Schliessen
medführer Arzt- und Kliniksuche


medführer Startseite » Orthopädie » Krankheiten » Hüftarthrose » Behandlung / Therapie

Hüftarthrose - Behandlung / Therapie

Die konservative Therapie der Hüftarthrose: Krankengymnastik usw.


Ist der Schaden noch nicht so sehr weit fortgeschritten, sind auch im Bereich des Hüftgelenkes konservative Behandlungsmöglichkeiten, Krankengymnastik, Bäderanwendungen mit Entlastung des Gelenkes, Gehstützen und Hilfsmitteleinsatz ebenso zu nennen wie Medikamente, die den Schmerz und die Entzündung dämpfen können oder allgemeine Maßnahmen wie Anpassung der Belastung und der Gehstrecken.

Weitere Möglichkeiten der Hüftarthrose-Therapie ohne Hüftgelenkersatz


Ist allerdings mit der konservativen Therapie keine ausreichende Zufriedenheit und Beschwerdebesserung zu erreichen, so bieten sich gerade bei jüngeren Patienten auch noch präventive Verfahren an, wie z. B. die Hüftarthroskopie, die bei ausgewählten Krankheitsbildern durchaus helfen kann. Bei jüngeren Patienten ist auch bisweilen noch die Knochenabtragung am Schenkelhals als eine Möglichkeit zur Beschwerdelinderung zu nennen sowie Maßnahmen an der Gelenkpfanne. Auch dort können überstehende Knochen abgetragen werden und im Gelenk befindliche Weichteile wieder genäht oder hergestellt werden. Im höheren Lebensalter ist allerdings häufig am Hüftgelenk nur noch der Ersatz des Gelenkes möglich.


Der Ersatz des Hüftgelenkes


Der Ersatz des Hüftgelenkes ist eine lang bewährte Technik, die in jüngerer Zeit wieder etwas in Bewegung geraten ist, da neue Implantate und neue Operationstechniken hier zunehmend Einsatz finden. Für den jüngeren, insbesondere männlichen Patienten scheinen sich auch Kappenprothesen, also die Überkronung des Hüftgelenkes, durchaus zu bewähren und eine sinnvolle Alternative darzustellen. Nach den internationalen Statistiken scheint diese Methode allerdings nicht empfehlenswert zu sein bei Knochenentkalkung (Osteoporose), höherem Lebensalter oder weiblichen Patienten. Hier werden schlechtere Ergebnisse als bei jüngeren und männlichen Patienten erzielt.

Vor- und Nachteile müssen von einem erfahrenen, im Gelenkersatz des Hüftgelenkes geschulten Operateur zusammen mit dem Patienten abgewogen werden, um eine passende Entscheidung zu treffen.

Die Wahl der Prothese. In Deutschland werden pro Jahr mehr als 200 000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Seit den 1960er Jahren hat diese Operationstechnik große Fortschritte gemacht. Die Prothesen sind der menschlichen Natur nachgebildet. Sie bestehen aus Pfanne und Schaft sowie einem Kugelkopf. Sie werden vor der Operation vom Operateur exakt anhand der Röntgenaufnahmen geplant, nach Größe und Form ausgewählt und dann passgenau eingesetzt. Hierbei spielen natürlich das Alter, das Geschlecht, die Knochenform und das Körpergewicht eine Rolle. Es stehen verschiedene Implantate zur Auswahl. Bei schlechter Knochensituation kann es durchaus sinnvoll sein, eine zementierte Endoprothese mit einem etwas längeren Stiel im Oberschenkelschaft zu verankern und eventuell sogar die Pfanne zu zementieren. Häufig kann aber gerade auf der Pfannenseite zementfrei gearbeitet werden. Insgesamt hat im Bereich des Hüftgelenkes die zementfreie Verankerung von Schaft und Pfanne einen viel höheren Stellenwert als z.B. am Kniegelenk und wird sehr häufig mit sehr guten Früh- und Spätergebnissen und sofortiger Belastbarkeit angewendet.

