Schliessen
medführer Arzt- und Kliniksuche


medführer Startseite » Lunge » Behandlungen » Lobektomie (Entfernung eines Lungenlappens) » Methoden

Lobektomie (Entfernung eines Lungenlappens) - Methoden

Zwei Arten der Lobektomie


Prinzipiell gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, eine Lobektomie durchzuführen. Entweder kann die Lobektomie offen chirurgisch (Thorakotomie) über einen Schnitt in der Regel entlang des seitlichen Brustkorbes, oder in Schlüsselloch-Technik durch eine Brustkorbspiegelung (videoassistierte Thorakoskopie) erfolgen. Vor allem bei Krebserkrankungen sollte ein offen chirurgisches Vorgehen gewählt werden. Die minimal-invasive Operation der Brustkorbspiegelung eignet sich als therapeutische Methode eher bei gutartigen Erkrankungen oder wenig fortgeschrittenen Tumorstadien mit begrenzten, am Rand liegenden Tumorherden.

Intraoperatives Vorgehen bei der Lobektomie


Unmittelbar vor der Lobektomie wird in der Regel ein Epidural-Katheter eingelegt, um postoperativ eine bessere und wirksamere Schmerztherapie durchführen zu können. Ein Epidural-Katheter ist ein dünner Schlauch, der steril mit Hilfe einer Nadel in den Rückenmarksraum eingebracht wird und über den Schmerzmittel kontrolliert über eine elektrische Pumpe verabreicht werden können. Dies bewirkt nach der Lobektomie eine schnellere Genesung und dadurch einen kürzeren Krankenhausaufenthalt.

Die Entfernung eines Lungenlappens (Lobektomie) wird in Vollnarkose durchgeführt. Um im Verlauf der Operation den betroffenen Lungenflügel besser beurteilen und den betroffenen Lungenlappen gegebenenfalls mit den angrenzenden Lymphknoten erfolgreich entfernen zu können, werden die beiden Lungenflügel getrennt voneinander intubiert (Doppellumenintubation). Dies hat den Vorteil, dass die beiden Lungenflügel während der Lobektomie getrennt voneinander beatmet werden können. Vor Eröffnung des Brustkorbes wird der zu operierende Lungenflügel nicht mehr beatmet und fällt dadurch zusammen.

Der Patient liegt sowohl während der offenen Lobektomie als auch während der videoassistierten Lobektomie in Seitenlage (auf der nicht zu untersuchenden Brustkorbseite).

Bild 1: Eröffnung des Brustkorbes (Thorakotomie) für eine offene Lobektomie
Bild 1: Eröffnung des Brustkorbes (Thorakotomie) für eine offene Lobektomie

Vorgehen bei der offenen Lobektomie


Bei der offenen Lobektomie wird in der Regel ein Hautschnitt auf Höhe des 5. bis 7. Rippenzwischenraumes, etwa 3 bis 4cm unterhalb der Brustwarze beginnend über den seitlichen Brustkorb bis h in zum unteren Pol des Schulterblattes durchgeführt. Um den Zugang zum Brustkorb und damit zur Lunge zu verbessern, ist es in der Regel nötig, eine Rippe vom Schnitt aus nach oben oder unten zu durchtrennen. Dies ist einer der häufigsten Gründe für Schmerzen nach der Operation. (Bild 1)


Vorgehen bei der videoassistierten Lobektomie


Bei der videoassistierten Lobektomie werden in der Regel drei bis vier Trokare eingebracht. Ein Trokar ist ein Instrument, mit dessen Hilfe in der minimal-invasiven Chirurgie ein Zugang zu einer Körperhöhle geschaffen und für die nachfolgende Intervention offen gehalten wird. Die Trokare werden so platziert, dass der zu entfernende Lungenlappen optimal erreicht werden kann und jederzeit ein Umsteigen zu einem offenen operativen Vorgehen möglich ist. (Bild 2)
Bild 2: Regelrechte Positionen der Arbeitstrokare für eine videoassistierte Lobektomie
Bild 2: Regelrechte Positionen der Arbeitstrokare für eine videoassistierte Lobektomie
Bild 3: intraoperatives Bild während einer Lobektomie, oben links und unten rechts Lunge, zwei Lungensegmentarterien mit gelben Bändern (Loops) und eine Lungenvene mit blauen Loop angeschlungen, zentral Bronchus, links Herzbeutel, rechts Rippenfell
Bild 3: intraoperatives Bild während einer Lobektomie, oben links und unten rechts Lunge, zwei Lungensegmentarterien mit gelben Bändern (Loops) und eine Lungenvene mit blauen Loop angeschlungen, zentral Bronchus, links Herzbeutel, rechts Rippenfell

Durch Eröffnung des Brustkorbes geht der Unterdruck (sog. hydrostatischer Druck) zwischen Lungen- und Brustfell verloren und ein sog. iatrogener Pneumothorax entsteht. Nach gründlichem Austasten der Lunge und Bestätigen des präoperativen Befundes wird die Entfernung des Lungenlappens vorbereitet. Dazu werden die jeweils abführende Lungenlappenvene, zuführende Lungenlappenarterie und der Bronchus des zu entfernenden Lungenlappens dargestellt und jeweils sicher verschlossen (per Naht oder Klammernahtgerät). Nachdem diese Strukturen erfolgreich unterbunden und abgesetzt sind wird der jeweilige Lungenlappen entfernt. (Bild 3)


Als Autor anmelden

Spezialisten finden

Hier finden Sie Ihren Allergologen und Lungenspezialisten

Ärzte fragen

Sie suchen einen Spezialisten?
medführer hilft Ihnen weiter.
Senden Sie Ihre Anfrage an unsere Ärzte in Kliniken und Praxen.

zum Anfrageformular

Anzeigen Service