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Sexualität bei Krebs - Sexuelle Probleme bei Krebs

Krebspatienten erleben sexuelle Probleme oft nicht nur als körperliche Beeinträchtigungen, sondern als Angriff auf ihre Identität und ihr Selbstwertgefühl: Sie ziehen sich von ihrem Partner zurück, weil sie ihrem Körper nicht mehr vertrauen und befürchten, zu versagen. Besonders Frauen haben Angst, nicht mehr attraktiv zu sein oder sie glauben, dass der Partner jetzt keinen Verkehr mehr wünscht, weil sie nicht mehr so aussehen oder sich anfühlen wie vor der Tumorbehandlung. Viele Männer fürchten sich vor Problemen bei der Erektion.

Wie äußern sich sexuelle Störungen bei Krebs?

Frauen reagieren oft mit Lustlosigkeit, Erregungsschwäche, Scheidenkrämpfen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Orgasmusschwierigkeiten. Betroffene Männer leiden unter mangelnder Lust, Erektionsschwäche, schmerzhaftem Sexualverkehr, vorzeitiger oder ausbleibender Ejakulation.

Welche Krebserkrankungen beeinflussen das Liebesleben?

Krebserkrankungen, die das Sexualleben unmittelbar beeinflussen, sind Tumoren der Geschlechtsorgane. Bei der Frau sind das vor allem Gebärmutterhalskrebs, Tumoren der Gebärmutterschleimhaut und Eierstockkrebs. Selten können auch Tumoren an der Klitoris und den Schamlippen auftreten. Inwieweit sie das bisherige Sexualleben beeinträchtigen, hängt von der Ausdehnung der Krankheit und von der Art der Behandlung ab. Die Entfernung der Gebärmutter beeinträchtigt den normalen Geschlechtsverkehr rein körperlich gesehen nicht. Für manche Frauen ist es jedoch ein psychisches Problem, keine Gebärmutter mehr zu haben, nicht mehr "ganz Frau" zu sein und keine Kinder mehr bekommen zu können. Der Verlust der Eierstöcke und damit der weiblichen Geschlechtshormone bedeutet, dass die Wechseljahre vorzeitig beginnen. Andere Folgen des plötzlichen Östrogenmangels oder der Behandlung mit Chemotherapeutika oder Strahlen können eine trockene Scheide oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sein.
Die häufigsten Krebserkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane sind Prostata- und Hodenkrebs. In seltenen Fällen gibt es auch Tumoren am Penis. Bei der operativen Entfernung der Prostata können Nervenbahnen durchtrennt werden, was zu einem Verlust der Erektionsfähigkeit führt. Die Orgasmusfähigkeit bleibt von der Operation unbeeinflusst. Nebenwirkungen einer Bestrahlung bei Prostatakrebspatienten können Veränderungen der Blutgefäße im Becken sein, was ebenfalls einen Einfluss auf die Erektionsfähigkeit hat. Die Entfernung eines Hodens verursacht keine ernsthaften Nebeneffekte. Wenn beide Hoden fehlen, ist eine Fortpflanzung nicht mehr möglich. Es können jedoch vor der Operation Spermien in einer Samenbank eingefroren werden, so dass eine spätere Vaterschaft möglich ist. Die Erektion wird durch eine Hodenoperation nicht beeinträchtigt.

Bei Beschwerden ist Hilfe möglich

Für die meisten sexuellen Beschwerden, die Folge einer Krebserkrankung und ihrer Behandlung sind, gibt es Hilfen.
Frauen haben die Möglichkeit, die Scheide mit Gleitgels zu befeuchten oder einen Dilatator zu benutzen, um die Scheide nach einer Operation zu weiten. Mit einer gezielten Beckenbodengymnastik kann die Betroffene ihre Muskulatur stärken. Damit begegnet sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder einer Blasenschwäche.
Für Männer mit Erektionsstörungen gibt es Erektionshilfesysteme oder Medikamente, die zu einer Versteifung des Gliedes führen. Auch der Einsatz von Penis- oder Hodenprothesen ist möglich. Da viele sexuelle Störungen psychisch bedingt sind, kann es für Krebspatienten hilfreich sein, zumindestens vorübergehend eine psycho-soziale Betreuung zu beanspruchen.

