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Leistungen der Pflegeversicherung: Pflegestufen - Die Pflegestufen

Was versteht man unter einer Pflegestufe?


Die Pflegestufe entscheidet darüber, in welchem Umfang eine Person Leistungen von der Pflegeversicherung erhält. Um eine Pflegestufe zu erhalten, muss zunächst einmal ein Antrag auf Pflegeleistung bei der Pflegeversicherung gestellt werden. Bei gesetzlich Versicherten wird ein Gutachten bei einem angemeldeten Besuch des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) erstellt. Die Unternehmen der privaten Pflegepflichtversicherung beauftragen als Gutachter die eigens dafür konzipierte Medicproof GmbH, für die die gleichen Maßstäbe wie für den MDK gelten.

Ermittlung der Pflegestufe durch Gutachter


Der Gutachter stellt den Schweregrad der Beeinträchtigung sowie den Zeitbedarf für die persönliche Pflege, d.h. Körperpflege, Ernährung, Mobilität, und für die hauswirtschaftliche Versorgung in einem Pflegegutachten fest. Die Pflegestufe wird anhand dieses Gutachtens ermittelt. Die Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen und der Medicproof GmbH sind dabei an das Sozialgesetzbuch XI gebunden.

Bei der Vergabe der Pflegestufen wird der Hilfebedarf bei regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens im Bereich Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung berücksichtigt. Die medizinische Behandlungspflege wird in den Pflegestufen nicht beachtet. Bei Inanspruchnahme eines ambulanten Dienstes wird diese direkt über die Krankenkasse finanziert.

Folgende Leistungen sind in den Pflegestufen berücksichtigt:


Körperpflege:
  • Waschen
  • Duschen oder Baden
  • Zahnpflege
  • Kämmen
  • Rasieren
  • Darm- oder Blasenentleerung
Ernährung:
  • mundgerechte Zubereitung der Nahrung
  • Anleitung oder Unterstützung bei der Nahrungsaufnahmen
Mobilität:
  • Aufstehen und Zu-Bett-Gehen (Lagerungen und Transfers)
  • An- und Auskleiden
  • Unterstützung beim Gehen und Stehen
  • Begleitung bei Behördengängen oder Arztbesuchen
Hauswirtschaftliche Versorgung:
  • Einkaufen
  • Kochen
  • Reinigen der Wohnung
  • Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung

Für jede einzelne Tätigkeit gibt es einen bestimmten Zeitbedarf. Daraus wird dann der gesamte Pflegeaufwand berechnet. Für die Festsetzung der finanziellen Leistungen in den unterschiedlichen Pflegestufen wird nicht nur der Umfang an Pflegebedürftigkeit gemessen, sondern auch, wer die Pflegeleistung erbringt:
  • Pflegegeld wird zur Verfügung gestellt, wenn die Pflege von privaten Personen zu Hause durchgeführt wird.
  • Sachleistungen werden vergütet, wenn eine ausgebildete Pflegekraft den Klienten zu Hause pflegt.
  • Ist ein Klient vollstationär untergebracht, wird der entsprechende Pflegesatz übernommen.

Welche Pflegestufen gibt es?


Pflegestufe 0:
Seit der Reform der Pflegeversicherung im Jahr 2008 können auch Menschen mit einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz, die jedoch nicht die Voraussetzungen der Pflegestufe I erfüllen, Leistungen erhalten. Dies richtet sich vor allem an demenziell Erkrankte, aber auch an geistig behinderte Menschen und psychisch Kranke. Der Anspruch auf Leistung wird durch den MDK ermittelt. Finanziert wird der erhöhte Betreuungsaufwand von den Krankenkassen. Er beträgt 100 Euro Grundbetrag bis 200 Euro erhöhter Betrag monatlich.

Pflegestufe I – erhebliche Pflegebedürftigkeit:
Ein Hilfebedarf besteht mindestens einmal täglich bei wenigstens zwei Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Der Zeitaufwand für die Grundpflege muss mehr als 45 Minuten täglich betragen, der wöchentliche Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten.

Höchstsätze des Pflegegeldes bei Pflegestufe I:
ab 1.1.2012: 235 Euro
Höchstsätze der Sachleistungen bei Pflegestufe I:
ab 1.1.2012: 450 Euro
Vollstationäre Pflegekostenerstattung bei Pflegestufe I:
ab 1.1.2012: 1.023 Euro

Pflegestufe II – schwere Pflegebedürftigkeit:
Ein Hilfebedarf besteht mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten für Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Der Zeitaufwand für die Grundpflege muss mehr als 120 Minuten täglich betragen, der wöchentliche Tagesdurchschnitt mindestens 180 Minuten.

Höchstsätze des Pflegegeldes bei Pflegestufe II:
ab 1.1.2012: 440 Euro
Höchstsätze der Sachleistungen bei Pflegestufe II :
ab 1.1.2012: 1.100 Euro
Vollstationäre Pflegekostenerstattung bei Pflegestufe II:
ab 1.1.2012: 1.279 Euro

Pflegestufe III – Schwerstpflegebedürftige:
Es besteht ein Hilfebedarf täglich rund um die Uhr, auch nachts, bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Der Zeitaufwand für die Grundpflege muss mehr als 240 Minuten täglich betragen, der wöchentliche Tagesdurchschnitt 300 Minuten täglich.

Höchstsätze des Pflegegeldes bei Pflegestufe III:
ab 1.1.2012: 700 Euro
Höchstsätze der Sachleistungen bei Pflegestufe III:
ab 1.1.2012: 1.550 Euro
Vollstationäre Pflegekostenerstattung bei Pflegestufe III:
ab 1.1.2012: 1.550 Euro

Gegen die Bemessung der Pflegestufe durch den Gutachter hat jeder Betroffene das Recht, Widerspruch einzulegen. Dieser muss schriftlich begründet direkt an die Pflegeversicherung gerichtet werden.

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