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Knorpelschaden im Knie - Medikamente

Medikamentöse Behandlung eines Knorpelschadens im Knie

Zahlreiche Medikamente sind entwickelt worden, die zum Teil mit großen Werbemaßnahmen von der Industrie an die Patienten herangetragen werden. Von einigen dieser Medikamente wird behauptet, dass sie den Knorpel wieder aufbauen. Dies ist aber sicherlich nicht möglich. In keiner wissenschaftlichen Studie konnte bisher ein Hinweis gefunden werden, dass Knorpel durch Medikamente aufgebaut werden kann. Beim Absterben der Knorpelzelle zerbrechen die feinen Gerüste, die Erbinformationen tragen und die für den Stoffwechsel der Zelle verantwortlich sind, ähnlich, wie die Nadeln eines sterbenden Tannenbaumes abfallen. Kein Medikament vermag diese Gerüste wieder aufzubauen. Auch die Stimulierung des Knochens mittels spezieller Medikamente, um neuen Knorpel aufzubauen, ist nicht möglich. So bleibt zu diskutieren, ob es Medikamente gibt, die den weiteren Abbau des Knorpels verlangsamen können oder gar zum Stillstand bringen können. Hier wird der Begriff von Knorpelschutzpräparaten genannt. Da bei dem Abbau der Knorpelzellen im Rahmen einer Arthrose vermehrt saure Stoffwechselprodukte entstehen, lassen sich mittels die Säure abpuffernder Medikamente, die ins Kniegelenk injiziert werden, normale Säureverhältnisse in der Gelenkflüssigkeit herstellen, wobei die Patienten eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden in den Anschluss an die Behandlung angeben. Noch ist nicht bekannt, wie lange die Wirkung anhält.

Am bekanntesten und verbreitetsten ist der Einsatz von Entzündungshemmern wie Diclofenac ®. Bei jeder Arthrose besteht ein entzündlicher Reizzustand der Gelenkhaut. Diese produziert daher Flüssigkeit, ähnlich dem tränenden Auge bei einer Bindehautentzündung. Die Entzündungshemmer dämmen die Entzündung ein, wodurch es zum Abschwellen des Gelenkes und zur Beschwerdelinderung kommt. Leider vertragen nicht alle Menschen derartige Entzündungshemmer, bei vielen Patienten kommt es zu Magenbeschwerden, sodass sie die Medikamente absetzen müssen. Hier helfen manchmal ersatzweise Entzündungspräparate, die auf pflanzlicher Basis arbeiten z.B. Wobenzym®, Phlogenzym®. Insgesamt ist die Wirkung relativ schwach, sodass viele Patienten keine Besserung bei der Einnahme dieser pflanzlichen Medikamente verspüren. Das stärkste entzündungshemmende Medikament ist Cortison. Es hat aber auch die gefährlichsten Nebenwirkungen. Vor allem schädigt Cortison auch den Gelenkknorpel und beschleunigt daher die Entwicklung der Arthrose. Es sollte daher nur ausnahmsweise in hoch akuten Fällen eingesetzt werden oder in jenen Fällen, in denen die Einsetzung eines Gelenkflächenersatzes bereits programmiert ist, jedoch noch mit dem Zeitpunkt abgewartet werden soll.

Nahrungsmittelergänzungsstoffe bei einem Knorpelschaden im Knie

Glucosamine und Chondroitinsulfat spielen eine bedeutsame Rolle im Knorpelstoffwechsel. Inzwischen gilt es als bewiesen, dass Glucosamin und Chondroitinsulfat entscheidend zur Regeneration des Knorpels und zum Wiederaufbau der Knorpelmasse beitragen. Insgesamt mehr als 30 Doppelblindstudien mit Plateilcebos haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Einnahme dieser Substanzen zu einer erheblichen Senkung des Verbrauchs von Schmerzmitteln führt.

Der weltbekannte Arthroseforscher Hungerford schrieb kürzlich, dass die Effizienz dieser Substanzen für die Behandlung der Arthrosen in experimentellen, tierexperimentellen und in klinischen Studien nun endgültig nachgewiesen sei, und dass sie einen „prominenten Platz“ in der nichtchirurgischen Behandlung der Arthrose einnehmen. Als optimale Dosis ist die tägliche Gabe von 1.500 mg Glucosamin und 1.200 mg Chondroitinsulfat festgestellt worden. Diese Dosierung über mehrere Monate lag auch den meisten randomisierten (nach dem Zufallsverfahren ausgewählten) Studien zu Grunde.

Lokale medikamentöse Maßnahmen bei einem Knorpelschaden im Knie

Lokale medikamentöse Maßnahmen sind vielfältig: Zunächst sind jene Salben und Gels zu nennen, die ein entzündungshemmendes Medikament beinhalten. Hier muss man aber wissen, dass diese Medikamente nur in sehr geringer Dosis resorbiert werden und dann auch nicht direkt in das Gelenk wandern, sondern von den Hautgefäßen zunächst in den Blutkreislauf und damit zum Herzen gelangen, von wo sie in den gesamten Körper gepumpt werden. Es kommen also nur noch homöopathische Dosen der Wirksubstanz in das Gelenk. Der vom Patienten als angenehm empfundene Effekt beruht auf der Kühlwirkung des Gels oder der Salbe.

Viele andere Salben beinhalten pflanzliche Produkte, bei denen die Wirkung dann noch geringer ist. Schließlich werden bei der Therapie der Arthrose gerne diverse Packungen verwandt, die ganz unterschiedliche Wirkungen entfalten. Früher wurden Kuranstalten häufig in die Nähe von Molkereien gebaut, da man mit der Molke und dem Quark ein sehr effektives Mittel für die äußere Behandlung von Gelenkleiden hat. Die Ursache dieser Wirkung ist noch nicht ganz bekannt, wahrscheinlich spielt aber die Milchsäure eine große Rolle. Von allen bekannten Packungen hat nach unserer Erfahrung der Quarkwickel die größte Wirkung. 2 x täglich sollte man den Magerquarkwickel für ca. 1/2 Stunde um das betroffene Gelenk legen.


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