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Darmpolypen - Hintergrund / Einleitung

Darmpolypen


Bei Darmpolypen handelt es sich um meist gutartige Geschwülste der Darmschleimhaut, die vor allem im Dickdarm vorkommen und meist keine Symptome verursachen. Insgesamt sind bei etwa 10 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrieländern Darmpolypen zu finden. Wodurch genau Darmpolypen entstehen, ist bis lang unklar. Es wird aber vermutet, dass genetische, umwelt- und ernährungsbedingte Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Darmpolypen spielen.

Definition: Was sind Darmpolypen?


Darmpolypen sind meist gutartige Wucherungen bzw. Vorwölbungen der Darmschleimhaut, die allerdings zu Darmkrebs entarten können und vor allem im Dickdarm zu finden sind. So ist bei rund der Hälfte der Patienten mit Darmpolypen der Mastdarm – auch Rektum genannt – betroffen. Darmpolypen ragen in verschiedenen Formen – beispielsweise pilzartig oder polsterartig – in den Hohlraum des Darmes hinein und können sowohl einzeln, als auch zu mehreren auftreten. Befinden sich im Darmtrakt mehr als 100 oder sogar mehr Darmpolypen, die die Darmschleimhaut wie ein Beet überziehen, spricht man auch von einer Polyposis.

In den meisten Fällen sind Darmpolypen nicht größer als wenige Millimeter. Sie können aber auch bis zu mehrere Zentimeter groß werden. Je größer die Darmpolypen werden, umso höher ist dabei das Risiko, dass sie bösartig entarten. So steigt das Risiko einer bösartigen Entartung bei Darmpolypen mit einem Durchmesser von mehr als 2 Zentimetern um etwa 50 Prozent, während das Krebsrisiko bei Darmpolypen mit einem Durchmesser von unter einem Zentimeter nur um etwa 1 Prozent erhöht ist. Bei den meisten Darmpolypen handelt es sich um sogenannte Adenome, also gutartige Wucherungen, die vom Drüsengewebe der Schleimhaut ausgehen. Da Adenome wachsen und ihre Zellen bösartig entarten können, gelten sie als Vorstufe von Darmkrebs.

Häufigkeit von Darmpolypen


In den westlichen Industrieländern kommen Darmpolypen, die mit einem Anteil von über 90 Prozent die häufigsten aller gutartigen Geschwülste sind, vergleichsweise häufig vor. So haben in Europa, den USA, Kanada und Australien etwa zehn Prozent der Bevölkerung Darmpolypen, wobei Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen sind. Die Wahrscheinlichkeit, an Darmpolypen zu erkranken, nimmt dabei mit steigendem Alter zu. So haben insgesamt etwa 30 bis 50 Prozent der über 50-Jährigen und etwa 75 Prozent der über 70-Jährigen Darmpolypen.


Ursachen für Darmpolypen


Die genauen Ursachen, die für die Entstehung von Darmpolypen verantwortlich sind, sind bislang nicht bekannt. Forscher vermuten aber, dass sowohl eine falsche Ernährung als auch eine genetische Veranlagung zur Entstehung von Darmpolypen führen können. Die Vermutung, dass die Ernährung bei der Entstehung von Darmpolypen eine Rolle spielt, gründet sich auf der Tatsache, dass Darmpolypen vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet sind, in Asien und Afrika, wo die Ernährungsgewohnheiten anders sind, aber eher selten vorkommen. Als Auslöser von Darmpolypen wird deshalb die in den westlichen Industrieländern verbreitete fettreiche, ballaststoffarme Ernährung in Kombination mit einem übermäßigen Alkohol- und Nikotinkonsum vermutet.

Da Darmpolypen oft familiär gehäuft auftreten, vermuten Forscher erbliche Faktoren als Ursache für die Entstehung von Darmpolypen. Darüber hinaus gibt es verschiedene seltene Erbkrankheiten, bei denen vermehrt Darmpolypen auftreten. Hierzu gehören beispielsweise die Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP), das Gardner Syndrom, das Peutz-Jeghers-Syndrom. das Cowden-Syndrom und das Turcot-Syndrom.

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