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Intensivierte Insulintherapie - Hintergrund

Die intensivierte Insulintherapie sorgt für Insulinspiegel wie beim Gesunden

Die intensivierte Insulintherapie mit herkömmlichen Insulinspritzen oder mit Insulinpumpen ist heute die Behandlung der Wahl für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1. Ziel der intensivierten Therapie ist es, den Verlauf des Insulinspiegels eines Gesunden zu gut wie möglich nachzuahmen.

Die Bauchspeicheldrüse gibt bei gesunden Menschen ständig eine gewisse Grundmenge Insulin in das Blut ab, auch im Nüchternzustand und während der Nacht (Basalinsulin). Werden Kohlenhydrate zugeführt, steigt der Blutzucker an, und die Bauchspeicheldrüse schüttet entsprechend mehr Insulin aus (Mahlzeiteninsulin).

Kombination von Basalinsulin und Mahlzeiteninsulin

Als basal wirkendes Insulin wird morgens, vor dem Schlafengehen und eventuell auch Mittags eine kleine Menge an Verzögerungsinsulin gespritzt und jeweils vor den Haupmahlzeiten Normalinsulin. Hierbei wird die Dosierung des Normalinsulins je nach Nahrungsaufnahme und aktuellem Blutzuckerwert vorgenommen. Zeitpunkt und Zusammensetzung der Mahlzeiten können damit variabel gestaltet werden. Aufgabe des Verzögerungsinsulins vor dem Schlafengehen ist es, den Blutzucker über Nacht im normalen Bereich zu halten. Das morgendliche Verzögerungsinsulin soll die basale Insulinwirkung tagsüber gewährleisten. Mittlerweile setzt sich bei der Wahl des Basalinsulins das lang wirksame Insulin-Analog Glargin durch, das nur einmal vor dem Zubettgehen gespritzt werden muss und trotzdem meist über 24 Stunden eine gleichmäßige Basisinsulinwirkung hat.

Die intensivierte Insulintherapie bietet große Vorteile:

  • Die Essenszeiten und die Essensmenge können (in Grenzen) variabel gestaltet werden.
  • Zwischenmahlzeiten können entfallen.
  • Der Tagesablauf kann an unterschiedliche Bedürfnisse flexibel angepasst werden, z. B. Wochenende, Reisen, Urlaub, Sport etc.
  • Die Einstellungsergebnisse (HbA1c-Werte) sind deutlich besser als mit konservativer Insulintherapie (z.B. mit zwei Spritzen).
  • Den drohenden Folgeschäden kann wirksam vorgebeugt werden.

Voraussetzungen für die intensivierte Insulintherapie

Die erfolgreiche Durchführung der intensivierten Insulintherapie ist an verschiedene Voraussetzungen geknüpft. Sie müssen bereit sein, viermal täglich Blutzucker zu testen, viermal täglich Insulin zu spritzen und dieses an die Mahlzeiten anzupassen. Sie müssen die verschiedenen Insuline voneinander unterscheiden können und deren Wirkmechanismus verstehen. Außerdem sollten Sie die richtige Injektionstechnik beherrschen und die Broteinheiten der Mahlzeiten richtig abschätzen können. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist Ihr persönlicher BE-Faktor. Dieser besagt, wie viel Mahlzeiteninsulin Sie pro Broteinheit (BE) spritzen müssen, damit Ihr Blutzucker bis zur nächsten Hauptmahlzeit wieder im angestrebten Bereich liegt.

Insuline für die intensivierte Insulintherapie

Für das Mahlzeiteninsulin geeignete Insuline sind:

  • alle Normal-(Alt-)Insuline
  • das sehr kurz wirkende Humalog bzw. Novo Rapid

Als Basalinsulin können eingesetzt werden:

  • Insulin-Analog Glargin
  • alle NPH-Insuline
  • zinkverzögerte Insuline, speziell Semilente (mit Abstrichen aber auch Monotard, Ultratard bzw. Huminsulin Long und Huminsulin Ultralong)

Verwendete Quellen:

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