Körperliche Veränderungen belasten das sexuelle Selbstverständnis

Tumoren der Geschlechtsorgane sind jedoch nicht die einzigen Krebskrankheiten, die die Sexualität beeinflussen. Andere Krebserkrankungen und damit verbundene körperliche Veränderungen wie etwa Amputationen oder Narben haben ebenfalls einen starken Einfluss auf das Selbstbild und damit auf das sexuelle Selbstverständnis:
Viele Brustkrebspatientinnen fühlen sich beispielsweise nicht nur durch die Erkrankung, sondern auch durch den möglichen Verlust ihrer erkrankten Brust bedroht. Sie befürchten, nach einer Brustamputation nicht mehr vollwertig zu sein, und entziehen sich den Blicken des Partners und ihrer Umwelt. Heute ist es jedoch in vielen Fällen möglich, den Tumor brusterhaltend zu entfernen. Ist eine Amputation unumgänglich, kann die Brust aus Eigengewebe oder künstlich wieder aufgebaut werden.
Bei einer Darmkrebsoperation kann es nötig sein, einen künstlichen Darmausgang anzulegen. Das bedeutet, dass der Kot durch eine Öffnung im Bauch, ein so genanntes Stoma, in einen Beutel gelangt. Betroffene leiden nicht nur unter einer Veränderung des Körperbildes, sondern auch unter Problemen durch Gerüche und Geräusche. Sie haben dadurch das Gefühl, an Anziehungskraft verloren zu haben. Doch auch für das Leben mit einem Stoma gibt es Hilfen. Der behandelnde Arzt oder Mitarbeiter des Selbsthilfeverbandes für Menschen mit einem künstlichen Darm- oder Blasenausgang (ILCO e.V.) beraten Betroffene und zeigen Lösungsmöglichkeiten.
Auch Kehlkopfpatienten leiden häufig unter sexuellen Problemen, denn Atem und Stimme spielen im Liebesleben eine wichtige Rolle. Musste der Kehlkopf entfernt werden, geht die Stimme verloren und die Öffnung der Luftröhre mündet meist über dem Brustbein. Geatmet wird dann durch eine Kanüle im Hals. Die meisten Patienten lernen mit der Speiseröhre zu sprechen. Ihre Sprache ist dann aber schwächer und schwieriger zu verstehen, der Atem ist geräuschvoll. Auch für einen Kehlkopf-Krebspatienten ist es daher wichtig, sich den Konsequenzen der Krankheit zu stellen und offen mit dem Partner über seine Probleme und Gefühle zu sprechen.

(Sexual-)Medizinische Hilfe für Ratsuchende

Um eine sexuelle Störung zu behandeln, sollte ein erfahrener Facharzt, dem der Krebspatient vertraut, die körperlichen Ursachen der Beschwerden klären. In Frage kommen dafür meist ein Urologe oder ein Gynäkologe. Gegebenenfalls wird auch ein Neurologe, ein Hormonexperte oder ein Internist hinzugezogen. Hat eine sexuelle Störung vor allem psychische Ursachen, sollte der Betroffene auch mit einem Psychologen sprechen. Einige Universitätskliniken bieten spezielle sexualmedizinische Sprechstunden an. Darüber hinaus gibt es in Deutschland zahlreiche Beratungsstellen, etwa von PRO FAMILIA, sowie Selbsthilfegruppen, die Unterstützung bei Problemen im Bereich Partnerschaft und Sexualität anbieten.

Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V.

