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Knieverletzungen - Hintergrund / Einleitung

Knieverletzung - Knieverletzungen

Häufige Knieverletzungen sind neben arthrotischen Veränderungen im wesentlichen Verletzungen des Kapselbandapparates. Rupturen der Kreuzbänder (vorderes und hinteres Kreuzband) sowie der Kollateralbänder (inneres und äußeres Seitenband) sowie Verletzungen von Menisci haben in den vergangenen Jahrzehnten eine deutliche Änderung in ihrer Therapie erfahren.

Insbesondere die Behandlung der Ruptur des vorderen Kreuzbandes ist durch sogenannte arthroskopische Techniken erheblich schonender geworden, die Rehabilitationszeit hat sich verkürzt. Es werden zum Kreuzbandersatz körpereigene Materialien verwandt, in erster Linie Teile der sogenannten Patellarsehne. Zahlreiche Versuche mit künstlichen Bändern (Teflon, Karbon, Xenon-Transplantate u.ä.) haben keine vertretbaren Ergebnisse gezeitigt.

Auch die Einstellung zur Meniskusverletzung hat sich grundsätzlich gewandelt, da die Rolle der Menisci als wesentliche Strukturen bei der Bewegung des Kniegelenks, aber auch im Hinblick auf die Prävention frühzeitiger Arthrosen, lange Zeit nicht erkannt wurde. Die sogenannte Meniskektomie ist verschwunden. Es werden Meniskusnähte zum Einsatz gebracht, Menisci werden bei Teilverletzungen auch nur noch teilweise resiziert, sofern keine Reparaturmöglichkeiten bestehen. Es wurden Versuche mit Meniskustransplantationen unternommen und letztendlich jetzt der Versuch des Einbaues von Materialien, die mit körpereigenen Zellen durchsetzt werden und neue Menisci formen.

Innenbandverletzungen im Kniegelenk werden in der Regel im Gegensatz zu früheren Zeiten nicht mehr operativ behandelt, sondern von Anfang an funktionell in sogenannten Bewegungsschienen. Die Indikation zur operativen Revision ist nur bei Außenbandrissen zwingend gegeben. Absolute Operationsindikationen am Kniegelenk sind immer sogenannte kombinierte Verletzungen, d.h. Kreuzband-/Seitenband/ Meniskus-Verletzung.

Eine Kniegelenksverletzung, die zu einem Kniegelenkserguss führt, muss immer punktiert werden. Handelt es sich bei dem Punktat um Blut (Hämarthros), ist zwingend die Notwendigkeit einer weiteren Abklärung gegeben, vorzugsweise arthroskopisch, da hierbei das Hämarthros ausgespült wird und die erwiesenermaßen schädigende Wirkung des Hämarthros auf alle Kniebinnenstrukturen damit reduziert wird. Bei Knorpelschädigungen im Kniegelenk bewährt sich die Injektion von Hyaluronsäurepräparaten in der Regel über 5 Wochen einmal wöchentlich. Bei Knorpelschädigungen im Frühstadium hat sich die orale Applikation von Glukosaminsulfat bewährt.

Fehlstellungen am Kniegelenk in Form stark ausgeprägter X- oder O-Bein-Stellungen sind eine Indikation zu korrigierenden Tibiakopfosteotomien, in seltenen Fällen auch zu Umstellungsosteotomien im Bereich des Femurs.

Kniegelenksruhigstellungen in Gipsverbänden oder anderen immobilisierenden Verbänden sollten nahezu in jedem Fall bei Knieverletzungen vermieden werden. Die orthetische Versorgung ist praktisch immer ausreichend auch nach Tibiakopffrakturen, ob sie operativ oder konservativ behandelt wurden.

Weitere Knieverletzungen sind die Osteochondritis dissecans (die auch zur Bildung von freien Gelenkkörpern führen kann, deren Entfernung zwingend notwendig ist) und die bei frühzeitigem Erkennen durch sogenannte Pridie-Bohrungen therapiert wird.


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