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Hirnhauttumor (Meningeom) - Behandlung / Therapie

Behandlung bei einem Meningeom


Behandelt werden Meningeome im Allgemeinen operativ. Bei kleinen Tumoren, die als Meningeom diagnostiziert werden, kann man auch abwarten und durch Kernspintomographie beobachten. Hier wählt man das erste Kontrollintervall zunächst kurz, damit man nicht auf einen der oben genannten anderen Tumoren „hereinfällt“. Herauszustellen ist, dass nur die neuropathologische Analyse des entnommenen Gewebes eine exakte Diagnose stellen kann, nicht aber die Bildgebung.

Besonderheiten bei der operativen Entfernung eines Meningeoms

Abb. 2: Meningeom im Bereich des Sinus cavernosus mit Kompression des rechten Sehnerven. Hier ist eine kombinierte Therapie aus OP und fraktionierter stereotaktischer Bestrahlung sinnvoll.
Abb. 2: Meningeom im Bereich des Sinus cavernosus mit Kompression des rechten Sehnerven. Hier ist eine kombinierte Therapie aus OP und fraktionierter stereotaktischer Bestrahlung sinnvoll.

Operativ gibt es einige Besonderheiten, die bei der Entfernung eines Meningeoms unbedingt zu beachten sind: Sie sind meistens gut abgegrenzt und die Durchblutung erfolgt von der Dura aus. Je nach Lokalisation muss der Neurochirurg die Beziehung des Meningeoms zu den umliegenden anatomischen Strukturen (z.B. Nerven und Gefäßen ) strengstens beachten. So gibt es Tumore, wie z.B. Tuberculum sellae Meingeome, die einen direkten Bezug zum Nervus opticus, also dem Sehnerven, aufweisen. Andere Tumore, z.B. in der hinteren Schädelgrube, können am Felsenbein kleben und auch direkt an den Fazialisnerven angrenzen. Eine unsachgemäße Operation könnte damit zu Schädigungen dieser Nerven führen.

Vorgehen bei der operativen Entfernung eines Meningeoms


Daher ergibt sich bei einem geplanten Eingriff zur Entfernung eines Meningeoms folgende Strategie: Ganz am Anfang steht natürlich die Lokalisation des Prozesses. Bei Basistumoren ist dies meist sehr einfach, da die Position durch die Nähe zu den konstanten anatomischen Strukturen definiert ist. Andere Meningeome müssen evtl. mit Hilfe eines Navigationssystems aufgesucht werden. Dies erfordert die präoperative Durchführung eines MRT oder CT mit entsprechenden Markern auf dem Kopf des Patienten und die Einspeisung dieser Daten in den Navigationscomputer.

Das Meningeom wird dann von der Basis oder seiner Gefäßversorgung abgenabelt. Dies geschieht meist im ersten Schritt der Operation durch bipolare Koagulation, d.h. Verschorfung mit chirurgischen Strompinzetten.

Das Meningeom wird dann gehölt. Man spricht hier im angloamerikanischen Sprachgebrauch auch von „Debulking“ Dies kann entweder mit dem Operationssauger geschehen oder aber mit dem sogenannten CUSA, einem Gerät, welches mit fein einstellbarem Ultraschall das Meningeom zertrümmert und gleichzeitig absaugt. Damit sind sehr schnelle und sichere Volumenreduktionen des Tumors möglich.


Nun, wenn das Meningeom quasi von innen gehölt ist und schlaff ist, kommt man in die letzte Phase der Operation. Der Tumor wird in seiner Randzone präpariert. Hierbei macht man sich zunutze, dass das Meningeom durch die vorangegangene Volumenreduktion sehr schlaff ist und sich die Grenzzone sehr leicht aufpräparieren lässt.

Dies ist der wichtigste und entscheidende Schritt. Der Operateur lässt das Meningeom meist von Assistenten halten und präpariert dann sehr punktuell Gefäße (die zum Gehirn gehören) und Nerven vom Tumor ab. Diese Technik nennt man „Dreihandtechnik“ und erfordert ein eingespieltes Team im Operationssaal. Postoperative Probleme wie Schwellungen oder Blutungen können dadurch verursacht werden, dass wichtige Venen, die das Hirn drainieren, mitkoaguliert werden. Dies darf daher auf keinen Fall passieren.

Bei Tumoren, bei denen dies möglich ist (z.B. an der Hirnoberfläche) sollte der Tumoransatz und ggf. auch der Knochen bei Knocheninfiltration mitentfernt werden. Hier muss dann die Hirnhaut durch eine entsprechende Duraplastik ersetzt werden und der Knochen durch eine Palacosplastik. Meningeome wachsen oft mit einem sogenannten „meningeal tail“, einer dünnen Aussaat auf der Dura. Auch dieser Teil muss entfernt werden.

Eine Besonderheit stellen Meningeome dar, die gar nicht komplett entfernt werden können, da sie in vitale Strukturen einwachsen. Hier kann es Sinn machen, z.B. einen in seiner Funktion beeinträchtigten und gedrückten Nerven, wie z.B. den Sehnerv, vom Meningeom zu befreien.
Bei einem komplexen Meningeom kann es immer Sinn machen, sich in Ruhe beraten zu lassen und auch über alle möglichen Risiken aufklären zu lassen bzw. auch eine Zweitmeinung einzuholen.

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