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Schilddrüsenoperation - Erläuterung der Untersuchung

Anamnese und körperliche Untersuchung vor einer Schilddrüsenoperation


Die Basismaßnahme bei Verdacht auf Vorliegen einer Schilddrüsenerkrankung ist die Erhebung der Krankheitsgeschichte durch den Hausarzt und der klinische Befund, d. h. das Abtasten der Schilddrüse am Hals (Vergrößerung/Knoten?).

Bestimmung der Laborwerte vor einer Schilddrüsenoperation


Daneben spielt die Untersuchung der hormonellen Produktion im Blut eine entscheidende Rolle. Hier werden das unmittelbar aktive und die Vorstufe des aktiven Schilddrüsenhormons direkt gemessen (fT3, fT4). Eine überragende Bedeutung für die Labordiagnostik vor einer Schilddrüsenoperation hat die Bestimmung des zentralen Steuerungshormons TSH (Thyreoidea Stimulierendes Hormon), das von der Hypophyse ausgeschüttet wird. Die Bestimmung nur dieses Hormons ist für eine orientierende Einschätzung der Stoffwechsellage völlig ausreichend. Dies gilt auch für postoperative Zustände, d. h. die Überprüfung der medikamentösen Hormoneinstellung nach einer ausgedehnten Schilddrüsenoperation.

Abb.1: Ultraschall: Farbduplexsonografie eines gutartigen Adenoms, 10 Mhz. Schallkopf, Gerät von GE, Logic P6
Abb.1: Ultraschall: Farbduplexsonografie eines gutartigen Adenoms, 10 Mhz. Schallkopf, Gerät von GE, Logic P6

Ultraschalluntersuchung vor einer Schilddrüsenoperation


Die wichtigste bildgebende Untersuchung ist der Ultraschall, als konventioneller Schwarz-weiß-Schall, der fast in jeder Hausarztpraxis (Allgemeinmedizin) oder in einer internistischen Praxis vorhanden ist. Hier gelingen nicht nur die Einschätzung der Größe der Gesamtschilddrüse, sondern auch die Abgrenzung von Knoten und eine gewisse Abschätzung der Artdiagnose der Knoten, d. h. Bösartigkeitsverdacht. Die Ergänzung der Ultraschalluntersuchung durch Dopplerverfahren, evtl. auch farbcodiert, gibt wichtige Hinweise zur Durchblutung der Schilddrüse insgesamt und einzelner Areale. Dies ist wichtig für die Abschätzung einer Überfunktion (Abb.1).

Schilddrüsenszintigrafie vor einer Schilddrüsenoperation

Abb. 2: Szintigrafie: normal große Schilddrüse mit Mehranreicherung links
Abb. 2: Szintigrafie: normal große Schilddrüse mit Mehranreicherung links

Die zweite wichtige bildgebende Methode, die zur Basisuntersuchung vor einer Schilddrüsenoperation gehört, ist die Schilddrüsenszintigrafie. Dies bedeutet das Spritzen einer geringen Menge radioaktiver Substanz in die Armvene, welche sich selektiv (organspezifisch) in der Schilddrüse anreichert. Durch Aufzeichnung mit einer Spezialkamera entsteht ein farbiges Bild. Auf diesem kann der beurteilende Nuklearmediziner nicht nur die Größe der Schilddrüse und deren Lage abschätzen, sondern auch eine gewisse Aussage zur Funktion machen, d. h. ob einzelne Areale oder Knoten über- oder unterfunktionieren (Abb.2). Auch lassen sich krebsverdächtige Knoten abgrenzen als nicht speichernde Areale, d. h. sogenannte kalte Knoten.


Entnahme einer Zellprobe vor einer Schilddrüsenoperation


Die dritte wichtige und ergänzende Untersuchung vor einer eventuellen Schilddrüsenoperation ist die Gewinnung einer Zellprobe. Nach Durchführung des Ultraschalls und der Szintigraphie werden verdächtige, „kalte“ Knoten unter Ultraschall eingestellt und mit einer feinen Nadel anpunktiert, sodass aus dem Knoten Zellflüssigkeit gewonnen wird. Diese wird von einem speziell erfahrenen Pathologen ausgewertet und erlaubt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit die Aussage, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Knoten handelt (Feinnadelpunktionscytologie). Auch wenn eine Operationsnotwendigkeit schon feststeht, ist die zusätzliche Feinnadelpunktion für den Operateur eine Entscheidungshilfe, wenn es um das Ausmaß der Schilddrüsenoperation geht.

Weitere mögliche Diagnoseverfahren vor einer Schilddrüsenoperation


Weiterführende bildgebende Verfahren, die für andere Organe heute Routine sind, wie Computertomographie und Magnetresonanztomographie (Kernspin) spielen für die Schilddrüsendiagnostik eine nachgeordnete Rolle und sollen deshalb hier nicht besprochen werden.

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