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Schilddrüsenoperation - Hintergrund

Schilddrüsenoperation


Eine Schilddrüsenoperation kann sowohl bei gutartigen Erkrankungen wie dem Knotenkropf oder einer Über- bzw. Unterfunktion der Schilddrüse, als auch bei bösartigen Erkrankungen wie Schilddrüsenkrebs notwendig werden. Je nach Schilddrüsenerkrankung stehen bei einer Schilddrüsenoperation vier Standardmethoden zur Auswahl: die einfache Knotenexcision, die einseitige komplette Resektion (Hemithyreoidektomie), die einseitige komplette Resektion plus subtotale der Gegenseite (sog. Dunhill-Op) und die Totalentfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie). Verschiedene technische Methoden, z.B. das Neuromonitoring, können dabei das Risiko von Komplikationen bei einer Schilddrüsenoperation minimieren.

Häufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen


Nach dem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sind Störungen der Schilddrüse die häufigsten Erkrankungen von hormonproduzierenden Drüsen in Mitteleuropa. Je nach Untersuchungsmethode leiden altersabhängig bis zu 30% der Bevölkerung an einer Schilddrüsenerkrankung. Viele davon, ohne es zu wissen.

Gutartige und bösartige Schilddrüsenerkrankungen


Orientierend teilt man Schilddrüsenerkrankungen ein in einerseits gutartig und anderseits bösartig, wobei zahlenmäßig die gutartigen bei weitem die Hauptrolle spielen. Die gutartigen Erkrankungen wiederum werden eingeteilt in solche mit Überfunktion (Hyperthyreose) und solche mit normaler Hormonfunktion (Euthyreose) oder Unterfunktion (Hypothyreose). Die bösartigen/Krebserkrankungen wiederum werden eingeteilt in verschieden aggressive Untertypen, von denen erfreulicherweise die hochdifferenzierten, gut behandelbaren, mit hervorragender Heilungsaussicht die häufigsten sind.

Gutartige Wucherungen können fließend übergehen in Krebsknoten, gelegentlich kommen auch gut- und bösartige Knoten nebeneinander vor. Genauso gibt es Überschneidungen zwischen hormonell inaktiven Knoten innerhalb der Schilddrüse und solchen mit Überfunktion (sogenannte autonome Adenome).

Häufigkeit und Symptome des Knotenkropfs


Die häufigste Schilddrüsenerkrankung, die zur Schilddrüsenoperation führt, ist der sogenannte Knotenkropf (euthyreote Struma). Diese Diagnose macht etwa 90% der Schilddrüsenoperationen in Deutschland aus (ca. 90.000 Operationen pro Jahr an der Schilddrüse insgesamt, davon 80% wegen Knotenkropf).

Krankheitssymptome, die der Patient selbst bemerkt, sind meist schleichend. Liegt keine hormonelle Dysfunktion vor, so bemerkt der Patient nur eine langsame Zunahme des Halsumfanges, die erst dann auffällt, wenn der Kragenknopf sich nicht mehr schließen lässt oder ernsthafter: Wenn die Luft knapp wird. Das heißt: die übergroße Schilddrüse drückt auf die benachbarte Luftröhre. Am häufigsten fällt aber die unkomplizierte Schilddrüsenwucherung bei Routineuntersuchungen auf, insbesondere beim Ultraschall. Die Laborwerte (Schilddrüsenhormone im Blut) müssen dabei keineswegs verändert sein.

In früheren Jahrzehnten nahmen die Ausmaße des Knotenkropfes teilweise groteske Ausmaße an bei Menschen, die nicht die Möglichkeit oder nicht den Willen zu einer operativen Korrektur hatten. Bilder mit über den Halsausschnitt herunterhängenden Weichteilen, die größeren Umfang haben, als der muskuläre Hals, kennen wir nur noch aus alten Lehrbüchern. In Entwicklungsländern wie in Zentralafrika kann man Kranke mit solchen Befunden auch heute noch sehen.


Häufigkeit und Symptome der Schilddrüsenüberfunktion


Die zweithäufigste Erkrankung, die der Patient selbst bemerkt, ist die Überfunktion. Diese muss nicht mit der Größe der Schilddrüse oder mit Knotenbildung einhergehen. Die Patienten fallen auf durch Unruhe, Schlaflosigkeit, Haarausfall, Schwitzneigung und Händezittern. Eine zwar seltene, aber in ihrer Ausprägung klassische Erkrankung ist der Morbus Basedow, benannt nach dem erstbeschreibenden Arzt. Hier handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, d. h. Bildung von Schilddrüsenantikörpern gegen das Gewebe selbst mit der Folge einer ungesteuerten Überfunktion. Diese Patientin haben außer der Schwellung der Schilddrüse oft auch hervortretende Augen (Exophtalmus). Für den behandelnden Arzt gelingt hier die Anhiebsdiagnose buchstäblich auf den ersten Blick.

Symptome und Diagnose von Krebsknoten


Krebsknoten in der Schilddrüse machen sich wie auch bei anderen Organkrebsarten leider nicht frühzeitig bemerkbar. Sie werden entweder zufällig entdeckt bei der Schilddrüsenoperation einer großen Knotenstruma (dann aus anderem Grund), oder bei Kontrolluntersuchungen bei bekannter, medikamentös behandelter Struma. Oder sie werden bemerkt bei einer Routineultraschalluntersuchung des Halses vom aufmerksamen Hausarzt. Gelegentlich tastet auch der Betroffene selbst einen Knoten am Hals, der „dort nicht hingehört“.

Die letzte, auch nicht ganz seltene Möglichkeit ist das Auftreten von Lymphknotenabsiedlungen am Hals, die der Patient selbst oder der untersuchende Hausarzt tasten kann. Für die häufigsten Schilddrüsenkrebsarten gibt es keinen spezifischen Marker im Blut, wie z. B. bei Darm- oder Prostatakrebs; nur für das seltene medulläre Carcinom (das Calcitonin).

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