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Medikamentenpumpen-Implantation - Hintergrund

Medikamentenpumpen-Implantation


Eine Medikamentenpumpe – auch Schmerzpumpe genannt – dient der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen oder Spastik, bei denen orale Medikamente nicht ausreichen oder nicht tolerierbare Nebenwirkungen verursachen. Mithilfe der Medikamentenpumpe werden Schmerzmittel oder muskelerweichende Medikamente direkt ins Hirnwasser befördert. Das Medikamentenpumpen-System, bestehend aus einer Medikamentenpumpe und einem intrathekalen (im Hirnwasser liegenden) Katheter, wird von einem Neurochirurgen operativ implantiert.

Patienten mit chronischen Schmerzen


Chronische Schmerzen sind eine eigenständige Krankheit und haben mit der Signalwirkung des Akutschmerzes nichts mehr zu tun. Eine Chronifizierung des Schmerzes ist sehr individuell und vom Schmerzcharakter abhängig, aber generell handelt es sich bereits um einen chronischen Schmerz, wenn dieser regelmäßig (meist täglich) und mehr als 3 bis 6 Monate lang vorhanden ist und den Patienten in seiner Lebensqualität und seinen Aktivitäten beeinträchtigt. Bei der Chronifizierung des Schmerzes werden Prozesse in der Schmerzleitung, -verarbeitung und –wahrnehmung im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) in Gang gesetzt, die mit herkömmlichen Schmerzmitteln nicht mehr erfolgreich behandelbar sind. Deshalb sollten Patienten mit chronischen Schmerzen von speziell hierfür geschulten Ärzten, im Idealfall einem ausgewiesenen Schmerztherapeuten, federführend behandelt werden.
Schmerzpatient Therapie

Patienten mit Spastik


Spastik ist eine krankhafte Tonuserhöhung der Muskulatur mit unterschiedlichsten Ursachen. Bei der medikamentösen Therapie werden sog. Muskelerweicher (Spasmolytica) gegeben, die dazu führen, dass die äußerst schmerzhafte Tonuserhöhung zurück geht und Gelenke wieder aktiv oder passiv bewegt werden können. Hier ist vor allem das Medikament Baclofen, das in zunehmenden Maße auch über das Hirnwasser gegeben wird, am besten wirksam.

Implantation einer Medikamentenpumpe zur Behandlung von chronischen Schmerzen und Spastik


Im Rahmen des Gesamtbehandlungskonzepts und nicht als alleinige Therapie (!) kann der Neurochirurg mit Hilfe einer Medikamentenpumpe, die Schmerzmittel oder muskelerweichende Medikamente direkt ins Hirnwasser befördert, einen effektiven Beitrag zur Bekämpfung von Schmerzen und Spastik leisten (IT drug delivery systems). In aller Regel ist die Implantation einer Medikamentenpumpe auch nicht die erste Behandlungsoption.

Artikelinformationen zu Medikamentenpumpen-Implantation
Autor
Dr. Susanne Hager

Dr. med. Susanne Hager, Klinik für Neurochirurgie mit Zertifikat für "Spezielle neurochirurgische Schmerztherapie“, Städtisches Klinikum München

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