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Chemotherapie-Nebenwirkung Haarausfall

Haarverlust als Nebenwirkung der Chemotherapie oder Bestrahlung


Der Haarverlust als Nebenwirkung der Chemotherapie kann insbesondere bei Frauen ein schwerwiegendes psychologisches Problem darstellen und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Das Ausmaß des Haarverlustes hängt sowohl von der Art als auch von der Dosis der verabreichten Chemotherapie ab. Normalerweise stellt der Haarverlust aber eine vorübergehende Nebenwirkung der Chemotherapie dar, da die Haare nach Beendigung der Therapie wieder nachwachsen.

Welche Körperregionen können von der Chemotherapie-Nebenwirkung Haarverlust betroffen sein?


Prinzipiell kann jede behaarte Region von der Chemotherapie-Nebenwirkung Haarverlust betroffen sein: der Kopf, das Gesicht (auch die Augenbrauen), das Schamhaar, die Arme und Beine. Das Haar kann komplett oder nur in bestimmten Regionen ausfallen oder dünner werden.



Wieso und wann kommt es überhaupt zur Chemotherapie-Nebenwirkung Haarverlust?


Durch die Bestrahlung oder Chemotherapie werden die sogenannten Haarfollikel, die für das Haarwachstum verantwortlich sind, geschädigt. Bei der Bestrahlung ist nur das Haar betroffen, das sich im Bestrahlungsfeld befindet. Bei sehr hohen Bestrahlungsdosen kann dieser Haarverlust dauerhaft sein. Teilweise wächst das Haar dann auch mit anderer Struktur und Dichte wieder nach.

Bei der Chemotherapie ist der Haarverlust normalerweise nicht dauerhaft und abhängig von den Medikamenten (nicht jedes Zytostatikum verursacht Haarausfall), der Dosis und der Art der Verabreichung (Infusion, Tablette oder örtlich angewendet). Der Haarverlust als Nebenwirkung der Chemotherapie tritt in der Regel einige Wochen nach Beginn der Chemotherapie auf und das Nachwachsen beginnt 1 bis 3 Monate nach deren Beendigung.

Kann man der Chemotherapie-Nebenwirkung Haarverlust vorbeugen?


Bei einer Reihe von Chemotherapien ist es in der Tat begrenzt und ohne Garantie möglich, dem Haarverlust durch den Einsatz von Kältehauben (cold caps) vorzubeugen. Dabei wird vor, während und nach Verabreichung der Chemotherapie die Kopfhaut mit einer speziellen Haube soweit abgekühlt, das durch Zusammenziehen der kleinen Blutgefäße, die die Haarfollikel versorgen, das Zytostatikum daran gehindert wird, auf diese Zellen hemmenden Einfluss zu nehmen.

Die Methode ist recht komfortabel und kann den Haarverlust in bis zu 80 Prozent der Fälle verhindern. Insbesondere bei den sogenannten Taxanen, aber auch bei anderen Zytostatika wie z.B. Doxorubicin oder Zytostatikakombinationen, funktioniert diese Methode recht gut.

Wie kann man mit der Chemotherapie-Nebenwirkung Haarverlust umgehen?


Häufig kann der durch die Chemotherapie bedingte Haarverlust aber nicht beeinflusst werden. Gespräche mit dem behandelnden medizinischen Personal, mit anderen Patienten, die in der gleichen Situation sind oder waren, sowie mit Freunden und Familienmitgliedern können sehr hilfreich dabei sein, damit umzugehen zu lernen. Besonders mit Kindern sollte unbedingt vorbereitend über das durch den Haarverlust veränderte Erscheinungsbild gesprochen werden.

Viele Patienten lassen vorher ihr Haar kurz schneiden, was vor allem den Vorteil hat, dass die Veränderung durch den kompletten Haarverlust weniger dramatisch ausfällt und auch nach Abschluss der Krebsbehandlung schneller wieder ein “Normalzustand” erreicht wird.

Wie pflegt man sein Haar und die Kopfhaut während der Krebsbehandlung?


  • die Haare mit einem milden Shampoo, z.B. einem Baby-Shampoo, waschen
  • die Haare nicht färben
  • keine Chemikalien zum Erzeugen oder “Herausziehen” von Locken benutzen
  • auf heißes Fönen verzichten
  • den Kopf vor direkter Sonneneinstrahlung schützen
  • eine möglichst weiche Haarbürste verwenden
  • bei kaltem Wetter den Kopf warm halten (Mütze oder Kapuze)
  • weiche Kopfkissenbezüge verwenden

Wie sieht es mit Perücken nach der Chemotherapie-Nebenwirkung Haarverlust aus?


In der Regel übernimmt die Krankenversicherung die Kosten für eine Perücke. Wenn man eine Perücke wünscht, sollte man sich rechtzeitig darum kümmern. Neben speziellen Fachgeschäften haben viele Friseure Erfahrung mit diesem speziellen Problem, ggf. kann aber auch das behandelnde medizinische Team geeignete Adressen nennen. Viele Krankenhäuser verfügen zudem über einen eigenen Friseursalon. Die Perücke sollte wirklich gut passen, damit die Kopfhaut nicht irritiert wird.

Wie pflegt man das Haar, wenn es nach Beendigung der Chemotherapie wieder nachwächst?


Hier gelten die selben Empfehlungen wie bei der Haarpflege während der Krebsbehandlung (siehe oben). Man sollte das Haar nicht häufiger als 2mal pro Woche waschen und Haarfärben für mindestens ein Vierteljahr nach Beendigung der Therapie vermeiden.

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Dr. med. Tristan A. de Lage

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