An Krebs erkrankte Männer - Sexuelle Gefühle während und nach der Krebsbehandlung

Nach der Diagnose "Krebs" konzentrieren sich zunächst alle Gedanken und Gefühle auf das Überleben. Die Behandlungsdauer ist von der Art der Erkrankung und ihrer Ausbreitung abhängig und die einzelnen Behandlungsphasen können unterschiedlich intensiv sein. Während der Therapie tauchen neue Fragen auf: Wie wird mein Leben zukünftig sein? Werde ich wieder so sein wie vorher? Und auch: Wie wird sich die Krankheit auf meine Sexualität auswirken?
Sexuelle Gefühle, Gedanken und Wünsche, die während und nach der Behandlung auftauchen, müssen nicht unterdrückt werden. Sie sind Zeichen wacher oder wieder erwachender Lebensgeister. Es ist aber auch normal, wenn die Lust auf Sex in dieser Zeit abnimmt oder völlig schwindet. Meist hat der Betroffene vornehmlich ein starkes Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit, ist aber oft gehemmt, dies der Partnerin gegenüber zu äußern, z. B. weil er befürchtet, dadurch an "Männlichkeit" zu verlieren.
Trotz freizügiger Darstellungen in den Medien ist es nicht üblich, über die eigene Sexualität zu sprechen. Eine Krebstherapie kann Anlass sein, dieses Tabu zu brechen.

Partnerschaft im Wandel!?

Hat sich die sexuelle Situation durch die Erkrankung verändert, ist es wichtig, mit der Partnerin darüber zu reden. Ein Anfang kann sein, "nur" darüber zu sprechen, wie sie es erlebt, dass Sie im Moment keine oder andere sexuellen Bedürfnisse haben. Oft haben jedoch beide bisher nie richtig über ihr Sexualleben gesprochen. Mitunter war es schon vor der Erkrankung nicht ganz befriedigend. Wie soll ein Paar dann plötzlich offen über die eigene Sexualität reden können?
War die Partnerschaft vor der Behandlung nicht gut, wird sie danach nur durch gemeinsames Bemühen besser. Eine gute Partnerschaft kann aber dazu führen, dass das Paar nach der Behandlung noch enger zusammenwächst. Paaren, die sich gut verstehen, wird es nach Überwindung der anfänglichen Scheu sicher gelingen, angemessen über notwendige Veränderungen im Sexualleben zu sprechen.
Manchmal hat der Erkrankte das Gefühl, seine Partnerin wolle nicht auf ihn eingehen und nichts mit seinen Problemen zu tun haben. Oft steckt nur ein Verständigungsproblem dahinter: Die Partnerin weiß nicht, wie sie sich verhalten soll, also wartet sie erst einmal ab. Der Mann wertet das als Desinteresse, reagiert vielleicht sogar mit Wut und zieht sich von ihr zurück. So ziehen sich beide voneinander zurück, obwohl sie eigentlich das Gegenteil wollen: einander schonen und nicht belasten.

Was ist, wenn die Partnerin sexuellen Kontakt wünscht, Sie selbst aber keine Lust verspüren?

Für viele Männer ist das äußerst beunruhigend, denn oft wird angenommen, dass der Penis eine Art Eigenleben mit ständiger Bereitschaft zur Sexualität habe – unabhängig von der Seele und dem Befinden. Dieser Eindruck kann in jungen Jahren entstehen, wenn sexuelle Bedürfnisse sehr mächtig wirken und bisweilen auch in unpassenden Momenten auftreten. Sexualität funktioniert aber nie ohne die Seele. Wie wichtig das persönliche Befinden ist, wird mit zunehmendem Lebensalter, wenn der Wunsch nach Sexualität meist etwas nachlässt, deutlicher. Manche Männer möchten trotz fehlenden Verlangens dem Wunsch der Partnerin nachkommen, sie glauben, "ihren Mann stehen zu müssen", und nehmen sogar in Kauf, dass sie dabei kaum Freude empfinden. Dieses Verhalten tut weder Ihnen gut, noch wird Ihre Partnerin dies wollen. Versuchen Sie, offen mit ihr darüber zu sprechen, weshalb Sie im Moment keinen Intimverkehr wünschen.
Wenn Sie sich in Ihrer Beziehung unglücklich und allein gelassen fühlen, ein Gespräch darüber nicht weiterhilft oder nicht zustande kommt, ist der erste und wichtigste Schritt, sich einzugestehen, dass die Beziehung schwierig und unbefriedigend ist. Aus dieser schmerzlichen Einsicht können Ideen erwachsen, wie Sie die Situation besser gestalten können.

