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Metabolisches Syndrom - Hintergrund / Einleitung

Metabolisches Syndrom


Als Metabolisches Syndrom wird das Zusammentreffen der vier Faktoren Übergewicht, Bluthochdruck, gestörter Fettstoffwechsel und gestörter Zuckerstoffwechsel bezeichnet. Diese vier Faktoren des Metabolischen Syndroms erhöhen das Risiko, an Diabetes oder Herz-Kreislauf-Krankheiten zu erkranken und sind meist auf einen ungesunden Lebensstil mit permanenter Überernährung und mangelnder Bewegung zurückzuführen. Das Metabolische Syndrom tritt vor allem in den westlichen Industriestaaten häufig auf und wird deshalb in der Umgangssprache auch Wohlstandssyndrom genannt.

Definition: Was ist ein Metabolisches Syndrom?


Der Begriff Metabolisches Syndrom – umgangssprachlich auch Wohlstandssyndrom genannt – bezeichnet keine eigenständige Krankheit, sondern das gemeinsame Auftreten verschiedener Erkrankungen oder Symptome, die als Risikofaktoren für die Entstehung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinfarkt und Schlaganfall gelten. Zu den vier Haupterkrankungen bzw. Hauptsymptomen, die im Rahmen des Metabolischen Syndroms auftreten, gehören Übergewicht, das sich vor allem durch zuviel Bauchfett bemerkbar macht (abdominelle Fettleibigkeit), Bluthochdruck (Hypertonie), Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämien) und ein gestörter Zuckerstoffwechsel (hoher Blutzucker und Insulinresistenz).

Eine allgemein akzeptierte Definition des Metabolischen Syndroms gibt es derzeit nicht, da es unter Wissenschaftlern umstritten ist, welche und wie viele Kriterien in welcher Form erfüllt sein müssen, um von einem Metabolischen Syndrom sprechen zu können. Nach der gängigen Definition der IDF (International Diabetes Federation) von 2005 liegt ein Metabolisches Syndrom vor, wenn ein Patient mindestens drei der folgenden vier Erkrankungen bzw. Symptome aufweist:
  1. bauchbetontes Übergewicht (abdominelle Fettleibigkeit) mit einem Taillenumfang von mehr als 94 Zentimetern bei Männern und mehr als 80 Zentimetern bei Frauen
  2. ein Bluthochdruck von mindestens 130/85 mmHg
  3. Fettstoffwechselstörungen mit einem erniedrigten HDL-Cholesterin-Spiegel von weniger als 40 mg/dl (1,03 mmol/l) bei Männern bzw. weniger als 50 mg/dl (1,29 mmol/l) bei Frauen sowie erhöhten Triglyzerid-Werten von mehr als 150 mg/dl (1,7 mmol/l)
  4. ein gestörter Zuckerstoffwechsel mit einer Insulinresistenz und einem erhöhten Nüchtern-Blutzucker von mehr als 100 mg/dl (5,6 mmol/l)

Häufigkeit des Metabolischen Syndroms


Das Metabolische Syndrom ist vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet. In Deutschland erkranken Schätzungen zufolge etwa 20 bis 25 Prozent der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens an einem Metabolischen Syndrom. Die Häufigkeit steigt dabei mit zunehmenden Alter, weshalb vor allem Personen, die älter als 60 Jahre sind, vom Metabolischen Syndrom betroffen sind.

Ursachen für das Metabolische Syndrom


Das Metabolische Syndrom entsteht hauptsächlich als Folge des in den westlichen Industriestaaten vorherrschenden Lebensstils, der durch eine permanente Überernährung und erhöhte Kalorienzufuhr in Kombination mit einem Mangel an körperlicher Bewegung gekennzeichnet ist. Das dadurch ausgelöste Übergewicht führt, insbesondere wenn es sich durch zu viel Bauchfett äußert, zu einer Insulinresistenz – also einem verminderten Ansprechen der menschlichen Körperzellen auf das Hormon Insulin – die sich zu Diabetes mellitus vom Typ 2 weiterentwickeln kann. Darüber hinaus spielen auch genetische Faktoren eine große Rolle bei der Entstehung des Metabolischen Syndroms. So ist etwa das Risiko, ein Metabolisches Syndrom zu entwickeln, bei Menschen, die Verwandte mit Diabetes mellitus vom Typ 2 haben, erhöht.

Artikelinformationen zu Metabolisches Syndrom
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