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Sprachstörung - Hintergrund / Einleitung

von Gitta Jacob

Störungen der Sprache und des Sprechens

Von Störungen der Sprache und des Sprechens wird gesprochen, wenn die normalen Muster der Sprachentwicklung von früh an gestört sind, ohne dass dies auf neurologische Störungen, auf Umweltfaktoren (wie z.B. Umzug in einen anderen Sprachraum), auf sensorische Beeinträchtigungen (Hörschwäche) oder auf zu geringe Intelligenz zurückgeführt werden kann.

Dabei ist zu beachten, dass sich unterschiedliche Kinder natürlich nicht gleich entwickeln und viele Kinder zumindest phasenweise ein eher langsames Entwicklungstempo haben, ohne dass dies gleich als Störung zu betrachten ist. Eine Störung liegt erst dann vor, wenn die Entwicklung der betreffenden Funktion über einen längeren Zeitraum extrem langsam vonstatten geht oder wenn gleichzeitig damit zusammenhängende Funktionen gestört sind. Damit ist gemeint, dass mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Sprachstörung vorliegt, wenn zeitgleich oder in zeitlicher Folge beispielsweise ausgeprägte Lese- oder Schreibprobleme auftreten. Allerdings wird nicht von einer Sprachstörung gesprochen, wenn sich alle Funktionen schlechter entwickeln, da dies eher auf eine generelle Intelligenzminderung (s. Kap. 4.9) hinweist. Eine spezifische Störung der Sprachentwicklung ist die sog. Artikulationsstörung. Hier fehlen einzelne Laute oder Lautverbindungen entweder völlig, sie werden fehlerhaft oder verdreht eingesetzt oder durch andere Laute ersetzt. Artikulationsstörungen sind die häufigsten Sprachentwicklungsstörungen und treten bei ca. 7% der 5-jährigen Jungen und 2% der 5-jährigen Mädchen auf.

Bei der expressiven Sprachstörung kann das Kind sich nicht altersgemäß ausdrücken, also bspw. keine altersangemessenen Sätze sprechen, das Sprachverständnis gegenüber anderen ist jedoch normal. Wenn das Sprachverständnis gestört ist, wird von einer rezeptiven Sprachstörung gesprochen.

Beim Stottern liegt eine Störung des Sprechablaufes vor, entweder durch eine Hemmung oder Unterbrechung des Sprechflusses, wobei Laute oder Silben häufig wiederholt oder gedehnt werden. Stottern tritt bei 5% der 5-jährigen Jungen und 2% der 5- jährigen Mädchen auf. Auch das Poltern ist eine Störung der Sprechflüssigkeit, es zeigt sich durch extrem unrhythmischen und unregelmäßigen Sprechfluss bei teilweise sehr schneller Sprechgeschwindigkeit.


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