Sexualität verändert sich mit den Jahren

Natürlich spielt bei der Sexualität auch das Alter eine Rolle. Mit zunehmendem Alter und den damit einhergehenden körperlichen Veränderungen können sexuelle Bedürfnisse abnehmen. Andere Faktoren, wie z. B. die psychische Situation, die Tatsache, ob man eine Partnerin hat oder nicht und wie das sexuelle Interesse in jungen Jahren war, haben gleichfalls großen Einfluss. Ein in der Jugend sexuell aktiver Mensch wird dies wahrscheinlich auch im Alter bleiben. Für Sexualität gibt es keine Altersgrenze. Aber mit dem Alter erhält sie oft eine andere Bedeutung: Sie verliert etwas an Leidenschaftlichkeit, ist dann häufiger Ausdruck partnerschaftlicher Nähe.
Verhalten der Partnerin eines Krebspatienten
Auch für die Partnerin stellt der Umgang mit der Erkrankung ein Problem dar. Sie ist durch die Krankheit beunruhigt, hat Angst um ihren Partner und ist verunsichert. Woher kann sie wissen, was der Betroffene jetzt am meisten braucht, wenn er es nicht sagt? Auch bei ihr schwindet oft in der Zeit der Krebstherapie und danach die Lust auf intime Kontakte. Das ist völlig normal.

Quelle: www.krebsinformation.de

An Krebs erkrankte Frauen - sexuelle Gefühle bei und nach der Krebsbehandlung

Die Diagnose "Krebs" ist im ersten Moment niederschmetternd. Alle Gedanken und Gefühle konzentrieren sich zunächst auf das Überleben. Abhängig von der Erkrankungsart und deren Ausbreitung wird sich die Behandlung über einen kürzeren oder längeren Zeitraum erstrecken. Die einzelnen Behandlungsphasen können dabei unterschiedlich intensiv sein. Während der Behandlung tauchen dann neue Fragen auf: Wie wird mein Leben zukünftig sein? Werde ich wieder so sein wie vorher? Wird mein Leben wieder ganz "normal" sein? Und auch: Wie wird sich die Krankheit auf meine Sexualität auswirken?

Wenn sexuelle Gefühle, Gedanken und Wünsche während und nach einer Behandlung auftauchen, müssen sie nicht unterdrückt werden. Sie sind Zeichen wacher oder wiedererwachter Lebensgeister. Es ist aber auch ganz normal, wenn die Lust auf Sex während und auch in Zeiten nach der Behandlungsphase vermindert ist oder völlig schwindet. Oft haben die Patientinnen vornehmlich ein starkes Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit. Gleichzeitig kann aber eine Hemmung bestehen, dieses Bedürfnis gegenüber dem Partner zu äußern. Der Grund ist oft die Befürchtung, missverstanden zu werden - denn der Partner könnte darin eine Aufforderung zum Geschlechtsverkehr sehen.

Thema Sexualität

Das Sexualleben ist von Mensch zu Mensch verschieden schon vor der Krebserkrankung. Für manche Menschen nimmt die Sexualität einen großen Stellenwert ein, für andere ist sie eher Nebensache. Einige leben in glücklichen, sexuell erfüllten Partnerschaften, andere haben schwierige Beziehungen und erleben möglicherweise auch die Sexualität als problematisch. Manche sind allein und träumen von ihrem Idealpartner. Wieder andere erfüllen ihre "eheliche Pflicht" nur widerwillig. Doch eines ist den meisten Menschen hinsichtlich Ihrer Sexualität gemeinsam: "Man redet nicht darüber".
Trotz freizügiger Darstellungen in Zeitschriften, Kinofilmen und Fernsehen ist es nicht üblich, über die eigene Sexualität zu sprechen. Eine Krebsbehandlung kann der Anlass sein, mit diesem Tabu zu brechen. Es kann für die Partner sogar eine Erleichterung bedeuten, endlich einmal das Thema Sex ansprechen zu können. Möglicherweise entdecken Sie ganz neue Seiten an Ihrem Partner, von denen Sie vorher nichts wussten.

