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Kreuzband-OP - Hintergrund

Kreuzbandoperation


Welche Folgen hat eine vordere Kreuzbandverletzung?

Die Zerreißung des vorderen Kreuzbandes führt zu einer Instabilität des Gelenkes. Mit jedem Schritt zieht der Oberschenkelstreckmuskel den Unterschenkel um circa einen Zentimeter nach vorne.

Mit Erschlaffung des Muskels sinkt der Schienbeinkopf wieder in seine ursprüngliche Position nach hinten. Für diese abnormale Rutschbewegung ist der Knorpel des Kniegelenkes nicht geschaffen.

Auch wird der in der Kniekehle liegende Anteil des Innenmeniskus mit jeder dieser Bewegungen gequetscht und im Laufe der Zeit zermürbt. Die Folge ist ein Meniskusriss, der meist innerhalb des ersten Jahres nach der vorderen Kreuzbandruptur auftritt.

Schmerzen oder Einklemmungen führen schließlich zur Entfernung des Innenmeniskus. Ein amerikanischer Kniespezialist sagte hierzu, dass das Fehlen des Innenmeniskus und des vorderen Kreuzbandes den Anfang vom Ende des Kniegelenkes einläutet.

Da der Meniskus neben den Bändern ein weiterer Stabilisator des Kniegelenkes ist - man stelle sich ihn wie einen Art Bremsklotz für einen Reifen vor - führt dessen Verlust zu einer Zunahme der vorderen Instabilität. Die allmähliche Entwicklung einer Arthrose ist nicht mehr zu vermeiden, wenn das Knie nicht stabilisiert wird. Die vielgerühmte muskuläre Stabilisation durch Auftrainieren der Oberschenkelmuskulatur ist völlig überfordert. Sie kann nur in einem kleinen Umfang zu einer gewissen Kompensation der Instabilität beitragen.

Auch mit noch so viel muskulärer Rehabilitation bleibt ein instabiles Gelenk anfällig, vor allem für sportliche Aktivitäten (Ausnahme Schwimmen, Radfahren) und erst die Wiederherstellung des Kreuzbandes normalisiert die Gelenkmechanik und schützt vor der Entwicklung einer Arthrose.

ortho-85.jpgWann soll eine Kreuzband-OP nach einer frischen vorderen Kreuzbandverletzung stattfinden?

Die von den Ärzten am meisten gefürchtete Komplikation nach einer Kreuzband-OP ist die postoperative verminderte Beugefähigkeit, vor allem aber die Minderung der Streckfähigkeit. Zum Verstehen dieses Problems muss man wissen, dass jede Kniegelenksverletzung in der Folge zu einer Entzündung mit Schwellung und Blutergussbildung führt. Das Ausmaß dieser Entzündung hängt einerseits von der Schwere der Verletzung, andererseits aber auch von individuellen Faktoren ab, die noch nicht ausreichend erforscht sind.

Die Operation des Kniegelenkes selbst stellt wiederum eine Verletzung mit nachfolgender Entzündung und Schwellung dar. Operiert man also ein frisch verletztes Kniegelenk, so verstärkt man die Entzündungsreaktion des Gelenkes. Dies führt postoperativ nach einer Kreuzband-OP in vielen Fällen zu einer Bewegungseinschränkung, welche die Rehabilitationsdauer erheblich verlängert und häufig eine gewaltsame Narkosemobilisierung oder gar eine weitere arthroskopische Operation erforderlich macht.

Aus diesem Grunde ist man weltweit dazu übergegangen, eine frische Kreuzbandverletzung nicht ortho-86.jpgmehr sofort zu operieren sondern mit der Kreuzband-OP abzuwarten, bis mit Hilfe von Krankengymnastik das Knie wieder gut beweglich und abgeschwollen sowie schmerzfrei ist.

Dieses Vorgehen fällt heute um so leichter, da die Naht des vorderen Kreuzbandes sich als ein unzuverlässiges Verfahren erwiesen hat und daher allgemein weitgehend aufgegeben wurde (ausgenommen ein Ausriss mit Knochenanteil, wie es bei Kindern und Jugendlichen vorkommen kann). Der Operationszeitpunkt wird in erster Linie vom Patienten selbst bestimmt. Er sollte mit seinen familiären und beruflichen Bedürfnissen abgestimmt sein, womit eine wichtige positive mentale Einstellung des Patienten erreicht wird.

