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Operation bei Schilddrüsenüberfunktion - Hintergrund

Operation bei Schilddrüsenüberfunktion


Verschiedene Erkrankungen können zur Schilddrüsenüberfunktion führen. Zur definitiven Behandlung stehen die Radiojodtherapie und die Operation zur Verfügung. Je größer eine Schilddrüse ist und je ausgeprägter die knotigen Veränderungen sind, desto eher wird man sich für die Operation entscheiden. Für die Entfernung von Teilen der Schilddrüse oder der gesamten Schilddrüse stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung, wobei die konventionelle Schilddrüsenresektion über einen querverlaufenden Schnitt am Hals am häufigsten durchgeführt wird.

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?


Die Schilddrüsenfunktion wird normalerweise von der Hirnanhangsdrüse reguliert. Diese setzt ein Hormon (TSH) frei, welches die Schilddrüse stimuliert, Schilddrüsenhormone zu produzieren und freizusetzen. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion produzieren die Schilddrüsenzellen autonom Schilddrüsenhormone, d. h. die Produktion und Freisetzung von Schilddrüsenhormonen kann nicht mehr durch die Hirnanhangsdrüse gedrosselt werden. Typische Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sind Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, vermehrtes Schwitzen. Nervosität, Schlafstörungen, Gewichtsverlust und Durchfall.

Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion


Verschiedene Veränderungen bzw. Erkrankungen der Schilddrüse können zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen.
  1. Ein autonomes Adenom (sog. heißer Knoten): Bei dieser Form der Schilddrüsenüberfunktion findet die vermehrte Schilddrüsenhormonproduktion in einem umschriebenen Schilddrüsenknoten statt. Dabei kann es sich um den einzigen Knoten in einer sonst gesunden Schilddrüse handeln, es können aber auch weitere Knoten in der Schilddrüse nachweisbar sein. In der Schilddrüsenszintigraphie speichert dieser Knoten den radioaktiven Tracer besonders gut (Speichermaximum). Bei einem sog. dekompensierten Adenom stellt sich die normale Schilddrüse in der Szintigraphie nicht mehr dar, da der TSH-Spiegel soweit herunterreguliert ist, dass das normale Schilddrüsengewebe nicht mehr stimuliert wird.
  2. Die multifokale Autonomie: Die multifokale Autonomie entsteht auf dem Boden einer knotig veränderten Schilddrüse, einer sog. Knotenstruma. In einer so veränderten Schilddrüse kommt es zu Veränderungen der einzelnen Schilddrüsenzellen, die dann autonom, d.h. TSH-unabhängig werden könnten. Solche Veränderungen können an verschiedenen Stellen innerhalb der Schilddrüse auftreten. Die veränderten Zellen vermehren sich und bilden kleine Knoten, so dass dann eine Reihe autonomer Schilddrüsenknoten in der Knotenstruma vorliegen. Man spricht dann von einer multifokalen Autonomie.
  3. Die Autoimmunthyreopathie vom Typ Basedow: Bei dieser Erkrankung bildet der Körper Antikörper gegen den Rezeptor an den Schilddrüsenzellen, an denen das Hormon der Hirnanhangsdrüse (TSH) ankoppelt, um so die Schilddrüsenzellen zur vermehrten Produktion und Freisetzung von Schilddrüsenhormonen anzuregen. Diese Antikörper haben die gleiche Wirkung auf die Schilddrüsenzellen wie das TSH, d.h. sie stimulieren diese Zellen zur Bildung und Freisetzung von Schilddrüsenhormonen. Während das TSH relativ rasch wieder den Rezeptor verlässt, bleiben die Antikörper an den Rezeptor gebunden, so dass es zu einer Dauerstimulation der Schilddrüse kommt. Davon sind alle Schilddrüsenzellen betroffen. Man spricht deshalb von einer diffusen Autonomie. Hierbei kann es zu ausgesprochen schweren Überfunktionszuständen der Schilddrüse kommen. Junge Frauen sind von dieser Krankheit besonders häufig betroffen. Sie kann mit einer Schilddrüsenvergrößerung einhergehen und auch zu Augenveränderungen (endokrine Orbitopathie) führen. Durch eine Volumenvermehrung der Fettkörper hinter den Augäpfeln kommt es zum Hervortreten der Augen (sog. Exophthalmus). Auch kann es zu Lidschwellungen und zu Funktionsstörungen der Augenmuskeln (Doppelbilder) kommen.
Patienten mit einer Schilddrüsenautonomie sind besonders gefährdet, wenn Ihnen Jod in größerer Menge zugeführt wird. Besonders schwere Überfunktionszustände können beispielsweise durch intravenös gegebene Röntgenkontrastmittel ausgelöst werden, da diese sehr jodhaltig sind. Auch ein Medikament zur Stabilisierung des Herzrhythmus (Amiodaron) ist ausgesprochen jodhaltig und kann schwere Hyperthyreosen auslösen.


Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion


Eine Hyperthyreose wird in aller Regel zunächst medikamentös mit Thyreostatika (Carbimazol, Thiamazol, Propylthiouracil) behandelt. Diese Medikamente sollten nicht auf Dauer eingesetzt werden, nur in Ausnahmefällen sollte man Patienten länger als zwei Jahre so behandeln. Dabei müssen das Blutbild und die Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden, da Thyreostatika zu Knochenmarks- und Leberveränderungen führen können. Nach Absetzen der Medikamente kommt es bei Patienten mit einem autonomen Adenom oder einer multifokalen Autonomie in der Regel zu einem Hyperthyreose-Rezidiv. Daher sollte bei diesen Patienten eine definitive Therapie geplant werden, wenn sich die Schilddrüsenfunktion durch die Medikamente wieder normalisiert hat.

Im Gegensatz dazu kann die Autoimmunthyreopathie vom Typ Basedow ausheilen. Diese Patienten sollten über 6 Monate konsequent thyreostatisch behandelt werden. Kommt es nach Absetzen des Medikamentes zu einem Rezidiv, ist ebenfalls eine definitive Behandlung indiziert.

Radiojodbehandlung und Operation bei einer Schilddrüsenüberfunktion


Für die definitive Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion stehen die Radiojodbehandlung und die Operation zur Verfügung. Die Entscheidung, welches Therapieverfahren angewendet wird, muss gemeinsam mit dem Patienten getroffen werden. Je größer eine Schilddrüse ist und je ausgeprägter die knotigen Veränderungen sind, desto eher wird man sich für die Operation entscheiden. Junge Frauen mit aktuellem Kinderwunsch dürfen nicht radiojod-therapiert werden. Demgegenüber sind z.B. Patienten mit kleinen autonomen Adenomen sehr gut für diese Form der Behandlung geeignet.

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