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Hämorrhoiden - Behandlung / Therapie

Therapie von Hämorrhoiden


Therapeutisch sollte man versuchen, sowohl die Ursache zu beheben, als auch die Hämorrhoiden direkt zu behandeln.

Die Ursache lässt sich am besten über eine Stuhlregulierung angehen, bei der auf einen wohlgeformten Stuhl geachtet werden muss, den man ohne stärkeres Pressen entleert.

Die direkte Behandlung der Hämorrhoiden kann sowohl konservativ als auch chirurgisch erfolgen.

Bei der konservativen Behandlung werden zwar auch Salben und Zäpfchen eingesetzt; ein direkter Einfluss insbesondere auf die Größe der Hämorrhoiden ist aber nicht zu erwarten. Allenfalls wirken sie sich auf die sekundären Veränderungen wie z. B. das Analekzem günstig aus.

Am häufigsten wird bei der Behandlung der Hämorrhoiden auf die Sklerosierung (Verödung) zurückgegriffen. Dabei wird eine Sklerosierungslösung in die Hämorrhoiden gespritzt, um ein Schrumpfen zu erreichen. Schmerzhaft ist das nicht, weil die Hämorrhoiden ohne Nerven sind. Hämorrhoiden I. Grades sind dafür am besten geeignet. 2 bis 3 Behandlungen im Abstand von 8 bis 14 Tagen führen fast immer zum Erfolg.

Bei Hämorrhoiden II. Grades ist die Gummiringligatur die geeignetste Behandlungsmaßnahme. Mit kleinen Gummiringen drosselt man knotig vergrößerte Hämorrhoiden ab und erreicht damit eine eindrucksvolle Verkleinerung. Auch hier führen oft schon 1 bis 2 Behandlungen zum Erfolg. Das tut ebenfalls nicht weh, kann aber, wenn die Gummiringe abfallen selten zu sehr starken Blutungen führen.

Als weitere Verfahren kommen bei prolabierenden Hämorrhoiden die Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur (HAL) und der Rekto-Anal-Repair (RAR) in Frage.

Bei der HAL versucht man, die zu den Hämorrhoiden führenden Blutgefäße mit Ultraschallsonden zu orten und mit Nadel und Faden (Umstechungsligatur) zu unterbinden. Dann werden die Hämorrhoiden nicht mehr mit Blut versorgt und schrumpfen wie Weintrauben zu Rosinen.

Bei dem RAR werden nicht nur die zuführenden Blutgefäße unterbunden, sondern gleichzeitig die stark vergrößerten prolabierenden Hämorrhoiden nach oben an die Wand des Analkanales festgenäht. Damit lässt sich manche sonst notwendige Operation verhindern. Beide Verfahren führt man am besten ambulant in Steißbeinblockade durch.

Bei Hämorrhoiden III. Grades sind operative Eingriffe meist nicht zu vermeiden. Es gibt unterschiedliche Verfahren, bei denen die Hämorrhoiden chirurgisch entfernt werden. Am häufigsten wendet man dabei die Technik nach Milligan-Morgan an, bei der die Hämorrhoiden keilförmig meist an 3 Stellen aus dem Analkanal herausgeschnitten werden. Die Wundränder werden nicht vernäht, so dass die Wunde offen bleibt. Das ist anfangs meist recht schmerzhaft und die Abheilung dauert 6 bis 8 Wochen. Narbenstrikturen mit einer Verengung des Analkanales können sich einstellen.

Bei anderen Operationsverfahren (Fansler-Arnold, Parks, Ferguson) werden die Wundränder miteinander vernäht. Dadurch sind die Schmerzen meist deutlich geringer und Narbenbildungen stellen sich weniger ein. Davon profitiert der Feinverschluss des Afters.

Seit mehr als 10 Jahren wird eine neue Operationstechnik favorisiert, bei denen die Hämorrhoiden mit einem Klammergerät (Stapler-Verfahren) herausgestanzt werden. Das ist die schonendste Methode und führt zu ähnlich guten Resultaten wie bei den o.g. Verfahren.

Therapieempfehlungen bei Hämorrhoiden I. bis IV. Grades:

  • Basisbehandlungen: Ballaststoffreiche Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Analhygiene, korrekte Stuhlentleerung
  • Hämorrhoiden I. Grades: Sklerosierung
  • Hämorrhoiden II. Grades: Gummiringligatur, Hämorrhoidenarterienligatur, Rekto-Anal-Repair
  • Hämorrhoiden III. und IV. Grades: Hämorrhoiden-Operationen eventuell mit plastischer Rekonstruktion des Analkanales

Artikelinformationen zu Hämorrhoiden
Autor
Dr. Brühl verbessert

PD Dr. med. habil. Wilhelm Brühl

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