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Magenbypass - Hintergrund

Magenbypass


Der Magenbypass ist ein chirurgisches Verfahren, das der Behandlung von extremem Übergewicht und den damit verbundenen Folgeerkrankungen, insbesondere Diabetes mellitus vom Typ 2 und Bluthochdruck, dient. Bei einem klassischen Magenbypass wird der Magen kurz unterhalb des Mageneingangs abgetrennt, so dass ein kleiner Magen mit einem Fassungsvolumen von ca. 30 ml entsteht. Beim sogenannten Mini-Magenbypass wird aus der kleinen Magenseite ein Schlauchmagen gebildet, der am unteren Ende vom Hauptmagen abgetrennt und in den Dünndarm eingepflanzt wird.

Häufigkeit und Folgen von Übergewicht


Von 1000 Menschen in Deutschland sind etwa 400 übergewichtig und 15 Menschen davon haben extremes Übergewicht. Dies entspricht umgerechnet auf die Gesamtbevölkerung einer Anzahl von ca. 1,1 Millionen Mitbürgern. Adipositas und Blutzuckerkrankheit (Typ-2-Diabetes) sind dabei eng miteinander verbunden und die Zahl der Erkrankungen nimmt in Europa stetig zu. Aktuell haben wir in Deutschland 6,5 Millionen Typ 2 Diabetiker und nehmen damit in der Prävalenz der Adipositas und des Diabetes in Europa den Spitzenplatz ein. Neben Blutzuckerkrankheit, Bluthochdruck und Herzerkrankungen ist das Übergewicht mit zahlreichen weiteren Erkrankungen, wie z. B. Schlafapnoe, Gelenkarthrosen und Krebs vergesellschaftet.

Die Lebenserwartung für stark übergewichtige Männer verringert sich statistisch um 12 Jahre, für übergewichtige Frauen um neun Jahre. Noch dramatischer sind die Zahlen bei jungen adipösen Patienten, ihre Lebenserwartung sinkt um 20 Jahre. Jugendliche sind heute in einem Maß adipös, dass Kinderärzte es mit Erkrankungen aus der Erwachsenenmedizin zu tun haben. Nachdem sich konservative diätetische Programme als weitgehend unwirksam erwiesen haben, ruhen die Hoffnungen auch hier auf der bariatrischen Chirurgie.

Definition von Übergewicht


Die heute klassische Maßeinheit des Übergewichts ist der Body-Maß-Index (BMI), berechnet mit der Formel Körpergewicht in kg/ Körpergröße in Metern²

Übergewicht (BMI größer als 25,0) teilt sich auf in:
Adipositas Grad 1: 30,0 bis 34,9
Adipositas Grad 2: 35,0 bis 39,9
Adipositas Grad 3: > 40,0.

Dabei ist die erhöhte Leibesfülle mit einer Taillenumfangsvermehrung deutlich gefährlicher als übermäßige Fettablagerungen an Hüften, Beinen und Po.

Die wichtigsten Begleit- und Folgeerkrankungen bei Übergewicht

  • Herz- Kreislauf- System: Bluthochdruck, Störung der Blutgerinnung, Herzmuskelschwäche, Herzkranzgefäßerkrankung, Schlaganfall, Durchblutungsstörung der Beine, bis hin zu offenen Beinen
  • Magendarmtrakt: vermehrte Übelkeit, vermehrtes Sodbrennen, gestörte Darm- und Magenbeweglichkeit, vermehrt Verstopfung, Lebervergrößerung und Fettleber, gehäuftes Gallensteinleiden
  • Bewegungsapparat: Erhebliche Arthrosen, insbesondere im Bereich der Beine, an Sprunggelenken, Kniegelenken und Hüftgelenken, erhebliche Verschleißerkrankungen im Bereich der Wirbelsäule
  • Zunahme von Krebserkrankungen, insbesondere Darmkrebs, Krebs der Brust und der Gebärmutterschleimhaut, Prostatakrebs und Nierenkrebs
  • Stoffwechselstörungen, insbesondere mit dem so genannten Typ 2 Diabetes, dem erhöhten Fettspiegel im Blut und der vermehrten Harnsäure im Blut (Gichtanfälle)
  • Allgemeine Folgen wie deutlich erhöhtes Operationsrisiko für jegliche OP und psychische Probleme mit depressiven Verstimmungen, erheblich verminderter Lebensqualität, häufig niedriges Selbstwertgefühl und soziale Isolierung
Größte Sorgen bereiten diese Begleiterkrankungen des Übergewichtes die letztendlich zu der deutlich verringerten Lebenserwartung führen. Diese erfolgreich zu behandeln ist der zukünftige Fokus chirurgischer Therapie. Je früher diese Begleiterkrankungen behandelt werden können, desto größer sind die Heilungschancen.


Die Behandlung der Adipositas und der metabolischen Störungen


Übergewichtigkeit bedarf prinzipiell erst einmal einer konservativen Therapieform. Am effektivsten ist dabei die langfristige Umstellung der Ernährung kombiniert mit einer Steigerung der körperlichen Aktivität. Damit sind bei einem BMI zwischen 25 und 35 gute Erfolge auch langfristig zu erreichen.

Die chirurgische Therapie des extremen Übergewichtes und seiner Begleiterkrankungen


Adipositaschirurgische Maßnahmen wie der Magenbypass sind keine Ursachenbekämpfung, da die eigentlichen Ursachen komplex und weitgehend noch nicht erforscht sind. Daher ist für die präoperative Indikationsstellung ein multidisziplinärer Therapieansatz unter Einbeziehung von Ernährungstherapeuten, Diabetologen, Internisten, Hausärzten, Endokrinologen, Psychologen und Bewegungstherapeuten, notwendig.

Auch nach der Magenbypass-OP ist nur ein multidisziplinärer Ansatz zielführend und stützt sich auf 4 Säulen:
  • Ernährungstherapie
  • Bewegungstherapie
  • Internistische Behandlung
  • Chirurgische Langzeitbetreuung

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