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Rehabilitation Schwerbrandverletzter - Hintergrund

Rehabilitation Schwerbrandverletzter – Nachsorge bei großflächigen unfallbedingten Narben


Aus fortbestehenden Narben resultieren für den Schwerbrandverletzten weitreichende Einschränkungen der körperlichen Unversehrtheit, der funktionellen Fähigkeiten und der sozialen Integrität. Und wie die Haut, so reagiert ebenfalls die Seele empfindlich. Hieraus resultiert ein spezieller Rehabilitationsbedarf bei Schwerbrandverletzten.

Hintergrund zur Rehabilitation Schwerbrandverletzter


Seit Jahren beläuft sich die Zahl der thermisch Geschädigten auf ca. 20 000 Fälle in Deutschland. Hiervon sind etwa 7 Prozent als schwer einzuschätzen und in einem Brandverletztenzentrum zu therapieren. Und eigentlich kann es jeden treffen, Unbeschwerte, die beim Grillen einer Spiritusverpuffung zu nahe kommen; Fahrzeuginsassen, deren Auto sich beim Unfall entzündet; Arbeiter, die einen Betriebsunfall mit Feuer oder Strom erleiden; Kinder, die die Gefahren des Feuers noch nicht kennen; Verzweifelte oder psychisch Kranke, die sich im Affekt selbst anzünden.



Am Unfallort und in der ersten Phase der Betreuung im Brandverletztenzentrum bestimmen intensivmedizinisches und plastisch-chirurgisches Denken das Handeln, steht die Sorge ums Überleben und die Frage – warum? Im Verlauf realisiert der Schwerbrandverletzte und sein soziales Umfeld die mit dem Überleben verbundenen Veränderungen. Die Frage – Wie geht es weiter? – wird zum Mittelpunkt des Denkens. Für 4/5 von den ca. 1400 Fällen in Deutschland gibt es ein Leben danach.

Epidemiologische Angaben zu großflächigen Haut- und Weichteildefekten nach Überrolltrauma im Becken- oder Beinbereich sowie am Rumpf existieren nicht. Tangential stumpfe Gewalteinwirkung führt zum großflächigen Abreißen des Unterhautgewebes von den tieferen Schichten. Es resultieren ausgedehnte Hämatome und lokale Zirkulationsstörungen. Bakterielle Wundbesiedlung, ein mögliches Kompartmentsyndrom (Engpasssyndrom) im Bereich der Gesäß- oder Beinmuskulatur sowie unregelmäßige Wundoberfläche sind prognostisch ungünstige Faktoren für eine problemlose Wundheilung.

Was passiert bei Schwerbrandverletzten?


Ab tiefgradigen Verbrennungen (IIb) werden dermale Strukturen als Grundlage physiologischer Regeneration durch Epithelisierung weitestgehenden zerstört. Überschießende Reparaturmechanismen führen zur hypertrophen (überschießenden) Narbenbildung. Komplikationen in der Wundheilung wie Infektionen, mechanische Reizungen, aber auch individuelle, teils genetisch determinierte Faktoren begünstigen die Narbenhypertrophie. Es resultiert eine unreife, stark durchblutete, partiell unebene, wulstige und instabile Narbe, die bei Gelenknähe zu Kontrakturen führt und Bewegungen erschwert. Außerdem fehlen Talg- und Schweißdrüsen sowie Haare.

Den 18 bis 24 Monate dauerndem Prozess der Narbenreifung, der am längsten dauernde Phase der Wundheilung, liegt eine Umstrukturierung der Narbe zu Grunde. Es resultiert eine verdickte und verfestigte, teilweise elastischere und mechanisch besser belastbare Narbe.

Artikelinformationen zu Rehabilitation Schwerbrandverletzter
Autor
Portrait Ziegenthaler

Dr. med. H. Ziegenthaler

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