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Knorpelschaden im Knie - Ursachen

Biochemische Ursachen für einen Knorpelschaden im Knie


Neben dem genetisch angeborenen geringer belastbaren und damit leichter verschleißenden Knorpel und den ebenfalls in aller Regel angeborenen Beinachsenfehlstellungen und schließlich auch die chronische Instabilität nach Verlust des vorderen Kreuzbandes gibt es auch biochemische Ursachen für die Entstehung eines Knorpelschadens im Knie bzw. einer Arthrose. Dies lässt sich besonders am Beispiel der chronischen Instabilität des Kniegelenkes zeigen.

Zusammen mit einer Arbeitsgruppe der Universität Pittsburgh gingen wir in einer Studie der Frage nach, warum trotz Wiederherstellung der Stabilität eines Kniegelenkes durch Einsetzen eines neuen Kreuzbandersatzes die Arthroserate gegenüber den nicht stabilisierten Gelenken keineswegs wie erwartet nennenswert zurückgeht. Demnach müssten neben der mechanischen Ursache chemische Vorgänge eine bedeutsame Rolle bei der Entstehung der Arthrose spielen.

Bei jeder Entzündung spielen so genannte Zytokine, kleine Eiweißverbindungen, eine wichtige Rolle. Sie halten den Entzündungsprozess am Laufen und vermitteln zwischen den verschiedenen Zellen. Neueste Forschungen haben gezeigt, dass Zytokine auch eine wichtige Rolle bei der Zerstörung von Knorpelzellen spielen. Andere Zytokine wieder sind in der Lage, die Knorpelzellen gegenüber diesen destruktiven Zytokinen zu schützen, indem sie die entsprechenden Rezeptoren an den Zellen blockieren.

Wir konnten nachweisen (Cameron, Fu, Pässler, Schneider, Evans, 1994), dass bei einem instabil gewordenen Kniegelenk (infolge vorderem Kreuzbandriss) keine knorpelschützenden Zytokine mehr gefunden wurden. Offenbar spielt der Verlust dieser Substanz nach einer länger zurückliegenden Kreuzbandverletzung eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines Knorpelschadens im Knie.


Es besteht jetzt die Hoffnung, auf gentechnologischem Wege Medikamente zu entwickeln, die die Eigenschaften dieser knorpelschützenden Zytokine haben und damit die Rezeptoren der Knorpelzellen blockieren können. Bis derartige Medikamente allerdings für den klinischen Einsatz zur Verfügung stehen, wird noch einige Zeit verstreichen.

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