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Adipositaschirurgie - Hintergrund

Adipositaschirurgie


Als Adipositaschirurgie oder Bariatrische Chirurgie werden Operationen bezeichnet, die der Bekämpfung des krankhaften Übergewichts dienen. Zu den Standardverfahren der Adipositaschirurgie gehören dabei das Magenband, der Schlauchmagen und der Magenbypass. Zum Einsatz kommen diese Operationsmethoden der Adipositaschirurgie, wenn alle konservativen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion ausgeschöpft wurden, aber nicht zum Erfolg geführt haben.

Definition: Adipositaschirurgie


Zur Adipositaschirurgie (syn. Bariatrische Chirurgie) gehören chirurgische Operationen zur Bekämpfung des krankhaften Übergewichtes (morbide Adipositas). Patienten, bei denen alle konservativen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion erschöpft sind und nicht zum Erfolg geführt haben, sollen durch die Adipositaschirurgie bei der Gewichtsabnahme unterstützt werden. Zusätzlich zur Operation ist eine Änderung des Essverhaltens notwendig, um einen dauerhaften Erfolg zu gewährleisten.

Verfahren der Adipositaschirurgie


Vier verschiedene Operationen werden in Deutschland nach der S3-Leitlinie als Standardverfahren der Adipositaschirurgie empfohlen:
  • Implantation eines verstellbaren Magenbandes (gastric banding)
  • Schaffung eines Schlauchmagens (gastric sleeve resection)
  • Magenbypass
  • Biliopankreatische Diversion mit duodenal Switch (BPD-DS)
Während Magenband, Schlauchmagen und Magenbypass vorwiegend durch die Begrenzung der Nahrungszufuhr wirken, führt die biliopankreatische Diversion zur Einschränkung der Nahrungsaufnahme (Malabsorption). Magenbypass und biliopankreatische Diversion verkürzen den Verdauungsweg und vermindern die Verwertung der Nahrung.


Indikation zur Adipositaschirurgie


Die Indikation zur Operation wird nach Ausschöpfung aller konservativen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion gestellt. Voraussetzungen für eine chirurgische Therapie sind gemäß S3-Leitlinie ein Body-Mass-Index (BMI) > 40 oder ein BMI > 35 mit relevanten Begleiterkrankungen. Die Adipositas sollte seit mindestens 3 Jahren bestehen, psychiatrische Erkrankungen oder eine echte Suchtsymptomatik sollten ausgeschlossen sein.

Die bariatrischen Operationen der Adipositaschirurgie sollten nur in Institutionen (sog. Adipositaszentren) durchgeführt werden, die über eine besondere Erfahrung verfügen. Sowohl der operative Eingriff als auch die perioperative Betreuung stellen besondere Anforderungen an die behandelnden Ärzte.

Kosten der Adipositaschirurgie


Bei gegebener medizinischer Indikation werden die Kosten für die Operation und den stationären Aufenthalt in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Im Einzelfall wird durch den MDK entschieden, ob zunächst weitere konservative Maßnahmen und Untersuchungen notwendig sind.

Artikelinformationen zu Adipositaschirurgie
Autor
Prof. Thomas Carus

Prof. Dr. med. Thomas Carus

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