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Hepatozelluläres Karzinom (HCC, Leberzellkarzinom) - Hintergrund / Einleitung

Hepatozelluläres Karzinom (HCC, Leberzellkarzinom): Aktuelle Therapiestrategien


Das Leberzellkarzinom (hepatozelluläres Karzinom, HCC) ist mit mehr als 1 Million Erkrankungsfällen pro Jahr weltweit eines der häufigsten Malignome mit zunehmender Tendenz auch in den westlichen Industrieländern. Dies steht im Zusammenhang in erster Linie mit der Verbreitung der chronischen Hepatitis C, aber auch mit metabolisch-toxischen Risikofaktoren, die zur Leberzirrhose führen. Grundsätzlich ist somit die Leberzirrhose unabhängig von der Ursache als eine Präkanzerose anzusehen.

Wie kann das Leberzellkarzinom (hepatozelluläres Karzinom) nachgewiesen werden?


Das Alpha-Fetoprotein (AFP) ist der gebräuchlichste HCC-Tumormarker. Hepatozelluläre Karzinome weisen in bis zu 70 % erhöhte AFP-Spiegel auf. Er kann aber auch moderat bei gastrointestinalen Tumoren, in der Schwangerschaft, bei akuter und chronischer Hepatitis und bei Leberzirrhose per se auftreten. Erst ein Serum-AFP von mehr als 400 ng/ml bzw. konsekutiv ansteigende AFP-Werte sind ein typisches Symptom für das Vorliegen eines hepatozellulären Karzinoms. Derzeit sind tumorspezifischere AFP-Essays in der Entwicklung, so z.B. ist ein fucosylierter Subtyp des AFP (AFP-L3) als ein möglicher weiterentwickelter Tumormarker mit prognostischer Relevanz in der Evaluierung. Ein weiterer Marker stellt das DCP-Prothrombin-Molekül dar, welches in malignen Hepatozyten produziert wird. Bei Leberzellkarzinom-Patienten scheint DCP als Marker mit dem Vorhandensein mikrovaskulärer Thromben und dem Vorhandensein von Satellitenherden als wichtige Prognosefaktoren für das Langzeitüberleben nach potentiell kurativer Therapie zu korrelieren. Eine direkte Korrelation zwischen DCP und AFP besteht jedoch nicht. Nur die kombinierte Bestimmung erhöht die Sensitivität. Weitere mögliche HCC-Tumormarker, insbesondere Biomarker der Tumorangiogenese befinden sich in der Entwicklung.

Aufgrund der hohen jährlichen HCC-Inzidenz bei Risikopatienten ist ein regelmäßiges Screening bei Leberzirrhose-Patienten zur Leberzellkarzinom-Früherkennung 3-6-monatlich prinzipiell sinnvoll. Jede solide fokale Läsion einer zirrhotischen Leber ist bis zum Ausschluss als dringend HCC-verdächtig anzusehen, insbesondere wenn diese sich größer als 2 cm im Durchmesser darstellen. Zunehmend von Bedeutung ist die Möglichkeit der Darstellung des Flussprofils der tumorversorgenden Gefäße, vor allem für den differentialtherapeutischen Einsatz lokalablativer Therapieoptionen oder für systemische Antiangiogenese-Hemmer, z.B. Sorafenib. Durch die Ultraschallkontrastverstärker (KM-Sonographie) lässt sich die Sensitivität bezüglich der Darstellung arterieller und portaler Flussmuster in einem HCC-Knoten weiter erhöhen. Die technischen Entwicklungen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass die MRT- und CT-basierte Schnittbilddiagnostik in ihrer reproduzierbaren Aussagefähigkeit und Sensitivität der Ultraschalltechnik überlegen ist.


Bildgebende und labordiagnostische Verfahren können zwar für die Einordnung von Leberherden in der klinischen Praxis richtungsweisend sein, der pathohistologischen Untersuchung kommt jedoch weiterhin eine wichtige Bedeutung für die genaue Klassifikation, für das Staging und Grading als Goldstandard zu.

Planung der Leberzellkarzinom-Therapie


Unter Berücksichtigung des Tumorstadiums und der Leberfunktionsparameter hat sich in den letzten Jahren die „Barcelona Clinik Liver Cancer“ (BCLC)-Klassifikation zur Planung einer adäquaten individuellen Therapiestrategie etabliert, die je nachdem Lebertransplantation und -resektion sowie lokalablative Verfahren (RFA, TACE, SIRT) und systemische Optionen (Sorafenib) differentialdiagnostisch umfasst. Prinzipiell erreicht dabei die Lebertransplantation bei Patienten mit Leberzirrhose innerhalb der Milano-Kriterien 5- und 10-Jahresüberlebensraten von über 60 bis 70 %. Hierbei gelten als Grenzindikationen maximal drei Tumorknoten bis zu einem Durchmesser von 5 cm.

Artikelinformationen zu Hepatozelluläres Karzinom (HCC, Leberzellkarzinom)
Autor
Portrait Gerken

Prof. Dr. med. G. Gerken

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