Kreuzbandplastik

Das Wort Kreuzbandplastik hat nichts mit Kunststoff zu tun, sondern bedeutet das Formen eines neuen Kreuzbandes, wobei verschiedene Materialien verwendet werden können. Dabei haben sich Kunststoffbänder nicht bewährt, da sie ausnahmslos durch Abrieb innerhalb von 1-2 Jahren versagen und Abriebteilchen zusätzlich eine chronische Gelenkhautentzündung unterhalten.

Heute werden bei einer Kreuzband-OP überwiegend körpereigene Sehnen verwandt, entweder ein Streifen aus der Patellarsehne, jener Sehne zwischen Kniescheibe und Unterschenkelknochen, oder aus der Semitendinosussehne und Gracilisehne (innengelegenen Oberschenkelbeugesehnen) oder einen Streifen der Quadricepssehne, welche den Oberschenkelstreckmuskel (Quadriceps) mit der Kniescheibe verbindet.

Hinteres Kreuzband

Die Verletzung des hinteren Kreuzbandes ist wesentlich seltener als die des vorderen. Wird die Ruptur des hinteren Kreuzbandes in den ersten Tagen nach dem Unfall erkannt, lässt sich in vielen Fällen mit einer sehr einfachen arthroskopischen Kreuzband-OP eine Stabilisierung und ein Ausheilen der rupturierten Bandanteile erreichen (sogenannte Augmentationsplastik). Bei älteren hinteren Kreuzbandverletzungen wird man stets mit einer Kreuzband-OP zurückhaltend sein, da die Erfolge der hinteren Kreuzbandplastik lange nicht so gut sind wie die der vorderen Kreuzbandplastik.

Zudem kommt der Patient mit einer hinteren Instabilität wesentlich besser zurecht, als mit einer vorderen Instabilität. Nur in sehr ausgeprägten Fällen muss eine hintere Kreuzbandplastik oft kombiniert mit einer zusätzlichen Bandersatzoperation von Seitenbändern durchgeführt werden. Diese Operationen sind noch anspruchsvoller als die vorderen Kreuzbandplastiken und bedürfen daher eines besonders hohen Maßes an persönlicher Erfahrung des Operateurs.

Seitenbänder

Bei Verletzungen der Seitenbänder besteht eine vermehrte Aufklappbarkeit des inneren oder äußeren Gelenkspaltes. Die Verletzung des Innenbandes tritt selten isoliert auf, sondern ist meist in Kombination mit Verletzungen des inneren Meniskus und/oder des vorderen Kreuzbandes zu finden.

Die Verletzung des Außenbandes tritt meist in Kombination mit Verletzungen weiterer wichtiger Stabilisationspfeiler des äußeren und hinteren Gelenkabschnittes auf (Popliteussehne, hinteres Schrägband). Akute, frische Verletzungen des Innenbandes können oftmals konservativ, d.h. ohne Kreuzband-OP behandelt werden. Bei kompletter Innenbanddurchtrennung ist das Tragen einer stabilisierenden Kniegelenksorthese über einen Zeitraum von 6 Wochen sinnvoll. Das Seitenband heilt in dieser Zeit von selbst wieder zusammen. Bei Seitenbändern, die zusammen mit ihrem Ansatz am Knochen ausgerissen sind, sollte man allerdings eine Operation zur Wiederanheftung des alten Ansatzes durchführen.

Sehr selten führen Innenbandzerreißungen zu einer sogenannten chronischen Instabilität und erfordern eine Innenbandersatzoperation. Beim Riss des Außenbandes sieht die Situation etwas anders aus: da das Außenband außerhalb des Kniegelenkes (im Gegensatz zum Innenband) verläuft und eine rundliche, seilartige Form im Gegensatz zur breiten bandartigen Form des Innenbandes hat ist die Chance einer spontanen Heilung deutlicher geringer als beim Innenband.

Komplexe Knieinstabilitäten

Als komplexe Knieinstabilitäten bezeichnet man die Instabilität des Kniegelenks in mehrere Richtungen, die meist durch entsprechend schwere Unfälle verursacht werden (z. B. Fehlen des vorderen und hinteren Kreuzbandes nach einer Kniegelenksverrenkung).

Das Fehlen des vorderen Kreuzbandes verursacht eine vordere Instabilität, das Fehlen des hinteren Kreuzbandes eine hintere Instabilität, das Fehlen des Innenbandes eine innere Instabilität usw. Für jede Richtung des Raumes gibt es also eine oder mehrere Haltestrukturen. Um eine Instabilität in mehreren Richtungen zu behandeln, müssen also mehrere Strukturen gleichzeitig ersetzt werden. Sowohl die Diagnose derartiger Kniebandverletzungen als auch deren operative Behandlung verlangen nach Spezialisten, die mit diesen außerordentlich schwierigen Problemen vertraut sind.


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