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Ratgeber - Indikation von MRT und Kernspintomografie

Faustregeln für die Indikation von MRT und Kernspintomografie


Häufig stellt sich die Frage, wann und bei welchen Fragestellungen man eine Magnetresonanz- bzw. Kernspintomografie (MRT, NMR) anfordern soll – soll zuerst eine Stufendiagnostik mit einer Art von „Eskalation“ mit MRT als „ultima ratio“ oder soll eine MRT sofort und als erste Modalität angefordert werden?

Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist ein faszinierendes Verfahren: Keine Röntgenstrahlenbelastung des Patienten, gestochen scharfe Bilder höchster Detailgenauigkeit, hervorragender Weichteilkontrast. Trotzdem sind andere Verfahren und Modalitäten der MRT weiterhin gleichwertig oder sogar überlegen. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über „harte“ Indikationen zur Untersuchung mittels MRT.

1. Schädel (allgemein)

  •     Alle intrakraniellen Erkrankungen mit Ausnahme intrakranieller Blutungen.

2. Schädel (Sellaregion)

  • Erkrankungen des neuroendokrinen Systems mit Hinweisen auf eine hypothalamisch-hypophysäre Ursache bzw. Lokalisation.
  •   Erkrankungen des Sehnerven und/oder der Augenmuskelnerven oder des Sinus cavernosus.

3. Schädel (Schädelbasis und Kleinhirn-Brückenwinkel)

  • Erkrankungen der basisnahen Strukturen des ZNS, insbesondere des Hirnstamms.
  • Erkrankungen der Schädelbasis und der angrenzenden Nasennebenhöhlen mit zentralen und/oder peripheren Hirnnervenstörungen.
  • Schädelbasisverletzungen mit Liquorfistel.

4. Hirngefäße

  •  Nachweis oder Ausschluss einer Sinus-/Hirnvenenthrombose in Verbindung mit der Schnittbilddiagnostik

5. Gesichtsschädel

  • Beurteilung der Lage und Ausbreitung von Tumoren und pseudotumorösen entzündlich-granulomatösen Erkrankungen des Viszerokraniums.
  • Nachweis und Differenzierung von Fehlbildungen des Gesichtsschädels.

6. Orbita

  • Nachweis oder Ausschluss von tumorösen und entzündlichen Erkrankungen der Orbita.
  • Nachweis und Differenzierung von Fehlbildungen.
  •  Endokrine Orbitopathie.
  • Verletzungen des Sehnerven.
  •  Ätiologische Abklärung einer Optikusatrophie.
  •  Suche nach nicht-ferromagnetischen Fremdkörpern.

7. Kiefergelenke

  •  Gelenksdysfunktion

8. Halsweichteile

  • Abklärung von Fehlbildungen, insbesondere Fehlbildungstumoren und Zysten und klinisch unklarer Befunde der Halsweichteile inkl. des Plexus cervicalis.
  • Pathologische Prozesse, die sich der klinischen, endoskopischen, sonografischen Diagnostik aufgrund ihrer Lage und/oder Ausdehnung entziehen (z.B. Pharynx, Speicheldrüsen).
  • Staging und Nachsorge von Tumoren.

9. Halsgefäße

  • Dissektionen, Stenosen und Gefäßanomalien der supraaortalen Arterien, insbesondere bei unklarem Farbdopplerbefund.

10. Wirbelsäule und Spinalkanal

  • Abklärung spinaler Fehlbildungen.
  • Abklärung frischer Traumafolgen, insbes. Beurteilung von Rückenmarks-/ Kauda-Kompressionen, intramedullären Blutungen, Nervenwurzelausrissen.
  • Abklärung alter Traumafolgen.
  • Abklärung einer nicht traumatischen Querschnittssymptomatik.
  • Abklärung einer mono- oder mehrsegmentalen Radikulopathie.
  • Abklärung einer konstanten oder fluktuierenden Myelopathie (Tumor, Entzündung, Ischämie, Syringomyelie, AVM).
  •  Suche nach Abtropfmetastasen oder Wirbelmetastasen bei Patienten mit bekanntem Tumorleiden.
  • Therapieplanung und Therapiekontrolle von Tumoren der Wirbelsäule und des Spinalkanals.
  •  Keine validierte Standard-Indikation: Funktionsuntersuchung.
  • Klinische Hinweise auf einen pathologischen Prozess.

11. Bewegungsapparat

  • Schultergelenk und Supraclavicularregion
  • Ellbogengelenke
  • Handgelenke
  • Hüftgelenke
  • Kniegelenke
  •  Sprunggelenke und Fußgelenke
  • Differenzierung von degenerativen, infektiösen und nichtinfektiösen entzündlichen, von tumorösen und posttraumatischen Erkrankungen der Knochen, Gelenke und Weichteile.
  • Osteonekrose, Epiphysiolyse, transitorische Osteoporose.

12. Extremitäten

  • Indikationen wie oben.
  • Zusätzlich: MRT im Rahmen der Therapieplanung und Therapiekontrolle von Knochen- und Weichteiltumoren zur genauen Beurteilung von Lokalisation, Ausdehnung und Volumen des Prozesses.

13. Thorax und Mediastinum

  • Nachweis, Ausbreitungs- und Lokalisationsdiagnostik von Raumforderungen der Thoraxwand und des Mediastinums.
  • Nachweis oder Ausschluss der Beteiligung mediastinaler Lymphknoten im Rahmen entzündlicher oder neoplastischer Lymphknotenerkrankungen.
  • Bestimmung der Ausdehnung von Entzündungen und Tumoren der Wirbelsäule und des hinteren Mediastinums.

Quelle: http://www.radiologie.de/


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