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Epilepsie - Symptome

Symptome der Epilepsie


Die Krankheit Epilepsie äußert sich durch das Auftreten epileptischer Anfälle. Andere sichtbare Symptome der Epilepsie gibt es nicht. Entsprechend ist es falsch, aus dem Vorliegen körperlicher oder geistiger Behinderungen oder bestimmter Verhaltensstörungen bei einem Menschen auf eine Epilepsie zu schließen. Epileptische Anfälle sind vielfältig. Die fünf häufigsten Formen sind folgend aufgelistet:
  1. Tonisch-klonisch generalisierte Anfälle („Grand mal“): Dauer ca. 1 Minute, mit Bewusstlosigkeit, beginnend mit Sturz und „tonischer“ Versteifung des Körpers sowie hörbar erschwerter Atmung, übergehend in langsamer werdende Zuckungen, endend mit wiederkehrendem Bewusstsein und starker Erschöpfung, bei allen Altersgruppen.
  2. Absencen: Dauer 5 bis20 Sekunden, mit Bewusstseinsverlust ohne Sturz, typischem Innehalten in Handlungen, leerem Blick und häufigen monotonen Bewegungen, ohne anschließende Verwirrung oder Erschöpfung, häufig bei Kindern.
  3. Myoklonische Anfälle: Dauer meist wenige Sekunden, ohne Bewusstseinsverlust, in Form meist beidseitiger ein- oder mehrmaliger Zuckungen von Gesicht (häufig Augenlider) und/oder Extremitäten, häufig bei Jugendlichen.
  4. Herdanfälle (fokale bzw. partielle Anfälle) ohne Bewusstseinsstörung: Dauer meist nur wenige Sekunden, ohne Bewusstseinsstörung, mit Zuckungen, aber auch Missempfindungen oder Taubheitsgefühl einer begrenzten Körperregion, zum Teil von Sprach-, Seh- oder Hörstörung begleitet ohne anschließende Verwirrung.
  5. Herdanfälle (fokale bzw. partielle Anfälle) mit Bewusstseinsstörung: Dauer meist 1 bis 3, oft mehr Minuten, in denen der Patient auf äußere Reize nicht angemessen reagieren kann, ohne Stürze, mit Bewusstseinsstörung und anschließender Verwirrung, häufig bei Erwachsenen.

Ein Status epilepticus ist ein über mehr als 15 Minuten anhaltender epileptischer Anfall ohne zwischenzeitliches Wiedererlangen des Bewusstseins.


Diagnose der Epilepsie

Abb. 1: Differenzialdiagnose von Anfällen
Abb. 1: Differenzialdiagnose von Anfällen

Die Erkennung und richtige Deutung eines epileptischen Anfalls ergibt sich vor allem aus der Schilderung der Symptome durch einen Beobachter (Anfallsanamnese). Häufig hilfreich sind Videoaufnahmen zuhause oder in spezialisierten Epilepsie-Kliniken (Videomonitoring). Sehr oft ist die Abgrenzung (Differenzialdiagnose) epileptischer von nichtepileptischen Anfällen (z.B. Ohnmacht, Wutanfall, Albtraum) schwierig (Abb. 1). Sie ist für die richtige Diagnosestellung und Behandlung der Epilepsie aber unabdingbar.
Abb. 2: EEG bei Absence (Ausschnitt)
Abb. 2: EEG bei Absence (Ausschnitt)

Für die Diagnosesicherung der Epilepsie ist das Elektroenzephalogramm (EEG) entscheidend. Im Idealfall gelingt hier der Nachweis spezifischer elektrischer Wellen (Potentiale) eines epileptischen Anfalls (Abb. 2) oder aber zumindest die Dokumentation entsprechender Potentiale, die eine erhöhte Bereitschaft zu epileptischen Anfällen belegen. Das Video-EEG-Monitoring ermöglicht die gleichzeitige bildliche und elektroenzephalographische Dokumentation von Anfallspatienten.

Mit der Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie) werden einer Epilepsie möglicherweise zugrunde liegende Hirnveränderungen wie Fehlbildungen, Tumoren oder Vernarbungen des Gehirns erfasst.

Artikelinformationen zu Epilepsie
Autor
Dr. Burkhard Püst

Dr. Burkhard Püst

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