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Insomnien - Hintergrund / Einleitung

Insomnien

Schlafstörungen werden als Insomnien bezeichnet. Sie kommen in der Bevölkerung häufig vor. Das subjektive und objektive Schlafbedürfnis unterliegt erheblichen individuellen Schwankungen.

Der Mensch „verschläft“ ein Drittel seines Lebens. Im Laufe unseres Lebens nimmt das Schlafbedürfnis ab. Während Neugeborene und Kleinkinder bis zu 12 Stunden am Tag schlafen, benötigen Schulkinder etwa 10 Stunden und Erwachsene nur noch 8 Stunden Schlaf. Ältere Menschen kommen mit 6 Stunden Schlaf pro Tag aus. Auch bei den Tieren ist das Schlafbedürfnis unterschiedlich ausgeprägt. So schlafen z.B. Katzen bis zu 18 Stunden am Tag, Pferde aber nur 3- 4 Stunden.

Im Schlaf verlangsamt sich die Aktivität des Gehirns. Man unterscheidet verschiedene Schlafphasen:

  • Einschlafen
  • leichter Schlaf
  • mittlerer Schlaf
  • Tiefschlaf
  • Traumschlaf 

Der Traumschlaf wird in der medizinischen Fachsprache auch REM-Schlaf genannt. REM ist die Abkürzung für (engl.) rapid eye movement und steht für die schnellen Augenbewegungen im Schlaf. Die Schlafphasen können im EEG unterschieden werden.

Jeder Gesunde durchläuft die Schlafphasen mehrmals in der Nacht und träumt (auch wenn man sich am nächsten Tag nicht mehr an den Traum erinnern kann). Während des Schlafes ist das Zeitempfinden erheblich gestört. So kommt es, dass uns Betroffene erzählen, sie hätten in der Nacht „kein Auge zugemacht“ und doch einige Stunden geschlafen haben. Außer für den Traumschlaf gibt es kein Erinnerungsvermögen.
Wenn wir gelegentlich aufgrund von Gedanken, die uns beschäftigen, nicht einschlafen können oder man aus dem Schlaf wieder aufwacht, hat dies noch keinen krankhaften Wert. Oft werden jedoch gerade diese Zustände als quälend empfunden.

Bei anhaltenden Schlafstörungen sollte eine Analyse der Schlafstörung im Schlaflabor erfolgen (siehe unten). Schlafstörungen können in Ein- und Durchschlafstörungen unterschieden werden.

 

Ursachen für Schlafstörungen

Die Ursachen von Schlafstörungen sind unterschiedlich. So können z.B. bei Flugreisen der sogenannte Jet-Lag, Schichtarbeit (insbesondere Nachtschichten oder Wechselschichten), Alkoholmissbrauch, Depressionen, Hirnentzündungen, Tumoren oder Schädigungen der Hirnsubstanz nach Unfall zu Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus führen.

Sonderformen von Schlafstörungen

Narkolepsie
Unter Narkolepsie wird ein nicht zu beeinflussender Schlafdrang bezeichnet. Dieser kommt z.B. bei monotonen Tätigkeiten oder in körperlicher Ruhe vor. Es besteht ein „zerhackter Nachtschlaf“, ohne dass die Schlafstadien normal durchlaufen werden. Manchmal kommt es zu einer plötzlichen Kraftlosigkeit in der Muskulatur; die Betroffenen können zu Boden stürzen (sog. Kataplexie). Teilweise treten tagsüber traumähnliche Zustände auf. Die Erkrankung wird mit dem EEG (Hirnstrombild) festgestellt.

Hypersomnie
Unter Hypersomnie wird die sog. Schlafsucht verstanden. Dieser Zustand tritt z.B. bei Hirntumoren, Hirnentzündungen oder auch Hirnverletzungen auf. Er ist von neurotischen Störungen und von epileptischen Anfällen zu unterscheiden. Die Sicherung der Erkrankung erfolgt hier wiederum mit dem EEG und aus der genauen Befragung des Patienten.

Schlaf-Apnoe-Syndrom
Unter dieser Erkrankung wird eine Schlafstörung bezeichnet, die mit längeren Atempausen einhergeht. Sie werden durch lautes Schnarchen beendet. In den Atempausen wird das Gehirn mit Sauerstoff unterversorgt. Teilweise verfärbt sich die Gesichtshaut blau. Das Schlaf-Apnoe-Syndrom betrifft vor allem beleibte Männer im höheren Lebensalter. Tagsüber fallen sie durch verminderte Leistungsfähigkeit auf. Die Sicherung der Erkrankung erfolgt im Schlaflabor. Man empfiehlt den Betroffenen zunächst abzunehmen und alkoholische Getränke zu meiden. Ggf. ist nachts eine Schlafmaske (mit Sauerstoffberieselung) notwendig.

Restless legs-Syndrom
Unter dieser Bezeichnung wird das Erscheinungsbild der „unruhigen Beine“ verstanden. Es betrifft zumeist Menschen im mittleren Lebensalter. Die Betroffenen klagen über Missempfindungen in den Beinen beim Einschlafen oder im Schlaf und müssen die Beine unwillkürlich bewegen. Viele stehen nachts auf und laufen herum. Die Erkrankung lässt sich mit Medikamenten (L-Dopa) behandeln.   

Schlafwandeln
Das Schlafwandeln betrifft vor allem ältere Kinder und Jugendliche. Diese wandeln in Halbschlaf umher, können sich aber morgens nicht an diesen Zustand erinnern. Man sollte sie möglichst ruhig wieder ins Bett führen und nach Möglichkeit nicht gewaltsam wecken.

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