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Schilddrüsenkrebs-OP - Methoden

Schilddrüsenkrebs-OP bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen


Die differenzierten Karzinome sind die häufigsten Schilddrüsentumore (papilläres Karzinom 50 bis 80 %, follikuläres Karzinom 20 bis 40 %, die insgesamt eine gute Prognose besitzen.

Lymphknoten Schilddrüse
Beim Mikrokarzinom (papilläres Karzinom <10 mm) ist eine eingeschränkt radikale Operation möglich.

Die Thyreoidektomie mit Entfernung der angrenzenden zentralen Lymphknoten ist der operative Standard. Wird der Karzinomverdacht oder ein zytologisch verdächtiger Befund formuliert, wird zunächst der knotentragende Schilddrüsenlappen entfernt. Bei histologischer Bestätigung der Karzinomdiagnose erfolgt die Entfernung des verbliebenen Schilddrüsenlappens und die zentrale Lymphknotendissektion, bei Hinweisen auch des lateralen Kompartments (s. Abbildung). Eine mehrwöchige Verzögerung des zweiten Eingriffs kann ohne Nachteile akzeptiert werden.

Bei organüberschreitenden differenzierten Karzinomen ist auch die Resektion von Nachbarstrukturen (z. B. Muskel) gerechtfertigt, wenn hierdurch der Tumor im Gesunden zu entfernen ist.

Schilddrüsenkrebs-OP bei gering oder undifferenzierten Schilddrüsenkarzinomen


Gering oder undifferenzierte Schilddrüsenkarzinome, die auf die Schilddrüse begrenzt sind, werden nach denselben Richtlinien wie die differenzierten Karzinome operiert. Eine anschließende externe Strahlentherapie wird empfohlen.

Ist eine vollständige Entfernung des Tumorgewebes nicht mehr möglich, müssen andere Therapiekonzepte (z. B. Bestrahlung, Chemotherapie, Schmerztherapie) in den Vordergrund gestellt werden.


Schilddrüsenkrebs-OP bei medullären Schilddrüsenkarzinomen


Die medullären Schilddrüsenkarzinome entstehen in den C-Zellen. Sie treten sporadisch (75 %) oder hereditär (25 %) auf. Eine genetische Untersuchung ist daher immer anzustreben. Das Calcitonin steht diagnostisch zur Verfügung.

Beim sporadisch medullären Schilddrüsenkarzinom werden unabhängig von der Größe des Tumors die gesamte Schilddrüse und die Lymphknoten des zentralen und lateralen Kompartments entfernt.

Wird die Diagnose erst anhand der Histologie nach der Schilddrüsenkrebs-OP festgestellt, muss bei einem normalen basalen und stimulierten Calcitonintest nicht zwangsläufig die Nachresektion angeschlossen werden, eine engmaschige Kontrolle ist aber dringend erforderlich.

Für das Entstehen des hereditären medullären Karzinoms ist eine Mutation des RET-Protoonkogens auf dem Chromosom 10 verantwortlich. Ein erhöhtes Serum-Calcitonin bei Verwandten ersten Grades sollte zur sofortigen Thyreoidektomie und Lymphknotendissektion, unter Umständen sogar im Kleinkindesalter, führen.

Bei den heriditären medullären Schilddrüsenkarzinomen werden systematisch alle drei Lymphknotenkompartmente ausgeräumt. Bei einer Tumorgröße von weniger als 10 mm reicht eine zentrale, einseitige Lymphknotendissektion aus.

Artikelinformationen zu Schilddrüsenkrebs-OP
Autor
PD Dr. med. Jörg Jonas

Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Jonas

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