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Konservative Therapie der vorderen Kreuzbandruptur - Hintergrund

Konservative (nicht-operative) Therapie der vorderen Kreuzbandruptur

Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist eine der schwerwiegendsten Verletzungen im Sport und bedeutet bei Profisportlern nicht selten das Karriereende. Doch nicht jedes gerissene Kreuzband muss operiert werden.

Früher wurde jeder Innenbandriss operativ versorgt, heute fast überhaupt keiner mehr. So wird es beim Kreuzband nie sein, allerdings geht auch hier der Weg immer mehr zur konservativen Therapie.

Dies hat sich selbst im Spitzensport als erfolgreich erwiesen. Bei den olympischen Spielen in Turin gehörten beispielsweise vier unserer Athleten nach konservativ ausgeheiltem vorderen Kreuzbandriss zum Kader der Deutschen Eishockey Nationalmannschaft.

Symptome und Diagnose der vorderen Kreuzbandruptur

Verdrehungsverletzungen, Schmerzen, Erguss und Schwellung deuten auf einen vorderen Kreuzbandriss hin. Die Feststellung des vorderen Kreuzbandrisses erfolgt durch die Hände eines erfahrenen Arztes. Obwohl bei „geübten Händen“ eine sichere Diagnosestellung möglich ist, wird zur Erkennung von Begleitverletzungen und der genauen Lokalisation des Risses eine zusätzliche Kernspintomographische Diagnostik durchgeführt. Ergänzend zum Röntgen können hierbei Strukturen wie Bänder, Menisken und Knorpel analysiert werden. Dies ist zur Unterscheidung wichtig, denn Risse im oberen Bereich weisen aufgrund der besseren Durchblutung deutlich größere Heilungschancen auf.


Prävention vor der vorderen Kreuzbandruptur

Dem Risiko dieser schwerwiegenden und langwierigen Verletzung kann präventiv entgegengewirkt werden.

Mittels Kraft-, Propriozeptions- und Koordinationstraining gelingt es, alltags- bzw. sportartspezifische Bewegungsabläufe in ungewohnten Belastungssituationen zu optimieren. Der Schwerpunkt liegt bei der Behandlung in der Schulung von Schutzreflexen zur Stabilisierung in Extremsituationen. Hierzu zählen unvorhergesehene Ereignisse wie z.B. Stolpern oder hohe muskulär-koordinative Anforderungen wie beispielsweise beim Skisturz.

Die trainierte kniegelenksumgebende Muskulatur ist in der Lage, große Belastungen aufzufangen, wenn sie rechtzeitig und richtig abgestimmt aktiviert wird. Bei übermäßiger Belastung bzw. überraschend auftretenden Krafteinwirkungen geht die Belastung direkt auf die Bänder des Knies über. Ein Zeitgewinn, der dem Muskel die Chance gibt einzugreifen, stellt in dieser Phase den wichtigsten Schutzfaktor dar, um traumatisch bedingte Überlastungen und Schäden entgegenzuwirken.

Neben dem präventiven Training kommt hier auch die prophylaktische Knieschiene in die Diskussion. Zur sinnvollen Konstruktion und zum Einsatz einer prophylaktischen Orthese (Schiene) ist folglich eine genaue Zielsetzung (Sportart) unter Berücksichtigung der sportartspezifischen Verletzungsmechanismen erforderlich. So sind die Verletzungsmechanismen bei Sportarten, die eine vermehrte Fixierung des Beines auf der Unterlage erfordern und die Reibung mit Stollen, wie im Fußball oder American-Football erhöhen nicht mit z.B. dem Eishockeysport zu vergleichen, der eine reduzierte Reibung mit verminderter Fixierung auf dem Untergrund (Eis) anstrebt. Im American Football könnendurch das prophylaktische Tragen einer Knieschiene sogar mehrere oder größere Verletzungen an den angrenzenden Gelenken, besonders im oberen Sprunggelenk auftreten. Im Gegensatz dazu konnte beim Eishockey keine Zunahme von Verletzungen im Bereich des Sprunggelenks festgestellt werden. Der unterschiedliche Verletzungsmechanismus und die Schienung des OSG durch den Schlittschuh scheinen hierfür ursächlich zu sein. Mittlerweile wurden im Rahmen unserer 10-jährigen prospektiven Studie mehr als 100 prophylaktische Schienen bei Eishockeyspielern angepasst und brachten durchweg positive Ergebnisse. Unseren Erfahrungen bei der Eishockeynationalmannschaft nach, ist der Einsatz von Orthesen als Prophylaxe bei dieser Sportart zu befürworten.

Fragen zur konservativen Kreuzband-Behandlung

Muss ein Kreuzbandriss sofort operiert werden?

  • Nein, frühestens nach 6 bis 8 Wochen, nach Erreichen der vollen Kniegelenksbeweglichkeit so wie kein Erguss, Rückgang des Knochenödems und Ausschluss einer konservativen Heilungschance.

Wie lange dauert die Rehabilitation nach einem Kreuzbandriss?

  • Konservativ 7 Monate, operativ 1 Jahr.

Was kann ich tun, dass es erst gar nicht, oder nicht wieder zu einem Kreuzbandriss kommt? 

  • Kraft-, Koordinations- und Propriozeptionstraining zur Stabilisation in Extremsituationen.

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