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Magenband - Hintergrund

Magenband


Magenband 1Beim Magenband handelt es sich um ein Operationsverfahren der bariatrischen Chirurgie, das der Behandlung krankhafter Adipositas dient. Mit dem Magenband soll das Füllungsvolumen des Magens verkleinert werden, so dass beim Essen schneller ein Sättigungsgefühl eintritt. Ein Magenband wird in der Regel erst ab einem BMI von 40 in Erwägung gezogen und wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft wurden und nicht zum Erfolg geführt haben.

Das Magenband ist ein restriktives Operationsverfahren der bariatrischen Chirurgie, das auf die Verkleinerung des Füllungsvolumens des Magens wirken soll. Es wird meist mit einem laparoskopischen Operationsverfahren knapp unterhalb der Einmündung der Speiseröhre um den Magen herum gelegt. Auf diese Weise wird der kleine Vormagen, der sich oberhalb des Bandes befindet, und die Sensoren für das Sättigungsgefühl, soweit eingeengt, dass sich die Passage der Nahrung in den Rest des Magens deutlich verlangsamt. Das Magenband besitzt innenseitig einen justierbaren Schlauch, der über ein Portsystem verfügt, das unter der Haut liegt und mit einer einfachen Spritze jederzeit einstellbar ist. (Bild 1).

Magenband 2Bei einem Füllungsvolumen des Vormagens von 25 bis 40 ml tritt das Sättigungsgefühl sehr schnell ein. Allerdings muss das Magenband in regelmäßigen Abständen nachjustiert werden, da die Magenwand unter dem Druck des Bandes immer etwas nachgibt. Diese Einstellung erfolgt teilweise unter einer Röntgenkontrolle, bei der man die verlangsamte Passage unter Benutzung eines Kotrastmittels sehr gut einschätzen kann, die allerdings aber auch den Nachteil einer Strahlenbelastung in sich birgt (Bild 2).

Wesentlicher Effekt des Magenbandes ist die Unterstützung bei der Umstellung des eigenen Essverhaltens. Die Nahrung muss gut gekaut werden und jeder muss sich ausreichend Zeit für die Mahlzeit nehmen. Hastiges Essen mit großen Nahrungsbrocken führt zur Übelkeit und sogar zum Erbrechen.

Bei der Wahl des Verfahrens wird der erfahrene Chirurg sehr genau nach den Essgewohnheiten fragen. Eine ausgeprägte Neigung zu Süßigkeiten und gezuckerten Getränken (Eis, Schokolade, Cola etc.) wird nicht zu der gewünschten Gewichtreduktion führen, da das Magenband Flüssigkeiten keinen Widerstand entgegen stellt. Vielmehr ist auf diese Weise sogar eine Gewichtszunahme möglich.

Es gilt auch hier: Das Magenband ist lediglich eine (chirurgische) Hilfestellung; das Wichtigste bleibt der Wille jedes einzelnen, die eigenen Essgewohnheiten umstellen zu wollen.



Autor
PD Dr. med. Jörg Jonas

Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Jonas

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