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Morton’sche Metatarsalgie-Operation - Hintergrund

Morton’sche Metatarsalgie-Operation


Unter der Morton'schen Metatarsalgie – auch Morton-Neuralgie genannt – versteht man ein extrem schmerzhaftes Beschwerdebild, bei dem es durch eine Nervenirritation zwischen den Köpfchen der Mittelfußknochen zu unvermittelt einschießenden Schmerzen maximaler Intensität in einen Zehenzwischenraum hinein kommt. Die wirksamste Methode zur Behandlung der Morton'schen Metatarsalgie besteht in der operativen Durchtrennung des betroffenen Nerven. Eine solche Morton'sche Metatarsalgie-Operation hat die Schmerzbefreiung zum Ziel, resultiert aber auch in einer Taubheit zwischen den zwei betroffenen Zehen.

Was versteht man unter Morton'sche Metatarsalgie?


Der in der Syndrombeschreibung Morton'sche Metatarsalgie verborgene Name Morton ist der Erstbeschreiber dieses Schmerz erzeugenden Krankheitsbildes. Die Veröffentlichung stammt aus dem Jahre 1876. Der durch den Tarsaltunnel ziehende Nervus tibialis (Schienbeinnerv) teilt sich bei Eintritt in die Fußsohle in zwei wichtige Äste, diese Äste teilen sich weiter auf und bilden zunächst vier Fußsohlennerven; diese teilen sich noch mal in Endäste auf zu den jeweils aneinander angrenzenden Hautbereichen zwischen zwei Zehen. Letztlich ist dann jeder der Fußsohlennerven verantwortlich für das Gefühl zwischen zwei aneinander grenzenden Zehen. Diese Nervchen enthalten ausschließlich sensible Nervenfasern, was bedeutet, dass Erregungen aus der Haut über diese Nerven zentralwärts geleitet werden und als Gefühlsempfindung oder Schmerz wahrgenommen werden. Der Verlauf eines solchen Zwischenzehnervs unterkreuzt eine quer verlaufende Bandverbindung (Ligamentum intermetatarsale). Diese stellt bei der Morton'schen Metatarsalgie das Problem dar.

Die fünf Mittelfußknochen (Metatarsalia) sind längliche Röhrenknochen. Sie haben an ihren Enden eine kolbige Auftreibung, die eine von Knorpel überzogene Rundung aufweist und dadurch einen Gelenkkopf für die angrenzenden beweglichen Zehenknochen bildet. Die verdickten Endköpfe dieser Mittelfußknochen sind durch jenes quere Band miteinander verbunden, „Intermetatarsalband“ genannt. Es kann scharfkantig sein und beim Vorliegen der Morton'schen Metatarsalgie den unterkreuzenden Zwischenzehnerv kneifen, wenn man mit dem Fuß auftritt. Hochhackiges Schuhwerk, bei dem die Zehen zum Fußrücken hochgebogen werden, kann diesen unangenehmen Effekt der Morton'schen Metatarsalgie selbstverständlich verstärken.


Lokalisation und Symptome der Morton'schen Metatarsalgie


Am häufigsten tritt die Nervenirritation der Morton'schen Metatarsalgie zwischen dem 3. und 4. Zeh auf, am zweithäufigsten zwischen dem 4. und 5. Zeh. Manifestationen der Morton'schen Metatarsalgie zwischen den anderen Zehenzwischenräumen sind aber auch zu beobachten gewesen. Es kommt bei der Morton'schen Metatarsalgie zu einem blitzartig in den betroffenen Zwischenzehraum einstrahlenden - als elektrisierend empfundenen - Schmerz von sofort voller Intensität. Eine klare Abhängigkeit von Belastungen durch Gehen, Stehen, bestimmtes Schuhwerk lässt sich nicht festmachen. Es gibt bei der Morton'schen Metatarsalgie auch den einschießenden Schmerz in Ruhe, so beim Sitzen oder Liegen. Die Dauer des Schmerzes kann Sekunden, Minuten, eine halbe Stunde oder auch mehrere Stunden betragen. Es gibt Ruhephasen über mehrere Tage, aber auch Auftreten der Schmerzschübe mehrfach täglich.

Die Schmerzintensität bei der Morton'schen Metatarsalgie ist gewaltig. Man muss sich vorstellen, dass ein Hautnerv von allenfalls Bleistiftminendurchmesser gequetscht wird unter Einwirkung des ganzen Körpergewichts. Dieser Quetschvorgang ist extrem Schmerz erzeugend, vergleichbar mit einer Nadelpunktion direkt in einen Nerv hinein.

Auslösende Faktoren der Morton'schen Metatarsalgie


Der Fuß ist durch jeden Schritt und durch jedes Gehen einer unaufhörlichen Belastung und Bewegung ausgesetzt. Man kann ihn nicht schonen. Spreizfüße, die sehr verbreitet sind, sollen die Entstehung einer Morton`schen Metatarsalgie begünstigen. Andererseits soll auch sehr enges Schuhwerk ungünstig wirken, denn das quetscht die Endköpfchen der Mittelfußknochen zusammen. Am meisten leuchtet ein, dass hochhackige Schuhe, bei denen das Körpergewicht ganz auf den Vorfuß verlagert wird, auslösend wirken.

Symptome bei der Morton'schen Metatarsalgie


Wenn das Irritationsbild der Morton'schen Metatarsalgie fortschreitet, wird auch zwischen den zwei betroffenen Zehen „Pelzigkeit“ bzw. Taubheit wahrgenommen. Die Wahrnehmung erfolgt spät, weil man sich um das Gefühl zwischen den Zehen wenig kümmert. Bemerkt man es aber, muss von ärztlicher Seite an eine Nervenschädigung gedacht werden. Zuvor lange geklagte Schmerzen können dann eher eingeordnet werden. Manchmal liegen bei der Morton'schen Metatarsalgie auch nur Taubheitsempfindungen zwischen zwei Zehen vor, ohne dass es zu Schmerzschüben kommt.

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