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Rippenfellkrebs - Hintergrund / Einleitung

Rippenfellkrebs (Pleuramesotheliom)


Der Rippenfellkrebs – auch bekannt als malignes Pleuramesotheliom (MPM) – ist ein bösartiger Tumor des Rippen- und Lungenfells. Es handelt sich bei Rippenfellkrebs um eine mit 1000 bis 1500 Neuerkrankungen pro Jahr seltene Krebserkrankung, die nur in seltenen Fällen heilbar ist. Mit einer multimodalen Therapie (individuelle Kombination aus Operation, Chemotherapie und Bestrahlung) lässt sich jedoch die Lebenserwartung bei Rippenfellkrebs deutlich steigern.

Was versteht man unter Rippenfellkrebs?


Sowohl die Innenseite der Brusthöhle, als auch die Lunge selbst sind mit einer dünnen Haut überzogen, die aus Mesothelzellen besteht. Die Aufgabe des Rippen- und Lungenfells ist die Bereitstellung eines dünnen Flüssigkeitsfilmes, der ein reibungsloses Gleiten der Lunge beim Ein- und Ausatmen gewährleistet. So kann die Lunge, durch den in der Brusthöhle bestehenden Unterdruck, passiv den Atembewegungen des Brustkorbes folgen.

Gut- oder bösartige Geschwulstbildungen (Tumore) des Rippenfells sind als primäre Tumore (malignes Pleuramesotheliom) oder sekundäre Metastasen (Tochtergeschwülste) bei anderen Krebserkrankungen bekannt. Zu den gutartigen Pleurageschwülsten gehören Lipome und Hämangioendotheliome sowie das benigne lokalisierte Pleuramesotheliom. Insgesamt handelt es sich hierbei jedoch um seltene Veränderungen der Pleura.

Häufigkeit und Ursache von Rippenfellkrebs


Rippenfellkrebs manifestiert sich meistens zwischen dem 5. und 6. Lebensjahrzehnt und gehört mit einer Häufigkeit von 1000 bis 1500 Neuerkrankungen pro Jahr zu den selteneren Krebserkrankungen. Als Ursache für Rippenfellkrebs gilt zu 80 bis 90 Prozent die Asbestexposition. Somit ist Rippenfellkrebs trotz des seltenen Erkrankungsbildes die häufigste anerkannte maligne Berufserkrankung.

Die Erkenntnis, dass das Rippenfellkrebs zu fast 90 Prozent mit einer Asbestexposition einhergeht, hat in Deutschland dazu geführt, dass Asbest seit 1993 nicht mehr verarbeitet werden darf. Allerdings beträgt die Latenz zwischen Asbestbelastung und Auftreten des Rippenfellkrebs oft 30 Jahre und mehr. Somit ist davon auszugehen, dass bis zum Jahr 2030 noch viele Patienten an Rippenfellkrebs erkranken werden.

Zwei Formen von Rippenfellkrebs


Pathologisch–anatomisch werden zwei Formen von Rippenfellkrebs unterschieden:
  1. Das solitär fibröse Pleuramesotheliom, das von der Pleura viszeralis (Lungenfell) breitbasig oder gestielt ausgeht. Führend ist hier die Verdrängungssymptomatik. Diese Form der Veränderung lässt sich operativ sehr gut behandeln.
  2. Die weitaus häufigere Ausbreitungsart ist das sich über die gesamte Pleura parietalis (Rippenfell) ausbreitende Pleuramesotheliom. Es breitet sich in einer Brustkorbhälfte aus und greift dann auf das Lungenfell (Pleura visceralis) über. Im fortgeschrittenen Stadium wächst das malignes Pleuramesotheliom (MPM) infiltrierend in das Zwerchfell, Herzbeutel, Brustkorb und in die großen Gefäße.

Diagnose von Rippenfellkrebs


Die Sicherung der Diagnose Rippenfellkrebs erfolgt über die Gewinnung einer Probe zur histologischen Untersuchung. Dies kann CT-gesteuert oder über eine Spiegelung des Brustkorbes (Thorakoskopie) erfolgen.

Artikelinformationen zu Rippenfellkrebs
Autor
Autor

Prof. Dr. med. Emre Feza Yekebas

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Autor

Dr. med. Mario Kolar

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