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EEG (Elektroenzephalografie)

Elektroenzephalografie (EEG)


Bei der Elektroenzephalografie – kurz EEG – handelt es sich um eine für den Patienten schmerzfreie und ungefährliche Methode der neurologischen Diagnostik, mit der die elektrische Aktivität des Gehirns gemessen wird. Ein EEG dient vor allem dem Nachweis von vorrübergehenden Funktionsstörungen des Gehirns, wie sie etwa bei der Epilepsie auftreten. Mit dem Routine-EEG im normalen Ruhezustand, dem Schlafentzugs-EEG nach einer durchwachten Nacht und dem Langzeit-EEG stehen verschiedene Vorgehensweisen zur Auswahl.

Definition: Was versteht man unter einer Elektroenzephalografie (EEG)?


Die Elektroenzephalografie (EEG) ist eine diagnostische Methode zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Sie ist vergleichbar mit der Elektrokardiographie (EKG). Die Methode der EEG wurde vom Nervenarzt Hans Berger 1924 an der Universität Jena entwickelt. Es werden dabei die im Gehirn entstehenden Spannungsschwankungen an der Kopfhaut abgeleitet. Die zu messenden Signale sind sehr klein und liegen in der Größenordnung von 5 bis 100 µV (1 µV entspricht einem millionsten Volt!). Deshalb sind empfindliche Messverstärker erforderlich, um eine EEG-Kurve aufzuzeichnen.

Die EEG-Untersuchung ist für den Patienten völlig schmerzlos und ungefährlich. An definierten Stellen an der Kopfhaut werden Messelektroden platziert und gegeneinander verschaltet. Elektrische Spannungen werden dabei immer zwischen zwei Punkten gemessen.

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Wann kommt eine Elektroenzephalografie (EEG) zum Einsatz?


Das EEG ist von verschiedenen Einflüssen abhängig. Beispielsweise ist es im Schlaf anders als im Wachzustand. Die heutige Bedeutung des EEG liegt vor allem in dem Nachweis von vorübergehenden Funktionsstörungen des Gehirns, wie sie zum Beispiel bei Epilepsie auftreten. Das sind Erkrankungen, die zu kurzzeitigen synchronisierten hochfrequenten Erregungen von Nervenzellen führen. Das EEG kann an der Kopfoberfläche mit Elektroden und Kabeln abgeleitet werden und erlaubt dem auswertenden Arzt Rückschlüsse zum Beispiel über die Art der Epilepsie.

Epilepsien sind vielgestaltige Gehirnerkrankungen, die zu vorübergehenden Funktionsstörungen des Gehirns führen. Am bekanntesten ist ein großer epileptischer Anfall, auch als Grand-mal-Anfall bezeichnet, wo es zu einer plötzlichen Bewusstlosigkeit mit Sturz, Zungenbiss, Einnässen und einem Krampfen aller Extremitäten für wenige Minuten kommen kann.

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Wie wird eine Elektroenzephalografie (EEG) durchgeführt?


Eine EEG-Ableitung wird üblicherweise im Wachzustand in sitzender Position vorgenommen. Sie dauert zwischen fünfundvierzig und sechzig Minuten. Bei speziellen Fragestellungen kann es erforderlich sein, ein EEG im Schlaf sowie nach einer durchwachten Nacht, das so genannte Schlafentzugs-EEG, abzuleiten. Dabei können bestimmte EEG-Veränderungen stärker hervortreten, als dies im normalen Ruhezustand (Routine-EEG) der Fall wäre. Weiterhin besteht die Möglichkeit, ein mobiles Langzeit-EEG über viele Stunden abzuleiten. Für spezielle Fragestellungen ist eine EEG-Ableitung in Kombination mit einer Video-Aufzeichnung erforderlich, um das Auftreten von epileptischen Anfällen mit der parallel abgeleiteten EEG-Kurve zu vergleich.

Welche Bedeutung hat die Elektroenzephalografie (EEG) in der neurologischen Diagnostik?


Die Ableitung eines EEG in der neurologischen Routine-Diagnostik ist, wie gesagt, eine schmerzfreie und ungefährliche Methode, die beliebig oft ohne schädigenden Einfluss auf den Patienten wiederholt werden kann. Es ersetzt nicht die bildgebenden Verfahren wie die Computertomographie oder das Schädel-MRT, die Aussagen über strukturelle Veränderungen des Gehirns ermöglichen, z. B. das Vorliegen einer Gehirnblutung oder eines Gehirntumors.

Eine weitere Bedeutung des EEG in der heutigen Zeit ist die Hirntod-Diagnostik. Bei Patienten, die ohne Bewusstsein sind und beatmet werden, kann die Ableitung von EEG-Aktivität die noch bestehende Hirnaktivität beweisen und somit einen Hirntod ausschließen. Im Umkehrschluss dient die Methode neben anderen Verfahren ggf. auch zur Bestätigung eines Hirntodes, wenn die Hirnaktivität erloschen ist (so genanntes Null-Linien-EEG).

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PD Dr. med. Rolf Malessa

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