Partnerschaft im Wandel!?

Hat sich durch die Erkrankung die sexuelle Situation verändert, so ist es das Wichtigste, dass Sie mit Ihrem Partner darüber reden können. Ein Anlass kann sein, sich "nur" darüber auszusprechen, wie es der Partner erlebt, dass Sie im Moment gerade kein Bedürfnis nach Sexualität haben. Oft ist es jedoch so, dass bisher beide nie richtig über das Thema Sexualität gesprochen haben. Darüber hinaus war nicht selten bereits vor der Erkrankung das Sexualleben nicht ganz befriedigend, beispielsweise weil der Geschlechtsverkehr in einem starren Muster absolviert wurde. Wie sollte ein Paar dann plötzlich offen über die eigene Sexualität reden können?
War eine Partnerschaft vor der Behandlung nicht gut, wird sie danach nur durch gemeinsames Bemühen besser. War eine Partnerschaft vor der Therapie gut, kann dies sogar dazu führen, dass nach der Krebsbehandlung das Paar noch enger zusammenwächst.
Jenen Paaren, die sich gut verstehen, wird es nach Überwindung der anfänglichen Scheu sicherlich gelingen, auch angemessen über notwendige Veränderungen im Sexualleben zu sprechen und gegebenenfalls liebgewonnene Gewohnheiten zu ändern.
Sexuelles Vergnügen ist nicht auf die Liebkosung der Genitalregion und den Geschlechtsverkehr beschränkt. Es können lustauslösende Zonen am ganzen Körper entdeckt werden, wie zum Beispiel der Rücken oder die Ohr- und Nackenregion. Es liegt gewissermaßen an der Übung - viele Körperregionen können sich zu sehr erotischen, intensive Lust erzeugenden Zonen entwickeln. Oft ist es auch möglich, dass an solchen Stellen durch ausgiebige Reizung ein Orgasmus auslösbar ist .
Manchmal ist es auch so, dass Patientinnen das Gefühl haben, ihre Partner wollten nicht auf sie eingehen und nichts mit ihren Problemen zu tun haben. Die betroffenen Frauen sind dann enttäuscht von ihrem Partner, reagieren sogar mit Wut auf ihn und ziehen sich von ihm zurück. Oft steckt aber nur ein Verständigungsproblem dahinter: der Partner weiß nicht, wie er sich verhalten soll, also wartet er erst einmal ab. Die Frau wertet das als Desinteresse an ihrer Person und fühlt sich abgelehnt. So ziehen sich beide voneinander zurück, obwohl sie eigentlich genau das Gegenteil wollten: einander schonen und nicht belasten.
Was ist, wenn der Partner sexuellen Kontakt wünscht, Sie selbst aber keine Lust verspüren? Viele Frauen lassen den Verkehr dann über sich ergehen, um "keine Umstände zu machen". Sie nehmen in Kauf, dass sie dabei keine Freude empfinden, unter Umständen sogar, dass dabei Schmerzen auftreten. Weder ist dieses Verhalten für Sie gut, noch kann dies der Wunsch eines echten Partners sein. Versuchen Sie, offen mit Ihrem Partner darüber zu sprechen, weshalb Sie im Moment keinen Intimverkehr wünschen.
Wenn Sie sich in Ihrer Beziehung unglücklich und alleingelassen fühlen, ein Gespräch darüber nicht weiterhilft oder nicht zustande kommt, ist der erste und wichtigste Schritt, sich überhaupt einzugestehen, dass die Beziehung schwierig und unbefriedigend ist. Das ist für Gesunde schwer und angesichts der Belastung durch die Krebserkrankung sicher nicht leichter. Denn gerade in einer solchen Situation wünscht man sich, einen Partner zu haben, der zu einem hält und die Sorgen mitträgt. Aus der Einsicht können Ideen erwachsen, wie Sie die Situation für sich besser gestalten können.
Vielleicht können die Frauen, die üblicherweise nach der Devise "Zähne zusammenbeißen, Augen zu und durch" handeln, ihr Verhalten einmal überdenken. Gerade die Zeit nach einer Krebstherapie kann Fragen nach Sinn und Gestaltung des Lebens aufwerfen. Will man so weitermachen wie bisher? Wenn nein, wie kann das zukünftige Leben gestaltet werden? Wo kann man Unterstützung und Hilfe bekommen?

