Sammeln von verschiedenen Gegenständen.

Menschen, die an einer Demenzerkrankung leiden zeichnen sich durch schnell wechselnde Stimmungslagen aus. Traurigkeit kann von einem zum nächsten Moment in Heiterkeit umschlagen ohne offensichtlichen Anlass. Allgemeines Durcheinander, Menschenansammlungen oder auch ungewöhnliche Geräusche können diese emotionalen Ausbrüche auslösen.

Sekundärsymptome einer Demenzerkrankung


Die sekundären Symptome einer Demenzerkrankung werden im Vergleich zu den Primärsymptomen nicht im Verlauf der Demenzerkrankung verstärkt, sondern treten über längere Phasen auf und können sich wieder zurückbilden. Die sekundären Symptome können vielfältig sein. Meist werden sie medikamentös behandelt. Am häufigsten werden Angst, Depressivität und Wahrnehmungsstörungen beobachtet.

Angst zeigt sich vor allem als generalisierte Angst, d.h. der angstauslösende Faktor ist nicht vorhanden oder nebensächlich. Angst zählt zu den am häufigsten auftretenden sekundären Symptomen der Demenzerkrankung und manifestiert sich meist schon in den frühen Phasen der Demenzerkrankung. Für die Begleitung von Demenzkranken ist es von Bedeutung, die Ursachen zu erkennen, um angemessen auf den jeweiligen Angstzustand reagieren zu können. Ob eine reale Ursache vorliegt, die jederzeit durch den Betreuenden beeinflusst werden kann, ob die Ursache aus seiner Empfindungswelt oder aber von einer Wahrnehmungsstörung herrührt, ist oft schwer herauszufinden. Die Biographie des Betroffenen ist hier ein wichtiger Schlüssel zum Zugang zu Menschen mit Demenzerkrankung. Um Angstgefühle zu vermindern, werden Demenzkranke meist zusätzlich medikamentös behandelt.

Depressivität zeigt sich vor allem im ersten Stadium einer Demenzerkrankung. Der Demenzkranke fühlt, dass sich etwas verändert und erlebt bewusst die einhergehenden Defizite. Eine etwaige Selbstmordneigung sollte bei ausgeprägter Depression im Anfangsstadium sorgfältig untersucht werden.

Wahrnehmungsstörungen treten als Verkennungen und Halluzinationen auf. Optische Verkennungen werden meist bei schlechter Beleuchtung oder im Zwielicht beobachtet. Es werden nicht anwesende Personen, mit denen mitunter sogar Gespräche geführt werden, gesehen. Im ersten Stadium der Demenzerkrankung können sich die Betroffenen noch durch Klarstellung der Situation von ihren Verkennungen distanzieren. Im Verlauf der Demenzerkrankung ist dies immer weniger möglich. Die Verkennungen werden zu Halluzinationen, die als zunehmend bedrohlich und angstgefärbt erlebt werden. Besonders bei einer Lewy-Körperchen-Demenz oder einer vaskulären Demenz sind Wahrnehmungsstörungen typisch.

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