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Stadien der Demenzerkrankung

Stadien der Demenzerkrankung


Die Verlaufsformen bezüglich der Symptomatik der verschiedenen demenziellen Erkrankungen sind relativ ähnlich und verschwimmen gegen Ende der Demenzerkrankung. Da die Alzheimer-Demenz die am häufigsten vorkommende Demenzerkrankung ist, wird der Verlauf an dieser exemplarisch dargestellt.

Anfangsstadium/leichte Demenz:


Die erste Phase der Demenzerkrankung wird für die Betroffenen bewusst erlebt. Menschen mit beginnender Demenzerkrankung fühlen, dass sich etwas verändert, ohne bestimmen zu können, was es ist. Die beginnenden Defizite werden vor dem Umfeld kaschiert und meist überspielt. Der Demenzkranke zieht sich zurück oder verhält sich misstrauisch gegenüber seinem Umfeld. Er fühlt sich ständig beobachtet und an die Veränderung erinnert. Im weiteren Verlauf gehen die kognitiven Kontrollinstanzen und das schmerzvolle Selbsterleben verloren.

In diesem Stadium der Demenzerkrankung treten erste Störungen des Kurzzeitgedächtnisses auf, die das Speichern und Abrufen neuer Informationen erschweren. Die Demenzkranken können sich an weiter zurückliegende Begebenheiten sehr gut erinnern, an kurz zuvor gesagtes wenig. Dem Betroffenen fällt es zunehmend schwerer, Gesprächen zu folgen. Es treten erste Wortfindungsstörungen und Benennungsstörungen auf. Gesprächsinhalte werden ständig wiederholt.

Die Merkfähigkeit verschlechtert sich stetig. Die Fähigkeit, sich in diesem Stadium der Demenzerkrankung namentlich an Personen zu erinnern oder Termine einzuhalten, nimmt ab. Dinge werden verlegt und nicht selten wird das Umfeld beschuldigt. Die räumliche Orientierung weist erste Defizite auf. Dem Demenzkranken fällt es schwer, sich in fremder Umgebung zurecht zu finden und er verbleibt zunehmend im seinem bekannten Umfeld.

Bezugspersonen fallen erst bei komplexeren Handlungen Fehlhaltungen des Demenzkranken auf. In diesem Stadium der Demenzerkrankung leben die Betroffenen überwiegend in einem Privathaushalt allein oder zusammen mit einem Ehepartner, seltener in einer Senioreneinrichtung.

Für dieses Stadium der Demenzerkrankung sind die beginnenden kognitiven Einschränkungen prägnant.

Mittelschwere Demenz:


Im mittleren Stadium einer Demenzerkrankungen treten deutlich erkennbare und schwerwiegende Defizite auf. Dem Demenzkranken sind diese Einschränkungen nicht mehr bewusst. Eine selbständige Lebensführung ohne Hilfe von außen kann nicht mehr aufrecht erhalten werden, der Tagesablauf nicht mehr sinnvoll strukturiert werden.

In dieser Phase der Demenzerkrankung wird das Langzeitgedächtnis immer brüchiger. Die Gegenwart wird kaum noch realisiert. In seinem Erleben befindet sich der Demenzkranke in einer Lebensphase seiner Vergangenheit. Meist antwortet er auf die Frage nach seinem Alter mit 30. Sein eigenes Spiegelbild kann er daher meist nicht erkennen. Das abstrakte Denken ist stark beeinträchtigt. Die Inhalte von Bildern werden nicht mehr verstanden. Es kommt zu Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen.

Die Sprache wird zunehmend undeutlich. Das Versprechen, Vertauschen von Wörtern und Lauten, ständige Wiederholen eines Satzes, Aneinanderreihen von sinnlosen Wörtern und floskelhafter Sprachgestaltung erschwert die Kommunikation. Der Demenzkranke kann fortschreitend nicht mehr mitteilen was ihn bewegt. Auch das Erfassen von Wortsinn und -inhalt ist stark eingeschränkt.

Die diesem Stadium der Demenzerkrankung kommt es bereits zu einer Apraxie; die Handlungsplanung und -ausführung ist stark eingeschränkt. Der sinnvolle Umgang mit Gegenständen als auch das Nachahmen von Bewegungen kann fortschreitend nicht mehr ausgeführt werden. Alltägliche Handlungen, wie Körperpflege, die Auswahl richtiger Kleidung, Nahrungsaufnahme etc. kann nicht mehr selbständig durchgeführt werden. Im körperlichen Bereich ist eine Harninkontinenz festzustellen.

Die sekundären Symptome der Demenzerkrankung, wie Angst, starker Bewegungsdrang, Verkennungen, Affektstörungen, wie Aggressivität und verändertes Sozialverhalten, sind für dieses Stadium der Demenzerkrankung kennzeichnend.

Schwere Demenz:


In dieser letzten Phase der Demenzerkrankung treten in allen Bereichen massive Beeinträchtigungen auf. Eine selbständige Lebensführung ist nicht mehr möglich, die Tagesstruktur ist aufgelöst. Es sind kaum noch kognitive Fähigkeiten erhalten. Der Demenzkranke kann in diesem Stadium der Demenzerkrankung Gesprächsinhalten nicht mehr folgen. Einige Demenzkranke können sich noch über einzelne Laute oder Wörter verständigen; andere sprechen nicht mehr.

Die bereits im mittleren Stadium der Demenzerkrankung einsetzende Apraxie wird immer prägnanter. In allen Bereichen des täglichen Lebens kommt es hier zu schweren Einschränkungen, z.B kann die Nahrungsaufnahme nicht mehr selbständig ausgeführt werden, das Ankleiden und Auskleiden muss vollständig übernommen werden. Der Demenzkranke kann in diesem Stadium der Demenzerkrankung eine ständige Unruhe oder aber eine zunehmende Teilnahmslosigkeit entwickeln.

Für dieses Stadium der Demenzerkrankung sind im Besonderen die motorischen Störungen prägnant. Das Gangbild des Demenzkranken verändert sich. Es treten Gangunsicherheiten auf, die zu wiederholten Stürzen führen. Der Muskeltonus ist erhöht und es besteht die Gefahr von Kontrakturen. Später treten Störungen im Bereich der Koordination auf. Das Sitzen fällt dem Demenzkranken schwer. Es besteht wenig oder keine Kopf- und Rumpfkontrolle. Es ist eine Harn- und Stuhlinkontinenz festzustellen. Häufig kommt es im Endstadium der Demenzerkrankung zu einer vollständigen Bewegungsunfähigkeit. Spätestens hier können Schluckstörungen auftreten.

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