Krebskranke Frauen ohne Partner

Falls Sie keinen Partner haben, stellen sich ganz andere Probleme. Vielleicht haben Sie Angst, wegen der Krebserkrankung keinen Partner mehr zu finden. Möglicherweise fürchten Sie die Situation, einem neuen Partner irgendwann offenbaren zu müssen, dass Sie an Krebs erkrankt sind oder waren und dass er deshalb mit einer Ablehnung reagiert. Die Angst kann verstärkt sein, weil von der Erkrankung ein sichtbares Zeichen, wie es z. B. bei einer Brustentfernung oder bei einem künstlichen Darmausgang der Fall ist, geblieben ist.

Sexualität verändert sich mit den Jahren

Natürlich spielt beim Thema Sexualität auch das Alter eine Rolle. Solange Sie noch jung sind, könnten der Wunsch einer Familiengründung und die damit verbundenen Fragen im Vordergrund stehen. Eine Verringerung der sexuellen Bedürfnisse kann im Zusammenhang mit der nachlassenden Hormonproduktion im Alter eingetreten sein. Es ist aber nicht zwangsläufig, dass die altersbedingten körperlichen Veränderungen zu einem merklichen Nachlassen der sexuellen Bedürfnisse führen, denn psychologische Faktoren und die äußeren Umstände, zum Beispiel ob Sie in einer festen Partnerschaft sind oder nicht, spielen dabei eine zumindest gleichwertige Rolle. Für Sexualität gibt es keine Altersgrenze. Mit dem Alter erhält Sexualität eine andere Bedeutung. Geschlechtsverkehr wird häufiger als Ausdruck partnerschaftlicher Verbundenheit, als Befriedigung des Bedürfnisses nach Nähe und Zärtlichkeit empfunden.

Verhalten des Partners einer Krebspatientin

Auch für die Partner der an Krebs erkrankten Frauen kann das Umgehen mit der Erkrankung ein Problem bedeuten. Sie sind wahrscheinlich durch die Krankheit beunruhigt und haben Angst um ihre Partnerin. Da die Diagnose Krebs meistens wie "aus heiterem Himmel" kommt, ist man darauf nicht vorbereitet. Auch die Partner sind unsicher, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen. Woher können sie wissen, was die Betroffene jetzt am meisten braucht und wünscht, wenn sie es nicht sagt? Oft ist es so, dass auch beim Partner in der Zeit der Krebsbehandlung und unmittelbar danach die Lust auf intime Kontakte verschwindet. Das ist völlig normal. Aber auch wenn sich sexuelle Wünsche regen, braucht man deshalb kein schlechtes Gewissen und keine Schuldgefühle zu haben.
Egal, ob Sie in einer Partnerschaft sind oder allein, nutzen Sie die Möglichkeiten, sich zu informieren. Wenn Sie merken, dass Sie die Situation nicht bewältigen können, dann haben Sie den Mut, sich um fachliche Hilfe zu bemühen.

Quelle: www.krebsinformation.de


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