Welche Materialien werden beim Hüftgelenkersatz verwandt? Die eingesetzten Materialien im Bereich des Hüftgelenkersatzes sind auch heute vielgestaltig geworden und hängen ebenso vom Anspruch des Patienten wie vom Alter, der Weichteil- und Knochensituation ab. Eine sehr bewährte Langzeitlösung ist eine Pfanne aus Polyethylen und ein zementierter Schaft aus Kobaltchrom oder Kobaltlegierungen. Hier bestehen schon seit den frühen 1960er Jahren große Erfahrungen mit sehr guten Langzeitergebnissen. Modernere Implantate verwenden die zementfreie Verankerung mit Titanschäften und oft auch Titanpfannen oder titanbesprühten Polyethylen-Oberflächen. Hier kann von einem hervorragenden Einwachsen in den Knochen ausgegangen werden. Wenn mit Polyethylen-Gleitflächen an der Pfanne gearbeitet wird, so haben sich zumindest im jüngeren Lebensalter Keramikkugeln als besonders haltbar erwiesen. Für junge Patienten und Patienten mit hoher Belastungsfrequenz, die noch sehr aktiv sind, werden heute zunehmend Keramik-Keramik-Gleitpaarungen mit großen Kugelköpfen verwendet, die eine bessere Beweglichkeit erlauben und vermutlich einen sehr viel geringeren Abrieb und damit eine längere Haltbarkeit ermöglichen. In diesem Zusammenhang sind auch so genannte Kurzschaftprothesen inzwischen zu einen Standard geworden, die eine knochenschonende Verankerung der Prothese erlauben, so dass ein weiterer „Verteidigungswall“ geschaffen wird, um für eine vielleicht später erforderliche Wechseloperation noch guten Knochen zu erhalten und erst dann ein längerstieliges Primärimplantat einsetzen zu müssen. Knochenschonung, Knochenerhalt, Muskelschonung, sanfte Chirurgie und gute Funktion sind heutzutage die wichtigen Stichworte beim künstlichen Hüftgelenk.

Einsatz von Navigation beim Einsetzen des Hüftgelenkersatzes - Vorteile, aber auch Risiken. In besonders ausgewählten Fällen, z.B. bei beidseitiger Operation, kommt auch die Navigation zum Einsatz, um die Hüftpfannen exakt zu positionieren. Dies scheint für die Langzeithaltbarkeit, insbesondere bei den harten Keramik-Gleitpaarungen, von besonderer Bedeutung zu sein, um möglichst exakt die idealen Winkel in der Position der Pfanne zu finden. Deshalb kann am künstlichen Hüftgelenk mit Navigation eine zusätzliche Sicherheit eingebaut werden. Neben der großen Erfahrung eines Operateurs kann hier noch einmal kontrolliert werden, ob alle Implantate absolut korrekt implantiert sind. Leider ist dies aber auch mit einer etwas verlängerten Operationszeit verbunden, damit größerem Blutverlust und eventuell höherem Infektionsrisiko. Insgesamt muss abgewogen werden, ob der Einsatz der Navigation für den Patienten Vorteile bringt und kann dann natürlich jederzeit zusätzlich erfolgen.

Dem operativ tätigen Spezialisten bietet sich ein breites Spektrum an Therapiemöglichkeiten bei der Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes. Es ist deshalb von besonderer Bedeutung, mit dem Patienten den für ihn am besten geeigneten Operationsweg zu besprechen und die richtigen Implantate für ihn auszuwählen. Sanfte Chirurgie gewinnt hier zunehmend an Raum. So genannte minimalinvasive Zugänge sind gerade am Hüftgelenk inzwischen fast schon zum Standard geworden. Das neue Gelenk wird muskelschonend eingesetzt und der Patient kann früher mobilisiert werden, hat geringeren Blutverlust und kann rascher das Krankenhaus wieder verlassen. Dies ist nicht in jedem Fall möglich und oft auch an den Einsatz von so genannten Kurzschaftprothesen gebunden, die wiederum nicht für jeden Patienten eingesetzt werden können. In jedem Fall sollte eine Operations- und Implantationstechnik gewählt werden, die die Ergebnisse der Langzeitstudien aus den großen Endoprothesenregistern berücksichtigt. Dies bedeutet für zementierte Prothesen, dass hier Zementiertechniken mit Vakuumzementiertechnik und entsprechender Vorbereitung eingesetzt werden, dass bei zementfreien Prothesen auf moderne Qualitätsmaterialien Rücksicht genommen wird und gut einwachsende Materialien eingesetzt werden. Fragliche Allergien sollten im Vorfeld durch spezielle Bluttests ausgeschlossen werden, damit nach der Implantation keine Probleme auftreten.

Als Autor anmelden

Spezialisten finden


Ärzte fragen

Sie suchen einen Spezialisten?
medführer hilft Ihnen weiter.
Senden Sie Ihre Anfrage an unsere Ärzte in Kliniken und Praxen.

zum Anfrageformular


Anzeigen Service